Mahnwache zum CSD Berlin
Der Anschlag während des CSD Berlins am 25. Juli hat die Community erschüttert. Am 29. Juli fand eine Mahnwache vor der Deutschen Botschaft in Wien statt, an der mehrere hundert Menschen teilnahmen.
In ihrer Rede hob HOSI Wien Obfrau Ann-Sophie Otte hervor: „Heute stehen wir nicht hier, um über politische Forderungen zu sprechen. Wir stehen hier, weil ein Mensch ermordet wurde. Eine Mutter wurde beim CSD in Berlin aus dem Leben gerissen. Viele weitere Menschen wurden verletzt. Ein Ort, der für Freiheit, Selbstbestimmung und den Kampf für queere Rechte steht, wurde zum Schauplatz von Angst und Gewalt. […] Wir wissen: Das war kein Einzelfall. Orlando. Oslo. Bratislava. Immer wieder werden queere Menschen gezielt angegriffen, weil sie sind, wer sie sind. Dieser Anschlag war islamistisch motiviert. Islamismus richtet sich gegen Freiheit, Vielfalt und unsere Existenz. Gleichzeitig dürfen wir nicht zulassen, dass daraus Hass auf ganze Bevölkerungsgruppen entsteht. Unsere muslimischen Nachbar*innen, Freund*innen und Mitmenschen sind nicht unsere Gegner. Hass schafft keine Sicherheit. Auch die Politik trägt Verantwortung. Worte haben Konsequenzen. Wer mit Ausgrenzung und Feindbildern arbeitet, schafft ein Klima, in dem Gewalt wachsen kann. Pride war nie nur ein Fest. Pride war immer Protest: gegen Hass, gegen Gewalt und für das Recht, frei, sichtbar und mit Queer Joy zu leben.
Jetzt ist die Zeit für Zusammenhalt. Differenzen müssen zurückstehen. Social-Media-Posts allein reichen nicht. Es braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, Räume schaffen und unsere Community stärken. Queere Spaces sind Schutzräume – und sie brauchen uns. Lassen wir nicht zu, dass aus Angst Schweigen wird oder aus Trauer Spaltung. Diejenigen, die uns angreifen, wollen genau das.
Unsere Antwort bleibt Zusammenhalt. Hoffnung. Sichtbarkeit.“
„Between Home and Myself“
Am 26. Mai haben wir die Dokumentation „Between Home and Myself“ gezeigt, in dem die Lebensrealitäten von LGBTIQ-Personen in Belarus, die zwischen ihrer Heimat und der gezwungenen Emigration stehen, beleuchtet werden. Anhand von zwei persönlichen Geschichten erzählt der Film, wie staatliche Queerfeindlichkeit, Angst und sozialer Druck den Alltag beeinflussen und was es bedeutet, weit entfernt von Zuhause nach Sicherheit und Würde zu suchen. Es ist eine ruhige und ehrliche Erzählung über Verletzlichkeit, Resilienz und die Relevanz von Solidarität, wenn die Zukunft unsicher scheint.
Hier zum Nachschauen: https://m.youtube.com/watch?v=_y6IltCIhjY&ra=m
Disability Pride Month

Der Juli ist Disability Pride Month! Aus diesem Anlass fanden Anfang Juli zwei Workshops im „Gugg“ statt. Gemeinsam durften wir so einen Raum für Austausch, Perspektivenwechsel und gemeinsames Lernen schaffen. Besonders schön war der interaktive Teil, bei dem unfassbar viele Ideen und Perspektiven für barrierearme Räume gesammelt wurden. Genau solch ein Austausch zeigt, wie wichtig es ist, miteinander ins Gespräch zu kommen und miteinander zu lernen.
Ein herzliches Dankeschön an unsere großartigen Panel-Gäst*innen, die ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Perspektiven mit uns geteilt haben. Eure Offenheit, euer Aktivismus und euer Engagement haben den Workshop zu etwas Besonderem gemacht.
Pride Season 2026

Mit unserem Regenbogenbogen starteten wir am 15. Mai die Pride-Season. Wie immer fand er im „Roter Bogen“ statt, wo wir uns bei günstigen Drinks, guter Musik und Schanigarten entspannten. Der nächste Regenbogenbogen findet übrigens am 19. September statt.
Ende Mai ging es weiter, mit der Vienna Pride Konferenz am 29. Mai, gefolgt vom Community Fest und dem Pride Run im Prater am 30. Mai, und zahlreichen weiteren Veranstaltungen im Rahmen der Vienna Pride 2026. Das Community Fest im Prater fand heuer zum ersten Mal statt, anstelle des mehrtägigen Pride Village am Rathausplatz.
Am Samstag, den 13. Juni, zog dann die 30. Wiener Regenbogenparade angeführt vom HOSI Wien/Vienna Pride-Truck gegen die Fahrtrichtung über die Wiener Ringstraße. An der größten Menschenrechtsdemonstration des Landes nahmen 320.000 Menschen teil. Laut, sichtbar und bunt – für gleiche Rechte und ein diskriminierungsfreies Leben. In Österreich und weltweit. Wir danken besonders den zahlreichen ehrenamtlichen Helfer*innen.
Die HOSI Wien entsandte auch Delegationen zu anderen Prides, unter anderem der St. Pride in St. Pölten am 25. Juli, und der WorldPride 2026 in Amsterdam. Mit dem Zero Flags Project gab es dort eine eindringliche Ausstellung zentral auf dem Museumsplein: Homosexualität wird in 63 Ländern weiterhin per Gesetz kriminalisiert. In 12 davon droht sogar die Todesstrafe. Das Projekt macht diese Realität sichtbar und verbindet damit einen politischen Auftrag: den Countdown zu ‚Zero Flags‘. Beim WorldPride March marschierten wir für die Millionen LGBTIQ-Personen weltweit, die nicht sicher selbst demonstrieren können. Die Fahnen des Zero Flag Projects machten ihre Kämpfe sichtbar.
