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Im Portrait: Julian Scarry

Ich bin Boxtrainer, Barkeeper in einer Schwulenbar und Kinderbuchautor. Ich arbeite gerade an meinem ersten Kinderbuch, welches ich auch illustriere.

(Credit: Julian Scarry)

Ich mag das Gefühl von Familie in der Schwulencommunity am meisten. Meine schwulen Freunde geben mir ein Gefühl von Geborgenheit und Unterstützung, da sie sich mit vielen Themen in meinem Leben identifizieren können.

(Credit: Julian Scarry)

Wir sind noch sehr von toxischer Maskulinität geprägt. Männlich zu sein ist vielen noch extrem wichtig, Femininität wird als unattraktiv gelesen. Das muss sich ändern. Viel zu viele Menschen die ich treffe wirken unauthentisch oder verloren, aus der Angst dass sie nicht für ihre Femininität akzeptiert werden. Das macht uns als Community noch sehr einfarbig und monoton wenn unsere Flagge doch ein Regenbogen ist. Wir sollten unsere wahren Farben zeigen und nicht dafür verurteilt werden.

(Credit: Julian Scarry)

Positive Männlichkeit hingegen ist für mich jemand, der sich zu 100% akzeptiert und authentisch präsentiert. Ich selber tue mir manchmal noch schwer damit, da ich durch den Boxsport in heteronormativen Spaces arbeite und mich je nach Publikum anpasse. Aber wenn man darüber nachdenkt ist das anziehendste an einer Person deren Selbstbewusstsein. Jemand der sich traut authentisch zu sein und sich nicht von klassischer Maskulinität unterdrücken lässt ist einfach sexy. 

(Credit: Julian Scarry)

Es ist für mich sehr wichtig aus selbst schwierigen Situationen das Beste daraus zu machen. Nach einer körperlichen Attacke die ich erleben musste, hieß das für mich sich auf keinen Fall unterkriegen zu lassen oder klein zu machen. Im Gegensatz wollte ich mich meiner folgenden Angst vor Männern und Gewalt stellen und bin auf den Boxsport gekommen, der mein Leben verändert hat. Ich rege jeden queeren Menschen dazu den Sport auszuprobieren, nicht nur als Selbstverteidigung sondern auch als Therapie für Geist und Seele. 

(Credit: Julian Scarry)

Meine Kunst inspiriert definitiv meine Vergangenheit als Modedesigner, meine Liebe zum verkleiden, Drag, Performance und das Spiel mit Genderrollen. Egon Schiele, durch eine queere Linse sozusagen. 

(Credit: Julian Scarry)

Auf Instagram findet man mich am leichtesten, unter meinem Profil @scarryjulian, bei Fragen gerne einfach melden!

(Credit: Julian Scarry)

Von Mo Blau

HOSI Wien transgender Referat, früher Coming-Out-Team
(Foto: © Marie Dvorzak)