{"id":9908,"date":"2026-03-06T00:11:00","date_gmt":"2026-03-05T23:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9908"},"modified":"2026-03-04T21:23:46","modified_gmt":"2026-03-04T20:23:46","slug":"schwule-jugend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9908","title":{"rendered":"Schwule Jugend"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Finden einer Community<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>\u201eDas Gef\u00fchl der Zusammengeh\u00f6rigkeit, das Gemeinschaftsgef\u00fchl, [\u2026] erstreckt sich im g\u00fcnstigsten Fall nicht nur auf\u00a0Familienmitglieder, son\u00addern auf den Stamm, das Volk, auf die ganze Menschheit. Es kann sogar \u00fcber diese Grenzen hinausgehen und sich dann auch auf Tiere, Pflanzen und andere leblose Gegenst\u00e4nde, schlie\u00dflich sogar auf den Kosmos \u00fcber\u00adhaupt ausbreiten.\u201c \u2013 Adler, 1927<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Das Gemeinschaftsgef\u00fchl ist eines der wichtigsten Gef\u00fchle, weil es uns verbindet. Freundschaften, Liebschaften und famili\u00e4re Beziehungen beruhen auf dem Gef\u00fchl, dass man sich gesehen und verstanden f\u00fchlt. Vor allem in Selbstfindungsphasen des Lebens ist man auf andere Menschen und deren Verst\u00e4ndnis oder Hilfe angewiesen: so auch wie in einigen Filmen und Serien, die die Selbstfindungsphasen schwuler Jugendlicher behandeln. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Found family<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eFound family\u201c (also die Entstehung familien\u00e4hnlicher Bande durch Freundschaften; oftmals, wenn die eigentliche Familie dem nicht nachkommt) ist eine Trope, die sich \u00fcber viele queere Geschichten hinweg zeigt. In \u201eHeartstopper\u201c ist sie ebenfalls pr\u00e4sent \u2013 jedoch nicht bei dem Hauptcharakter Charlie, sondern bei Darcy, eines queeren weiblichen Charakters, der im Gegensatz zu den anderen Charakteren der Serie aus einem unguten Elternhaus kommt. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch bei dem Film \u201eLove, Simon\u201c sieht man das Konzept der \u201efound family\u201c, wenn auch etwas anders als gewohnt: Simons Vater l\u00e4sst gern den ein oder anderen Witz \u00fcber queere Menschen fallen, doch er macht das nicht um seinen schwulen Sohn zu dem\u00fctigen. Seine Eltern sind einfach noch ahnungslos. Und hier kommen seine Freunde ins Spiel, die ersten Menschen, denen er sagt, dass er schwul ist. Seine Freunde fungieren hier sozusagen als eine \u201eTestfamilie\u201c, bei der Simon probt, wie es ist, diese Worte in den Mund zu nehmen und eine noch nie vorher dagewesene Verwundbarkeit zu zeigen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Raum der Orientierung<\/h3>\n\n\n\n<p>Jugendliche sind in sich orientierungslos und wissen noch nicht, wie sie sich in die Gesellschaft einfinden werden\/sollen. Mit der Zeit finden sie dann Zugeh\u00f6rigkeit und ein Gemeinschaftsgef\u00fchl mit ihren Mitmenschen. Etwas, das helfen kann, sich selbst zu finden, ist zu Leuten aufzuschauen, die sich bereits gefunden haben oder gerade ebenfalls im Prozess sind. Durch sie werden andere Perspektiven und Lebensausblicke gewonnen, die einem helfen k\u00f6nnen. \u201eAlex Strangelove\u201c ist ein Film \u00fcber genau diesen Punkt: ein Film \u00fcber die Suche nach einem Label \u2013 nach einer Community, die der Protagonist am Ende auch findet. <\/p>\n\n\n\n<p>Durch diese Filme k\u00f6nnen sich junge Schwule selbst besser einordnen und wichtige Dinge lernen, wie die Wichtigkeit von Freunden in der Jugend, aber auch im ganzen Leben, inklusive dem Umgang mit schwierigen oder teils bedrohlichen Situationen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ausblick auf die Community<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine Community entsteht da, wo gleichgesinnte Leute sich austauschen und zusammen etwas Anderes \u2013 etwas Gr\u00f6\u00dferes bilden. Es ist ein unkonkreter Ort, der sich stets im Wandel befindet. Ein Ort, der durch seine Teilnehmenden zusammen geschaffen, gestaltet und erhalten wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Man ist nicht mehr blo\u00df ein Konsument eines Filmes; man schafft selbst etwas, wie neue Beziehungen oder kreative Auslegungen des Films. Menschen kommen zusammen und schreiben Geschichten, zeichnen oder machen Fanvideos.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>\u201cF\u00fcr mich hat das ganz viel ver\u00e4ndert. Ich w\u00e4re sonst nicht, wo ich heute bin. [. . .] Auf einmal waren da ganz viele Menschen, die sich f\u00fcr dieselben Dinge interessieren wie ich, und \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht haben. Das Sch\u00f6nste ist, dass sich niemand f\u00fcr den Wettbewerb interessiert. Es geht um die Leute und um die Wertsch\u00e4tzung von ihren Filmen.\u201c \u2013 Teilnehmer einer Filmmesse<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es ist immer sch\u00f6n, wenn Leute mit gleichen Interessen zusammenkommen und sich unverbl\u00fcmt austauschen k\u00f6nnen. Filme und Serien von oder auch \u00fcber diese Communitys ebnen Wege, die junge Menschen f\u00fcr die Zukunft sehr gebrauchen k\u00f6nnen, wie die Kenntnis seiner selbst, aber auch communityinternen Slang.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Edda Eggs<br>Eine dem Regen lauschende Germanistik-Studentin aus Wien. Sie liebt es, sich fantasievolle aber auch realistische Geschichten auszudenken und sie mit interessanten Charakteren zu bereichern, die sie ab und an auch selber zeichnet:)<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Finden einer Community \u201eDas Gef\u00fchl der Zusammengeh\u00f6rigkeit, das Gemeinschaftsgef\u00fchl, [\u2026] erstreckt sich im g\u00fcnstigsten Fall nicht nur auf\u00a0Familienmitglieder, son\u00addern auf den Stamm, das Volk, auf die ganze Menschheit. 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