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Kultur

Trans in der schwulen Sauna

Der Besuch einer schwulen Sauna kann für trans* Personen oft schwierig sein, wie der Roman „Sauna“ des dänischen Autors Mads Ananda Lodahl zeigt. Der Schriftsteller hat in Männersexklubs als Aushilfe gearbeitet. Die dort gemachten Erfahrungen ließ er in den Roman einfließen. Die Handlung beginnt in der schwulen Sauna Adonis in Kopenhagen. „Im Adonis war der Umgang mit Sex ein völlig unmittelbarer“, schreibt der Autor. „Man ging einfach zu dem Typen, den man wollte, und wenn man ein Nein kassierte, ging man einfach zum nächsten.“ Doch nicht alle Männer sind in der Sauna willkommen. Laut Anweisung des Besitzers, einem älteren Schwulen, können ausschließlich cis Männer die Räumlichkeiten betreten. Einer der Hauptfiguren in dem Buch ist der 22-jährige Johan, der in der Sauna arbeitet. Als er einmal Dienst hat, kommt William in die Sauna. Beide finden sich sympathisch. William fragt Johan, ob er in der Sauna eine Sportkleidung tragen darf. Johan erlaubt es. Wenige Tage später treffen sie sich wieder. Doch William ist bei den ersten Berührungen angespannt. „Stimmt etwas nicht? Hab ich etwas falsch gemacht?“, fragt Johan. „Ich muss dir was sagen“, antwortet William. Er erzählt, dass er trans sei. Für Johan ist das kein Problem. Beide beginnen eine leidenschaftliche Beziehung. Anders reagiert der Besitzer der Sauna. Er rügt Johan, weil er William in die Sauna gelassen hat. Der Roman nimmt damit Bezug auf eine Diskussion in Teilen der queeren Community. Dabei geht es um die Frage, welche Personengruppen ausgeschlossen werden. Der Autor macht unmissverständlich deutlich, dass trans* Personen fester Bestandteil der queeren Community sind. Das ist gut und wichtig so. 

Mads Ananda Lodahl: Sauna. Übersetzt von Andreas Donat. Albino-Verlag, Berlin 2025.

Von Christian Höller

Christian Höller ist Psychotherapeut und hat eine Praxis in Wien.