{"id":9895,"date":"2026-03-06T00:07:00","date_gmt":"2026-03-05T23:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9895"},"modified":"2026-03-03T21:55:55","modified_gmt":"2026-03-03T20:55:55","slug":"pink-pony-patriarchy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9895","title":{"rendered":"Pink Pony Patriarchy"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Die queere Community ver\u00e4ndert sich \u2013 und das ist auch gut so. W\u00e4hrend vor 50 Jahren noch deutlich expliziter von homosexuellen Bewegungen oder von schwulen und lesbischen Personen gesprochen wurde, hat sich in den letzten Jahren zunehmend der Begriff der Queerness, beziehungsweise der LGBTIQ+-Community etabliert.<\/p>\n\n\n\n<p>Queer ist dabei ein \u00dcberbegriff, der h\u00e4ufig synonym zu LGBTIQ+ verwendet wird. Der Begriff hat jedoch noch eine weitere Dimension: Queerness impliziert Intersektionalit\u00e4t \u2013 Feminismus und Antirassismus geh\u00f6ren als grundlegende Haltungen dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie steht es nun um spezifisch schwule Identit\u00e4ten in diesem Wandel der Community?<\/p>\n\n\n\n<p>Vor einigen Monaten machte die geplante Er\u00f6ffnung eines Nachtclubs in Sydney Schlagzeilen. Der Besitzer hatte vor, einen Club zu er\u00f6ffnen, dessen Zielgruppe explizit schwule M\u00e4nner sein sollte. Scharf kritisiert wurde dabei vor allem der Name des Etablissements: Der Club sollte \u201ePink Pony\u201c hei\u00dfen, benannt nach dem Song Pink Pony Club der lesbischen S\u00e4ngerin Chappell Roan.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig hier zu betonen: Dass es explizit schwule Spaces gibt, ist nicht das Problem und soll hier auch nicht kritisiert werden. Das Problem liegt vielmehr darin, als Namen das Werk einer lesbischen K\u00fcnstlerin zu verwenden, was von vielen als tone deaf empfunden wurde. Es handelt sich um ein altbekanntes Muster: M\u00e4nner appropriieren Kunst von Frauen* und nutzen sie f\u00fcr eigene Zwecke, ohne zu reflektieren, ob dieses Werk ihnen \u00fcberhaupt zusteht oder f\u00fcr sie gedacht ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die queere Community existiert innerhalb einer patriarchalen Gesellschaft, in der M\u00e4nner von strukturellen Privilegien profitieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Queere Bewegungen kritisieren hegemoniale M\u00e4nnlichkeit und patriarchale Geschlechterrollen. Die Community wird zunehmend pluralistischer, und es findet ein aktives Losl\u00f6sen von bin\u00e4ren Kategorien statt. Damit werden auch schwule M\u00e4nner st\u00e4rker in die Verantwortung genommen. Queerfeminismus darf sich nicht davor scheuen, Fehlverhalten auch in den eigenen Reihen klar zu benennen und zu verurteilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu geh\u00f6rt die Anerkennung, dass FLINTA*-Personen deutlich mehr gesellschaftliche Ungleichheit und Diskriminierung erfahren als cis M\u00e4nner \u2013 auch dann, wenn diese selbst queer sind. Was die Community braucht, sind schwule M\u00e4nner, die aktiv gegen Diskriminierung in ihrem Umfeld vorgehen, sexistisches, misogynes, queerfeindliches und rassistisches Verhalten klar verurteilen und sich ihrer Privilegien als cis M\u00e4nner bewusst sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Alerta, Alerta, Queerfeminista!<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Louise Breidenstein<br>QYVIE \u2013 Queer Youth Vienna<br>HOSI Wien<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die queere Community ver\u00e4ndert sich \u2013 und das ist auch gut so. 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