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Queeres Leben

Lutz van Dijk ist ein queerer Schriftsteller, Pädagoge und Aktivist. Er ist für seine queeren Jugendbücher, historischen Aufklärungsprojekte und sein soziales Engagement in Südafrika bekannt. Sein Buch „Verdammt starke Liebe“ (1991) war das weltweit erste Jugendbuch, das die Geschichte einer homosexuellen Liebe während der NS-Zeit erzählt. Als ehemaliger Mitarbeiter des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam setzte er sich dafür ein, die Schrecken des Holocaust für junge Menschen greifbar zu machen. „Ich schreibe für Kinder und Jugendliche, die von meinen Büchern vielleicht ermutigt werden, ihr eigenes Leben besser zu meistern“, sagt Lutz van Dijk. Mit dem autobiografischen Roman „Die weite Welt“ hat der an Parkinson erkrankte Autor nun sein voraussichtlich letztes Buch geschrieben. In einer Mischung aus persönlicher Biografie und queerer Zeitgeschichte erzählt der 71-Jährige, wie er als schwuler Mann seinen Platz in der Welt gefunden hat. Er behandelt Themen wie Rassismus, soziale Gerechtigkeit und Queerfeindlichkeit. Er beschreibt etwa, wie er mit einem Freund von einer Männergruppe angegriffen worden sei. Doch der Freund habe keine Anzeige erstatten wollen, weil in der Arbeit niemand von seiner Homosexualität erfahren durfte. Lutz van Dijk beschreibt, wie er oft Freundschaften bei sozial Benachteiligten gefunden hat. Viele Menschen halfen ihm in schwierigen Situationen, obwohl sie selbst nicht viel Geld hatten. Dazu gehörten eine Reinigungskraft in New York und eine geflüchtete Person aus Haiti. Mit dem Buch zeigt Lutz van Dijk, dass es im Leben auch darauf ankommt, wie wir Mitmenschen begegnen. Er möchte nicht nur queeren Menschen Mut machen, die eigenen Träume und Sehnsüchte zu leben.

Lutz van Dijk: Die weite Welt. Querverlag, Berlin 2026.

Von Christian Höller

Christian Höller ist Psychotherapeut und hat eine Praxis in Wien.