{"id":997,"date":"2021-06-04T00:54:22","date_gmt":"2021-06-04T00:54:22","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.lambdanachrichten.at\/?p=997"},"modified":"2021-05-30T13:39:33","modified_gmt":"2021-05-30T13:39:33","slug":"heutzutage-noch-pride","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=997","title":{"rendered":"Heutzutage noch Pride?"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Na, gerade jetzt! Warum die Pride 2021 von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit ist.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Endlich wieder Pride! Die Sehnsucht nach Gro\u00dfveranstaltungen begleitet uns nun seit geraumer Zeit und wird wom\u00f6glich auch noch etwas andauern. Letztes Jahr gab es mit dem Auto-Corso eine sichere, Coronoa-konforme Alternative zur Pride. Doch war diese nicht f\u00fcr alle zug\u00e4nglich und vom Gef\u00fchl her einfach nicht dasselbe. Immerhin gab es \u00fcberhaupt eine Veranstaltung \u2013 das soll gar nicht kritisiert werden. Umso erfreulicher erreichte die Community dann Ende April die Nachricht: Die Pride 2021,  als Fu\u00df-Demo und selbstredend unter strengen Hygienema\u00dfnahmen. Leider l\u00f6ste diese Nachricht nicht ausschlie\u00dflich pure Freude aus. Unz\u00e4hlige Kommentare unter Artikeln \u00fcber die Bekanntgabe in diversen Online-Medien zeigten eine stark verurteilende, teils feindliche Einstellung gegen\u00fcber der queeren Community. Vom Klassiker \u201eHeutzutag\u2018 braucht\u2018s die Pride doch gar nimmer\u201c, \u00fcber Behauptungen, dass sich dort eh niemand an die Hygienema\u00dfnahmen halten werde, bis hin zu Hassreden, die nicht schnell genug gel\u00f6scht wurden: Es sind Kommentare wie diese, die eine*n in der Zeit zur\u00fcckversetzen. Die an einer aufgeschlossenen Gesellschaft zweifeln lassen. Die schmerzhaft zu lesen sind. Und die zeigen, warum wir weiter sichtbar und stolz auf die Stra\u00dfe gehen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch nicht nur diese negativen, teils hasserf\u00fcllten Reaktionen zeigen, dass es die Pride besonders in diesem Jahr braucht. Im vergangenen Jahr war der Zugang zu queeren R\u00e4umen stark eingeschr\u00e4nkt \u2013 besonders f\u00fcr Jugendliche. Der w\u00f6chentliche Jugendabend der QYVIEs konnte zwar letzten Sommer unter Einhaltung der Hygienema\u00dfnahmen stattfinden, doch nun liegt das letzte Treffen in Pr\u00e4senz wieder \u00fcber ein halbes Jahr zur\u00fcck. Wie es dann mit den \u00d6ffnungen im Mai aussieht (Artikel verfasst am 04.05.21), ist noch nicht gekl\u00e4rt. Zwar besteht weiterhin unser w\u00f6chentliches Online-Angebot, doch ersetzt dieses unsere Pr\u00e4senz-Treffen nicht angemessen. Die Hemmschwelle, online Beratung anzunehmen, und f\u00fcr das Jugendteam, diese auch zu geben, ist viel h\u00f6her. Damit l\u00f6st sich unsere Bedeutung als niederschwellige Coming-Out-Beratung und Unterst\u00fctzung auf. Zudem gibt es leider kaum vergleichbare Anlaufstellen f\u00fcr queere Jugendliche \u2013 besonders nicht in Form von Peer-to-Peer Gespr\u00e4chen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dass in Zeiten von Isolation und Social Distancing solche Stellen aber dringlich ben\u00f6tigt werden, zeigen mitunter die teils sehr problematischen h\u00e4uslichen Verh\u00e4ltnisse mancher queerer Jugendlicher. Leider gibt es noch viel zu viele queerfeindliche Erziehungsberechtigte, die das Zusammenleben f\u00fcr ihre Kinder erheblich erschweren. Ohne regelm\u00e4\u00dfige Angebote und zug\u00e4ngliche Anlaufstellen kann solch eine Wohnsituation verheerende Folgen haben. Am Jugendabend gab es wenigstens f\u00fcr ein paar Stunden die M\u00f6glichkeit, dem zu entfliehen. Zumindest gab es einen Abend in der Woche, wo Jugendliche in einem sicheren Rahmen \u00fcber Coming-Out, Lebensumst\u00e4nde oder sonstige Themen sprechen und einfach unter anderen Queers sein konnten. Denn nicht nur \u201aschwierige\u2018 Lebensumst\u00e4nde legitimieren unseren Jugendabend. Auch das gemeinsame Plaudern, Lachen und Feiern ist ein wichtiger Bestandteil der Community. Uns als Jugendteam fehlt es, f\u00fcr die Jugendlichen da zu sein, mit ihnen Zeit zu verbringen und gemeinsam das queere Selbstbewusstsein zu st\u00e4rken.  <\/p>\n\n\n\n<p>Die Pride allein l\u00f6st diese Probleme nicht. Aber sie macht Mut. Sowohl den Jugendlichen, als auch allgemein der queeren Community. Die Pride zeigt uns jedes Jahr erneut, welche Baustellen es zwar noch gibt, doch auch was bereits erreicht wurde. Das gemeinsame Demonstrieren (die Pride ist immer noch mehr als eine Party) vereint und st\u00e4rkt die queere Community. Indem wir f\u00fcr einen Tag die ganze Innenstadt Wiens blockieren, zeigen wir Sichtbarkeit. Wir zeigen, dass uns keine hasserf\u00fcllten, vorurteilsbehafteten Kommentare oder negativ gesinnten Erziehungsberechtigten aufhalten k\u00f6nnen. Vor allem nicht in dieser Zeit. In einer Zeit, in der Solidarit\u00e4t und Zusammenhalt mehr als zuvor gebraucht werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Happy Pride! Stay safe &amp; proud. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Na, gerade jetzt! Warum die Pride 2021 von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit ist. Endlich wieder Pride! Die Sehnsucht nach Gro\u00dfveranstaltungen begleitet uns nun seit geraumer Zeit und wird wom\u00f6glich auch noch etwas andauern. Letztes Jahr gab es mit dem Auto-Corso eine sichere, Coronoa-konforme Alternative zur Pride. Doch war diese nicht f\u00fcr alle zug\u00e4nglich und vom Gef\u00fchl her [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":998,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15,20],"tags":[49,79],"class_list":["post-997","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-jugendstil","category-schwerpunkt","tag-lambda-183","tag-pride"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/997","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=997"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/997\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":999,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/997\/revisions\/999"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/998"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=997"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=997"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=997"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}