{"id":9805,"date":"2025-12-05T00:18:00","date_gmt":"2025-12-04T23:18:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9805"},"modified":"2025-12-04T21:22:16","modified_gmt":"2025-12-04T20:22:16","slug":"psychische-gesundheit-in-der-queeren-community","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9805","title":{"rendered":"Psychische Gesundheit in der queeren Community"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Inhaltswarnung:<br>Jeweils als Zwischen\u00fcberschrift<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Es ist kaum zu glauben, dass die Diagnose \u201eHomosexualit\u00e4t\u201c erst 1990 aus dem Diagnosemanual f\u00fcr psychische St\u00f6rungen gestrichen wurde, welches in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden von der WHO (World Health Organisation) herausgegeben wird. Derzeit befinden wir uns im \u00dcbergang vom ICD-10 (International Classification of Disease, 10. Ausgabe) zu ICD-11. Erst mit dem ICD-11 ging die WHO den schon lange \u00fcberf\u00e4lligen Schritt auch die Diagnose \u201eTransidentit\u00e4t\u201c aus dem Unterkapitel \u201eSt\u00f6rungen der Geschlechtsidentit\u00e4t\u201c zu streichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn queer sein per se mit dem endg\u00fcltigen \u00dcbergang zum ICD-11 keine psychische St\u00f6rung mehr sein wird, haben queere Personen dennoch ein erh\u00f6htes Risiko, an verschiedenen psychischen St\u00f6rungen zu erkranken. Doch warum ist das so, auf welche psychischen St\u00f6rungen trifft dies konkret zu und welche Anlaufstellen gibt es?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum erkranken queere Personen h\u00e4ufiger?<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei der Entstehung von psychischen St\u00f6rungen geht man vom biopsychosozialen Modell aus. Das bedeutet, dass biologische Ursachen (Gene, Hormone, Stoffwechsel), psychische Ursachen (kognitive Denkmuster, Einstellungen, emotionale Stabilit\u00e4t) und soziale Ursachen (soziale Unterst\u00fctzung, Arbeitsbedingungen, kulturelle Aspekte) gemeinsam dar\u00fcber entscheiden, wie wahrscheinlich eine Person eine psychische St\u00f6rung entwickelt. Bei queeren Personen scheint vor allem die soziale Komponente relevant zu sein, da wir nach wie vor in einer cis-heteronormativen Welt leben und queere Personen somit einer Minderheit angeh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Diskriminierungserfahrungen, Vorurteile, Stigmata, Hassverbrechen, das Verstecken der eigenen Identit\u00e4t oder ein negatives Selbstbild f\u00fchren zu einem erh\u00f6hten Stresslevel, wie das Minority Stress Model beschreibt. In diesem wird davon ausgegangen, dass Personen, die Minderheiten angeh\u00f6ren, spezifischem chronischen Stress ausgesetzt sind, eben weil sie dieser Minderheit angeh\u00f6ren. Diese spezifischen Stressoren kommen zum Alltagsstress, dem alle Personen manchmal ausgesetzt sind, hinzu. Da Stress wiederum ein Risikofaktor f\u00fcr psychische St\u00f6rungen ist, kann das Modell die erh\u00f6hte Auftretenswahrscheinlichkeit psychischer St\u00f6rungen teilweise erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ein negatives Selbstbild ist ein Risikofaktor f\u00fcr viele psychische St\u00f6rungen und kann aus internalisierter Queerfeindlichkeit resultieren. Das bedeutet, dass eine queere Person die negativen Ansichten der Allgemeinbev\u00f6lkerung \u00fcber die eigene sexuelle oder Geschlechtsidentit\u00e4t \u00fcbernimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch potenzielle Bindungsabbr\u00fcche im nahen Umfeld, soziale Isolation durch ein Coming-out, soziale Unsichtbarkeit von manchen queeren Identit\u00e4ten (z.B. Bisexualit\u00e4t, Non-Binary, Ace-Spektrum), Schwierigkeiten in der Identit\u00e4tsfindung, ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Mobbing und ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr sexuelle sowie physische \u00dcbergriffe k\u00f6nnen zur Entstehung psychischer St\u00f6rungen beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein erh\u00f6htes Risiko aufgrund der queeren Identit\u00e4t bedeutet f\u00fcr den Einzelnen jedoch noch nichts. Jedoch soll dieser Artikel einen Ansto\u00df geben, bei sich selbst und den eigenen Freund:innen mal n\u00e4her hinzugucken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Um welche psychischen St\u00f6rungen geht es konkret?<\/h3>\n\n\n\n<p>Es gibt \u00f6sterreichweit allgemeine und spezialisierte Anlaufstellen bei Schwierigkeiten. Bei akuter Symptomatik kann man sich in Allgemein Psychiatrischen Abteilungen in Krankenh\u00e4usern vorstellen. Auch die PSD (Psychosoziale Dienste) sind eine gute Anlaufstelle mit breitem Angebot, u.a. sozialpsychiatrische Ambulatorien und spezialisierte Tageszentren. Bei akuten Krisen kann das Kriseninterventionszentrum empfohlen werden. Die Beratungsstelle Courage (Windm\u00fchlgasse 15,1060 Wien) ist eine allgemeine queere Beratungsstelle.<\/p>\n\n\n\n<p>Ambulante psychologische Therapie ist leider gro\u00dfteils noch eine Privatleistung. Es gibt jedoch die M\u00f6glichkeit, \u00fcber die Krankenkasse einen Teil der Kosten r\u00fcckerstattet zu bekommen. Bei Psychotherapie gibt es hingegen Kassenpl\u00e4tze. Auf der Homepage der WGPV (Wiener Gesellschaft f\u00fcr Psychotherapeutische Versorgung) gibt es links oben einen Button namens \u201eSuchen Sie einen Psychotherapeuten?\u201c, wo man mithilfe verschiedener Kriterien nach freien Kassenstellen suchen kann. Zum besseren Finden einer ambulanten Therapie ohne vollst\u00e4ndige Kosten\u00fcbernahme kann man \u00fcber Psychnet (klinische Psychologie) oder Psyonline (Psychotherapie) nach freien Pl\u00e4tzen suchen. Dies ist in der Regel mit deutlich k\u00fcrzeren Wartezeiten verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Praxis kommt es h\u00e4ufig vor, dass mehrere psychische St\u00f6rungen gleichzeitig vorhanden sind, die sich gegenseitig beeinflussen. So kann eine Person mit Depression zus\u00e4tzlich eine Sucht (=maladaptive Bew\u00e4ltigungs\u00adstrategie der Depression) entwickeln oder eine Person mit Angstst\u00f6rung kann aufgrund eines Vermeidungsverhalten zus\u00e4tzlich eine Depression entwickeln. Die h\u00e4ufigsten psychischen St\u00f6rungen werden nun kurz vorgestellt und dazu passende Anlaufstellen genannt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Angstst\u00f6rungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Studien haben ergeben, dass queere Personen ein dreifach erh\u00f6htes Risiko haben, eine Angstst\u00f6rung zu entwickeln. H\u00e4ufige Angstst\u00f6rungen sind die generalisierte Angstst\u00f6rung, die Panikst\u00f6rung und die soziale Angstst\u00f6rung.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Panikst\u00f6rung kommt es immer wieder und ohne konkreten Ausl\u00f6ser zu Panikattacken mit Symptomen wie Herzrasen, Brustschmerz, Erstickungsgef\u00fchlen, Schwindel, Kontrollverlust oder der Furcht zu sterben. Bei der generalisierten Angstst\u00f6rung kommt es zu einer schw\u00e4cheren, jedoch anhaltenden Angst, die nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschr\u00e4nkt ist, sondern viele verschiedene Bereiche betrifft. Man k\u00f6nnte sie als eine intensive Sorge um viele verschiedene Themen beschreiben. Die Soziale Angstst\u00f6rung\/Sozialphobie bezeichnet eine Furcht vor pr\u00fcfender Bewertung durch andere Menschen, die zur Vermeidung sozialer Situationen f\u00fchrt. Typische Symptome sind Err\u00f6ten, H\u00e4ndezittern, \u00dcbelkeit oder Drang zum Wasserlassen in manchen sozialen Situationen, typische Situationen sind beispielsweise das Halten einer Pr\u00e4sentation oder Bewerbungsgespr\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer ambulanten psychologischen Therapie wird die Angst Schritt f\u00fcr Schritt bearbeitet. Ein Beispiel f\u00fcr eine spezialisierte Einrichtung ist Phobius, welche mehrere Anlaufstellen in \u00d6sterreich hat.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Traumafolgest\u00f6rungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Queere Personen sind aufgrund von Diskriminierungserfahrungen zwei- bis viermal gef\u00e4hrdeter, eine traumatische Erfahrung zu erleben. Unter Trauma wird eine seelische Verletzung verstanden, die die Unversehrtheit eines Menschen bedroht, in extreme Angst versetzt und die vorhandenen Bew\u00e4ltigungsstrategien \u00fcbersteigt. Beispiele f\u00fcr m\u00f6gliche traumatische Erfahrungen sind sexuelle bzw. physische Missbrauchserfahrungen, Mobbing, Vernachl\u00e4ssigung, Krieg sowie Naturkatastrophen und Unf\u00e4lle.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine potenziell traumatische Erfahrung bedeutet jedoch noch nicht, dass man eine Traumafolgest\u00f6rung entwickelt; in den allermeisten F\u00e4llen k\u00f6nnen diese gut verarbeitet werden. Eine kurzzeitige akute Belastungsreaktion nach einem potenziell traumatischen Ereignis mit Symptomen wie Angst, Unruhe, Desorientierung, Herzrasen oder Schwitzen wird als normale Reaktion eingestuft.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn diese Symptome nicht nach einiger Zeit (=einige Tage bis wenige Wochen) wieder abklingen, kann sich in den folgenden Wochen und Monaten eine PTBS (posttraumatische Belastungsst\u00f6rung) entwickeln. Diese ist gekennzeichnet durch Flashbacks (intensives Wiedererleben) der traumatischen Situation, \u00dcbererregung sowie Vermeidungsverhalten von belastenden Situationen und sollte in einer psychologischen Therapie behandelt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, dass potenziell traumatische Ereignisse schnell und effektiv bearbeitet werden, um so der Entstehung einer PTBS pr\u00e4ventiv entgegenzuwirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Suche nach einer psychologischen Therapie ist es wichtig, darauf zu achten, dass der\/die klinische Psycholog:in einen Trauma-Schwerpunkt hat. Eine Traumatherapie kann entweder ambulant oder station\u00e4r erfolgen. Beispiele f\u00fcr station\u00e4re Therapieeinrichtungen sind das Therapiezentrum Ybbs oder die Klinik Eggenburg.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sucht<\/h3>\n\n\n\n<p>Queer-spezifische Diskriminierungserfahrungen k\u00f6nnen auch die Entwicklung einer Sucht beg\u00fcnstigen, wenn angemessene Bew\u00e4ltigungsstrategien fehlen oder nicht ausreichen. S\u00fcchte entstehen oft aus dem Wunsch heraus, belastende Situationen\/Ereignisse ertr\u00e4glicher zu machen. Auf die kurzfristige Erleichterung folgen jedoch schwere Langzeitfolgen. Hinweise f\u00fcr eine Sucht sind ein starker Konsumdrang, Kontrollverlust, Toleranzentwicklung (stetige Steigerung der Dosis, um denselben Effekt zu haben), k\u00f6rperliche Entzugssymptome, Vernachl\u00e4ssigung anderer Interessen zugunsten des Konsums sowie anhaltender Konsum trotz negativer Folgesch\u00e4den (k\u00f6rperlich, psychisch, sozial). W\u00e4hrend die meisten Menschen beim Thema Sucht an illegale Substanzen wie Heroin, Kokain, LSD oder Cannabis denken, wird vor allem die Gefahr von starkem Alkoholkonsum f\u00fcr die Gesundheit oft untersch\u00e4tzt. Auch stoffungebundene S\u00fcchte wie Spielsucht, Kaufsucht oder Sexsucht werden oft \u00fcbersehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Sorge, dass man eine Sucht entwickelt haben k\u00f6nnte, k\u00f6nnen Suchtberatungsstellen wie die Suchthilfe Wien, der Verein Dialog oder der Verein P.A.S.S. wertvolle unverbindliche Tipps geben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Essst\u00f6rungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Anhaltender Stress, das Gef\u00fchl von Kontrollverlust, ein negatives Selbstbild, eine K\u00f6rperschemast\u00f6rung (=stark verzerrte Sicht auf den eigenen K\u00f6rper) sowie Identit\u00e4tskonflikte sind Risikofaktoren f\u00fcr eine Essst\u00f6rung. Innerhalb der queeren Community sind besonders h\u00e4ufig M\u00e4nner, die Sex mit M\u00e4nnern haben, (MSM) und trans+ Personen betroffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei MSM liegt dies vor allem an den stark propagierten K\u00f6rperidealen (junger, schlanker, muskul\u00f6ser K\u00f6rper) innerhalb der schwulen Community, die ein gest\u00f6rtes Essverhalten hervorrufen k\u00f6nnen. Bei trans+ ist die Geschlechtsdysphorie ein Risikofaktor, die eine Diskrepanz zwischen dem \u00e4u\u00dferen Erscheinungsbild und der Geschlechtsidentit\u00e4t beschreibt. Aufgrund dieser Geschlechtsdysphorie wird teils versucht, mittels kontrolliertem Essen den eigenen K\u00f6rper zu ver\u00e4ndern oder es werden Bed\u00fcrfnisse unterdr\u00fcckt, um sich vom eigenen K\u00f6rper zu distanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die am h\u00e4ufigsten vorkommenden Essst\u00f6rungen sind die Anorexie, die Bulimie sowie die Binge Eating Disorder. Die Anorexie ist durch einen absichtlichen und selbst herbeigef\u00fchrten Gewichtsverlust sowie einer starken Furcht vor Gewichtszunahme charakterisiert. Personen mit Bulimie oder Binge Eating Disorder haben wiederkehrende Essattacken, oft bei starker Emotionalit\u00e4t, und berichten von Kontrollverlust in Bezug auf die Nahrungsaufnahme. Bei Bulimie kommen anschlie\u00dfende Gegenma\u00dfnahmen wie Erbrechen oder das Einnehmen von Medikamenten mit abf\u00fchrender Wirkung hinzu, bei der Binge Eating Disorder bleiben diese aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Verdacht, eine Essst\u00f6rung entwickelt zu haben, k\u00f6nnen spezialisierte Einrichtungen wie \u201esowhat \u2013 Kompetenzzentrum f\u00fcr Essst\u00f6rungen\u201c oder \u201eintakt \u2013 Therapiezentrum f\u00fcr Menschen mit Essst\u00f6rungen\u201c informieren und unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Suizidalit\u00e4t<\/h3>\n\n\n\n<p>Suizidalit\u00e4t ist keine psychiatrische Diagnose an sich, sondern kann eine Begleitsymptomatik vieler psychischer St\u00f6rungen sein. Suizidgedanken in Krisensituationen oder bei l\u00e4nger andauernder psychischer Belastung sind keine Seltenheit. Queere Personen f\u00fchlen sich doppelt so h\u00e4ufig suizidal und begehen viermal h\u00e4ufiger Suizidversuche als cis-heterosexuelle Personen. Oft sind Suizidgedanken jedoch kein wirklicher Wunsch zu sterben, sondern dr\u00fccken einen starken Wunsch nach Ver\u00e4nderung aus. Mit diesen belastenden Gedanken sollte man keinesfalls alleine bleiben! Mit einer anderen Person dar\u00fcber zu sprechen hilft und kann deutlich entlasten. Das k\u00f6nnen entweder Vertrauenspersonen wie Freund:innen, Familienmitglieder, Arbeitskolleg:innen und auch Fachpersonal wie klinische Psycholog:innen oder Krisentelefone sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man den Verdacht hat, dass eine nahestehende Person Suizidgedanken haben k\u00f6nnte, ist verst\u00e4ndlicherweise eine gewisse Scheu da, dies offen anzusprechen. Oftmals haben Angeh\u00f6rige Angst, die betroffene Person erst auf solche Gedanken zu bringen. Allerdings ist es sehr wichtig, diese Sorge offen anzusprechen. Wenn keine Suizidalit\u00e4t da ist, ist man selbst beruhigt. Falls sich das Verdacht jedoch best\u00e4tigt, wird sich die betroffene Person durch das Gespr\u00e4ch deutlich entlastet f\u00fchlen und es k\u00f6nnen gemeinsam n\u00e4chste Schritte besprochen werden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>Notrufnummern bei Suizidgedanken<\/strong><br>Telefonseelsorge (142): t\u00e4glich 0-24h, gilt als Notruf, gratis, Telefon-, Mail- und Chatberatung, anonym<br>\u00d63-Kummernummer (116123): gratis, anonym, t\u00e4glich von 16-24h.<br>Bei sich aufdr\u00e4ngenden, als unkontrollierbar erlebten Suizidgedanken sollte die Rettung (144) alarmiert werden.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Depressionen<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Vollst\u00e4ndigkeit halber werden an dieser Stelle auch depressive St\u00f6rungen erw\u00e4hnt. Da es in dieser Ausgabe noch einen eigenen Artikel dazu gibt, wird darauf nicht weiter eingegangen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Queerspezifische Schutzfaktoren<\/h3>\n\n\n\n<p>Oft kann es helfen, bei Unsicherheit, ob vielleicht eine psychische St\u00f6rung vorliegen k\u00f6nnte, mal mit einer Fachperson zu sprechen. Bei der Suche nach einer geeigneten Therapie ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass der\/die klinische Psycholog:in queersensibel ist und gen\u00fcgend Informationen \u00fcber queere Lebensrealit\u00e4ten hat. Manche klinischen Psycholog:innen haben dies auf ihrer Homepage vermerkt, jedoch gibt es leider keine Liste f\u00fcr queer-sensible klinische Psycholog:innen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn jetzt ganz viel \u00fcber queerspezifische Risikofaktoren f\u00fcr psychische St\u00f6rungen geschrieben wurde, ist es sehr wichtig zu erg\u00e4nzen, dass es auch queerspezifische Schutzfaktoren gibt, die queere Personen davor bewahren k\u00f6nnen, psychische St\u00f6rungen zu entwickeln. Zum einen kann die Zugeh\u00f6rigkeit zur queeren Community f\u00fcr gute und stabile soziale Bindungen sorgen. \u201eQueer Spaces\u201c wie das Gugg in Wien sind ein guter Anlaufpunkt, um in einem sicheren Umfeld man selbst sein zu k\u00f6nnen. Hier kann man nicht nur Gleichgesinnte finden, sondern Hilfe bei der Selbstfindung erhalten. Vor allem in Wien gibt es ein breites Angebot an Veranstaltungen, um Anschluss zu finden und Leute aus der eigenen Community kennen zu lernen. Au\u00dferdem berichten viele queere Personen nach einer oft langen Suche nach der eigenen Zugeh\u00f6rigkeit von einer h\u00f6heren Selbstakzeptanz, einem stabileren Selbstbild und einem besseren Selbstwert.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem ist es wichtig, Resilienz aufzubauen, da so die negativen Effekte des Minderheitenstresses ausgeglichen werden k\u00f6nnen. Resilienz ist die psychische Widerstandsf\u00e4higkeit, also die F\u00e4higkeit, schwierige Situationen zu bew\u00e4ltigen, ohne eine psychische St\u00f6rung zu entwickeln. Resiliente Personen k\u00f6nnen sich leichter von R\u00fcckschl\u00e4gen erholen und sich an ver\u00e4nderte Umst\u00e4nde besser anpassen. Um resilienter zu werden, kann man sich zum Beispiel in Dankbarkeit \u00fcben, soziale Bindungen aufbauen, f\u00fcr sich passende Entspannungsmethoden finden und die eigenen Kommunikationsf\u00e4higkeiten verbessern. Die gute Nachricht dabei ist, dass Resilienz ver\u00e4nderbar und somit auch erlernbar ist. Ein Resilienztraining kann somit ein Ziel einer psychologischen Therapie sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn sich jemand in den Beschreibungen der h\u00e4ufigsten psychischen St\u00f6rungen innerhalb der queeren Community wiedergefunden hat, hat dieser Artikel hoffentlich einige Informationen gegeben, wohin man sich mit welchen Schwierigkeiten wenden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhaltswarnung:Jeweils als Zwischen\u00fcberschrift Es ist kaum zu glauben, dass die Diagnose \u201eHomosexualit\u00e4t\u201c erst 1990 aus dem Diagnosemanual f\u00fcr psychische St\u00f6rungen gestrichen wurde, welches in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden von der WHO (World Health Organisation) herausgegeben wird. Derzeit befinden wir uns im \u00dcbergang vom ICD-10 (International Classification of Disease, 10. Ausgabe) zu ICD-11. 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