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How-to–Pride Paradenanleitung

Eine Demohilfe fürs 1. & 100. Mal

Bald ist wieder die Regenbogenparade, also eine Demonstration für die Rechte queerer Menschen. Aber wie bereite ich mich eigentlich darauf vor? Wie sollte ich mich für eine gute Erfahrung verhalten? Wie schütze und vertrete ich mich und andere?

Vorbereitung

1. Basteln & Besorgen

Noch vor der Demo überlege ich mir, wie ich eine politische Botschaft rüberbringen kann. Entweder ich bastle ganz klassisch ein Demoschild, oder besorge eine Pride-Flagge, male eine, kümmere mich um ein Outfit oder biologisch abbaubaren Glitzer (Mikroplastik bäh)

2. Wetter

Auch wenn man glaubt zu wissen, dass das Wetter so sein könnte wie die Tage zuvor: Es ist ganz wichtig den aktuellen Tageswetterbericht anzuschauen, um zum nächsten Schritt übergehen zu können!

3. Kleidung

Wichtig ist erstmal funktionale Kleidung. Es gibt bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Wer hier auf Windschutz, Regenschutz und Sonnenschutz achtet, darf weitergehen. Wer ein cute lil Outfit anziehen möchte, zum besonderen Anlass, ist ausnahmsweise auch entschuldigt, aber MUSS Nummer 4 befolgen!

4. Accessoires

Gönn dir und deinem Körper wenigstens ein paar bequeme feste Schuhe, in denen du lange gehen kannst und auch von ein paar Glasscherben am Boden nicht abgehalten werden kannst. Lass die Sandalen und Heels zu Hause!

Die Sonne prallt wahrscheinlich mehrere Stunden auf deinen Kopf, überleg dir also welche Kopfbedeckung du mitnehmen möchtest. Sonnenbrand auf der Kopfhaut ist kein Spaß…

Eine Sonnenbrille und Tasche für all deine Sachen sind zwar optional, aber wirklich praktischer als du denkst.

5. SPF baby!

ACHTUNG: Sonnenschutz ist NICHT OPTIONAL. Egal ob Regen, Wolken, Sonnentag, 365 Tage im Jahr, aber besonders heute, schmier dich gefälligst ein du liebe Maus!

Demonstration

6. Lage checken

Sobald ich beim Demozug bin schaue ich, wie laut ist es, wie ist so die Stimmung, fühle ich mich wohl? Sehen alle zufrieden aus, oder braucht jemand Hilfe? Falls es sehr laut ist, ist es besser einen Hörschutz zu tragen. Am besten mitgebracht, seien es meine Bluetooth-Kopfhörer oder Ohrstöpsel. Falls ich die alle vergessen haben sollte, kann ich mir bei manchen Trucks oder Infoständen welche besorgen.

7. Laut sein!

Jetzt wo ich eh einen Hörschutz habe, kann ich unbeschwert gemeinsam für queere Rechte laut sein. Mit Demosprüchen, die ich entweder mitspreche, oder mir selbst überlegt habe, vielleicht suche ich aber noch schnell welche in meiner Notizen-App. Denk daran, der Handyempfang am Tag der Parade ist wirklich keine zuverlässige Sache. Alternativ kann ich mir eine Trillerpfeife besorgen, das ist auch weniger anstrengend.

8. Politisch heißt auch hilfsbereit

Es sollen sich alle wohlfühlen. Diskriminierende Parolen oder Verhalten werden deshalb nicht geduldet. Falls du oder jemand anderes sich unwohl fühlen sollte, bitte melde das bei den Ansprechpersonen vor Ort. Du musst nicht zwei Mal überlegen, such einfach eine verantwortliche Person vom nächsten Truck, Infostand oder falls du magst auch der Polizei. Meist tragen Verantwortliche eine pinke Warnweste.

9. Hydration

Es ist wichtig am Tag der Parade genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Sei das Wasser, oder falls mein Blutzucker zu niedrig ist etwas mit Zucker. Ein Geheimtipp sind isotonische Sportgetränke. Sie versorgen deinen Körper am besten mit Stoffen, die er braucht. Alkohol ist allerdings dehydrierend, deshalb verzichte lieber bei dieser Demo darauf. Denk auch daran, ob du alle deine Medikamente genommen hast, wie Antiallergika, Insulin, oder was du sonst so brauchen solltest. Verzichte hingegen auf Rauschmittel.

Solltest du trotzdem bemerken, dass es dir (oder anderen) nicht gut geht, weil dir wegen der Hitze, der Anstrengung, zu wenig Essen, oder weil du zu viel Alkohol getrunken hast, schwindelig wird, melde dich bitte umgehend bei einer Vertrauensperson von dir oder der Parade. Auch bei Reizüberflutung, falls Panik in dir aufsteigen sollte oder du dich nicht sicher fühlst.

Aftermath

10. Verarbeitung

Vergiss bitte nicht die ganzen Eindrücke zu verarbeiten. Schreib in dein Tagebuch, besprich dich im Freundeskreis, sieh dir Fotos und Videos an. Damit kann den Rest des Jahres fast nichts mehr schiefgehen!

Von Mo Blau

HOSI Wien transgender Referat, früher Coming-Out-Team
(Foto: © Marie Dvorzak)