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Kultur

Trans und Butch

Leslie Feinberg (1949–2014) gehörte neben Sylvia Rivera und Marsha P. Johnson zu den wichtigsten Aktivist*innen der US-amerikanischen trans Liberation- und queeren Bewegung. Feinberg verwendete beide Pronomen, wobei ihr/ihm immer der Respekt wichtig war: „I care which pronoun is used, but people have been respectful to me with the wrong pronoun and disrespectful with the right one. It matters whether someone is using the pronoun as a bigot, or if they are trying to demonstrate respect.“ Feinberg bezeichnete sich selbst als trans und Lesbe. Sie/er kämpfte das ganze Leben gegen Diskriminierung und Rassismus. Nun hat der Querverlag den berühmten Roman „Stone Butch Blues“ in deutscher Sprache als Neuerscheinung herausgegeben. Das Werk wurde in den USA vielfach ausgezeichnet. Der Roman gilt als literarischer Meilenstein der LGBTIQ*-Bewegung. Offiziell handelt es sich um einen Roman, doch die Handlung ist autobiografisch inspiriert. Die/der Protagonist*in heißt Jess Goldberg. Jess wächst in der US-Provinz auf und wird in der Schule ausgegrenzt. Jess merkt früh, nicht in die typischen Rollen von Jungen und Mädchen zu passen. Mit 15 hält Jess es daheim nicht mehr aus. Auch später ist Jess weder als Mann noch als Frau glücklich. Sie/er lebt als Butch und arbeitet in einer Fabrik. Das lesenswerte Buch zeigt, wie schwer es queere Menschen in den USA vor den Stonewall-Protesten hatten. Die Community litt massiv unter polizeilicher Willkür und Diskriminierung. Von Feinberg stammt der Satz: „Egal welchen Geschlechts, alle Menschen haben das Recht, Weiblichkeit und Männlichkeit und die unendlichen Varianten dazwischen auszuloten – ohne Kritik oder Spott.“ Genau darum geht es in diesem Buch. 

Leslie Feinberg: Stone Butch Blues. Deutsch von Claudia Brusdeylins. Querverlag, Berlin 2025.

Von Christian Höller

Christian Höller ist Psychotherapeut und hat eine Praxis in Wien.