{"id":9797,"date":"2025-12-05T00:16:00","date_gmt":"2025-12-04T23:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9797"},"modified":"2025-12-03T23:14:02","modified_gmt":"2025-12-03T22:14:02","slug":"stis-im-ueberblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9797","title":{"rendered":"STIs im \u00dcberblick"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Unterschiedlichste Mikroorganismen, wie Bakterien und Viren, geh\u00f6ren zum menschlichen K\u00f6rper dazu. Bei K\u00f6rperkontakt und dementsprechend auch beim Sex kommt man automatisch mit ihnen in Kontakt, das ist grunds\u00e4tzlich OK. \u201eKeimfreies Leben\u201c oder \u201esterile Sexualit\u00e4t\u201c gibt es nicht. Im Regelfall ist dieser Kontakt vollkommen harmlos. Einige wenige sexuell \u00fcbertragbare Infektionen (STIs) k\u00f6nnen jedoch zu ernsten Gesundheitsproblemen f\u00fchren. Daher braucht das Thema ausreichend Raum. Die Lambda kommt dem mit dieser Schwerpunktausgabe zum Thema Gesundheit nach.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">STIs sind h\u00e4ufig<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Laufe des Lebens sind sicherlich alle sexuell aktiven Menschen mit der einen oder anderen STI konfrontiert. Nach der Weltgesundheitsorganisation WHO kommt es weltweit zu \u00fcber 1 Million STIs bei Menschen zwischen 15 und 49 Jahren \u2013 pro Tag! Allein Chlamydien, Syphilis, Tripper und Trichomonaden machen an die 380 Millionen Infektionen pro Jahr aus. Insgesamt gibt es etwa 30 Erreger, die zu den STIs gez\u00e4hlt werden. 10 davon kann man auch in \u00d6sterreich als die \u201e\u00fcblichen Verd\u00e4chtigen\u201c ansehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Steigende STI-Zahlen in Europa<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Laufe des Jahres ver\u00f6ffentlichte das ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) neue Statistiken zu STIs in Europa, die einen anhaltenden Anstieg aufzeigen. Das ECDC zieht daraus das nachvollziehbare Fazit, dass es mehr Aufmerksamkeit gegen\u00fcber Pr\u00e4vention, Testung und Therapie von STIs braucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Daten unterstreichen dies sehr klar: Die Tripper-F\u00e4lle sind seit 2014 um 321 % und die Syphilis-F\u00e4lle um 100&nbsp;% gestiegen. In konkreten Zahlen gibt die ECDC folgende Einsch\u00e4tzung an: Knapp 100.000 Tripper-F\u00e4lle wurden 2023 gemeldet. Bei Frauen lagen die meisten F\u00e4lle in der Altersgruppe 20-24 Jahre (72 F\u00e4lle pro 100.000 Personen) und bei M\u00e4nnern in der Altersgruppe 25-34 Jahre (131 F\u00e4lle pro 100.000 Personen). Bei Syphilis waren es ca. 41.000 F\u00e4lle f\u00fcr 2023. Es gab 7x mehr F\u00e4lle bei M\u00e4nnern als bei Frauen. Die meisten Syphilis-Meldungen bei M\u00e4nnern lagen in der Altersgruppe 25-34 Jahre (43 F\u00e4lle pro 100.000 Personen). Bei beiden STIs wurde die Mehrheit (mit 58 % bzw. 72 %) aus der Gruppe der MSM (M\u00e4nner, die Sex mit M\u00e4nnern haben) berichtet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zahlen teils schwierig zu interpretieren<\/h3>\n\n\n\n<p>Ganz unreflektiert darf man diese Daten nicht stehen lassen. Denn die Angaben der einzelnen L\u00e4nder unterscheiden sich enorm. F\u00fcr den Tripper gibt es z.B. L\u00e4nder, die weniger als 1 Fall pro 100.000 angeben, und andere, die 122 F\u00e4lle angeben. Grund hierf\u00fcr sind z.B. unterschiedliche Meldesysteme, Handhabungen und Datens\u00e4tze, die in die Statistik eingehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zeitgleich ist zu bedenken, dass steigende STI-Zahlen auch durch ansteigende Test-Zahlen hervorgerufen werden. Dementsprechend k\u00f6nnte man eine erh\u00f6hte STI-Anzahl auch als positives Zeichen daf\u00fcr werten, dass immer mehr Menschen das Thema ernst nehmen und auf ihre sexuelle Gesundheit achten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Insgesamt ein klarer Auftrag<\/h3>\n\n\n\n<p>Wie weit im Endeffekt die konkreten Zahlen der Realit\u00e4t entsprechen und ob steigende Infektionszahlen oder steigende Testzahlen im Vordergrund stehen, ist nicht zu sagen. Was aber jedenfalls klar zu sagen ist: Sexuelle Gesundheit betrifft alle Menschen. Jeder Fokus auf STIs als ein Teil davon und wie man sich vor ihnen sch\u00fctzen kann oder und wann ein Test sinnvoll w\u00e4re, ist somit richtig.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schutz vor STIs<\/h3>\n\n\n\n<p>Beim Thema Pr\u00e4vention ist schon zun\u00e4chst anzuf\u00fchren, dass sexuelle Abstinenz und verl\u00e4sslich monogame Beziehungen mit gemeinsamem vorherigem Ausschluss von STIs den besten Schutz darstellen. Allerdings sind diese Konzepte f\u00fcr die meisten Menschen keine Lebensrealit\u00e4t. Andere Methoden spielen also die gr\u00f6\u00dfere Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt sehr gute Optionen, sich vor STIs zu sch\u00fctzen. Hierzu geh\u00f6ren vor allem Kondome und Femidome. Kontakt zu Blut und anderen infekti\u00f6sen K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten sowie zu offenen oder ver\u00e4nderten Hautstellen sollte vermeiden werden. Gegen Hepatitis A und B, HPV oder MPOX stehen Impfungen zur Verf\u00fcgung. Gegen Chlamydien und Syphilis (Tripper nur bedingt) k\u00f6nnen Medikamente direkt nach einem Kontakt die Infektion teils verhindern (DoxyPEP). In Bezug auf HIV gibt es zus\u00e4tzliche Optionen: Als PrEP sch\u00fctzen HIV-Medikamente vor und als PEP als eine sofort eingesetzte HIV-Therapie nach einem Risiko. Zus\u00e4tzlich gibt es, bekannt als U=U (Undetectable equals Untransmittable), die Gewissheit, dass HI-Viren beim Sex nicht \u00fcbertragen werden, sofern Sexualpartner*innen mit HIV dank effektiver Therapie eine Viruslast unter der Nachweisgrenze haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Basis f\u00fcr Schutzma\u00dfnahmen ist das Wissen \u00fcber den eigenen Infektionsstatus. Testung ist daher ein essenzieller Bestandteil der Pr\u00e4vention.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wann zum STI-Test<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei Unsicherheiten, ob eine STI-Testung sinnvoll w\u00e4re, helfen z.B. folgende Fragen. K\u00f6nnen eine oder mehrere mit \u201eJa\u201c beantworten werden, ist ein Test meist zu empfehlen. \u201eGab es wechselnde Sexpartner*innen und\/oder sexuelle Kontakte mit Menschen aus Bev\u00f6lkerungsgruppen, in denen statistisch manche STIs h\u00e4ufiger sind? Kam es zu penetrativem Verkehr ohne Kondom\/Femidom? Gab es Sex-Praktiken mit Blutkontakt oder Verletzungen? Spielte Substanzkonsum eine Rolle? Wurde in letzter Zeit eine STI diagnostiziert? Traten Symptome wie ver\u00e4nderte oder offene Hautstellen im Genital- oder Analbereich bzw. im Mundrachenraum auf? Ausfluss, Schmerzen, Brennen oder Juckreiz im Genital- oder Analbereich? Unklares Fieber, Hautausschl\u00e4ge oder Gelbf\u00e4rbung der Augen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit solchen Informationen kann man absch\u00e4tzen, ob und auf welche STIs getestet werden sollte. Da bei vielen Infektionen gar keine sp\u00fcr- bzw. sichtbaren Anzeichen auftreten, braucht es so eine umfassende Anamnese, die \u00fcber die reine Frage nach Symptome hinausgeht. Darum darf man sich nicht wundern, wenn auch Gesundheitsanbieter*innen \u00e4hnliche Fragen stellen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wegen gleicher \u00dcbertragungswege treten STIs logischerweise oft zusammen auf. Allerdings k\u00f6nnen nicht alle STIs auch gemeinsam getestet werden. Bis eine Infektion nachgewiesen werden kann, dauert es einige Zeit. Und dieses Zeitfenster unterscheidet sich je nach Erreger und Testverfahren. Manche STIs sind bereits nach Tagen nachweisbar, wie z.&nbsp;B. Chlamydien oder Tripper. Andere hingegen erst nach Wochen, wie z.&nbsp;B. Syphilis oder Hepatitis. Welche Tests zu welchem Zeitpunkt f\u00fcr wen sinnvoll sind, kann also nur individuell gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen<\/h3>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich spielen 3 bakterielle STIs (Tripper, Syphilis, Chlamydien) und 7 virale STIs (Hepatitis A,B,C, HIV, HPV, Herpes, Mpox) die Hauptrolle bei den STIs. Wie h\u00e4ufig es zu welchen Infektionen kommt, kann man (\u00e4hnlich wie auf europ\u00e4ischer Ebene) jedoch nicht konkret sagen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gonorrh\u00f6 \/ Tripper<\/h4>\n\n\n\n<p>Gonorrh\u00f6 wird durch die Bakterie Neisseria gonorrhoeae hervorgerufen. Im deutschen Sprachgebrauch hat sich mehr der Name Tripper etabliert. Tripper lehnt sich an das englische Wort \u201edripping\u201c (tr\u00f6pfeln) an und beschreibt eines der Hauptsymptome, n\u00e4mlich einen eitrigen Ausfluss. Oft verl\u00e4uft die Gonorrh\u00f6 ohne klare Symptome. Auch ein Rachentripper z.B. macht sich nicht immer durch Halsschmerzen bemerkbar. Gonorrh\u00f6 ist sehr ansteckend und wird durch Vaginal-, Anal- und Oralverkehr, durch Schleimhautkontakt, \u00fcber H\u00e4nde oder z.B. Sexspielzeug \u00fcbertragen. Ein hundertprozentiger Schutz ist also fast nicht m\u00f6glich. Kondome (auch f\u00fcr Spielzeug) senken das Infektionsrisiko aber erheblich. Unbehandelt kann ein Tripper unter anderem zu Entz\u00fcndungen von Prostata oder Geb\u00e4rmutterhals und in weiterer Folge z.B. zu Unfruchtbarkeit f\u00fchren. Grunds\u00e4tzlich ist ein Tripper mit Antibiotika heilbar. Durch den breiten Einsatz von Antibiotika gibt es aber bereits einige Resistenzen, die Therapie-Leitlinien werden daher immer wieder \u00fcberpr\u00fcft und aktualisiert.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Lues \/ Syphilis<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Lues (meist Syphilis genannt) wird von der Bakterie Treponema pallidum verursacht. \u00dcbertragen werden die Bakterien durch Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr, aber auch \u00fcber Kontakt mit infekti\u00f6sen Sekreten oder kleinen n\u00e4ssenden Hautver\u00e4nderungen, welche durch die Infektion entstehen. Eine Syphilis ist daher sehr leicht \u00fcbertragbar, man kann das Infektionsrisiko aber sehr gut reduzieren. Unbehandelt verl\u00e4uft die Erkrankung in mehreren Stadien. In der Prim\u00e4rphase kommt es unter anderem zu schmerzlosen kleinen Geschw\u00fcren, die wieder abklingen. In der Sekund\u00e4rphase sind Hautausschl\u00e4ge z.B. auf Handfl\u00e4chen oder Fu\u00dfsohlen ein m\u00f6gliches Symptom. In der Sp\u00e4tphase (nach Jahren) werden Organe und Nervensystem befallen und irreversiblen Sch\u00e4den entstehen. Die fr\u00fche Diagnose und Therapie sind daher enorm wichtig.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Chlamydien \/ LGV<\/h4>\n\n\n\n<p>Chlamydia trachomatis sind Bakterien, die ebenfalls \u00fcber Oral-, Vaginal- oder Analverkehr bzw. generell \u00fcber Schleimhautkontakt \u00fcbertragen werden. Typische Symptome sind Ausfluss, Brennen beim Urinieren oder Juckreiz. In den meisten F\u00e4llen verl\u00e4uft eine Infektion ohne Symptome. Bleiben Chlamydien unbemerkt und unbehandelt, k\u00f6nnen sie langfristig z.B. zu Unfruchtbarkeit f\u00fchren. Eine schwerere Verlaufsform, die in den letzten Jahren h\u00e4ufiger (vor allem bei MSM) auftritt, ist das sogenannte Lymphogranuloma venereum (LGV). Dies wird nur durch bestimmte Chlamydien-Typen hervorgerufen und f\u00fchrt zu teils schmerzhaften Entz\u00fcndungen des Rektums oder der Vaginalschleimhaut. Chlamydien sind mit Antibiotika sehr gut ausheilbar. Sollte es sich um LGV handeln bzw. Verdacht auf LGV bestehen, wird die Antibiotikaeinnahme meist verl\u00e4ngert.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Hepatitis A \/ B \/ C<\/h4>\n\n\n\n<p>Hepatitis ist allgemein eine Leberentz\u00fcndung und kann verschiedene Ursachen haben, am h\u00e4ufigsten sind es Infektionen mit Hepatitis-Viren. Die Symptome einer akuten Hepatitis k\u00f6nnen z.B. M\u00fcdigkeit, Hautausschlag oder auch Gelbsucht (Ikterus) sein. Ganz h\u00e4ufig sind keine Symptome sp\u00fcrbar. Zum Teil kann der K\u00f6rper Infektionen mit Hepatitis-Viren selber ausheilen. Geschieht dies nicht innerhalb weniger Wochen nach der Infektion, spricht man von einer chronischen Hepatitis. Bleibt diese dann unbehandelt, kann sie \u00fcber viele Jahre hinweg zu Lebersch\u00e4den und Leberkrebs f\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<p>Hepatitis A Viren werden mit dem Kot ausgeschieden und als Schmierinfektion oder \u00fcber kontaminierte Lebensmittel \u00fcbertragen. Eine Hepatitis A geh\u00f6rt also eigentlich nicht zu den klassischen STIs. Allerdings kann es beim Oral-F\u00e4kal-Kontakt durchaus zu \u00dcbertragung im sexuellen Kontext kommen, etwa beim Rimming, Fingerspielen oder abwechselndem Anal- und Oralverkehr. Eine Hepatitis A verl\u00e4uft fast immer symptomatisch, heilt daf\u00fcr selbst\u00e4ndig wieder aus und im Regelfall gibt es keine nachhaltigen Komplikationen. Eine bereits durchlebte Hepatitis A f\u00fchrt zu einer lebenslangen Immunit\u00e4t, eine Reinfektion ist somit nicht m\u00f6glich. Der beste Schutz vor einer Hepatitis A ist die Impfung.<\/p>\n\n\n\n<p>Hepatitis B Viren werden \u00fcber Sex und Blutkontakt \u00fcbertragen. Die Viren sind sehr infekti\u00f6s, wodurch bereits kleinste, nicht sichtbare Blutmengen zur Infektion reichen. In einem Gro\u00dfteil der F\u00e4lle treten bei einer akuten Hepatitis B keine Symptome auf und sie bleibt unbemerkt. Eine chronische Hepatitis B kann zwar nicht geheilt, aber mit Medikamenten gut behandelt werden. Zum Schutz geh\u00f6rt z.B. Gegenst\u00e4nde, die Blutkontakt haben k\u00f6nnten (wie Rasierer oder Zahnb\u00fcrsten), nicht gemeinsam zu verwenden. Der wirksamste und einfachste Schutz vor einer Hepatitis B ist die Impfung.<\/p>\n\n\n\n<p>Hepatitis C Viren werden ausschlie\u00dflich \u00fcber Blut \u00fcbertragen, wodurch die meisten Infektionen \u00fcber geteilte Utensilien beim Drogengebrauch erfolgen. Dies gilt nicht nur f\u00fcr intraven\u00f6sen Konsum, sondern auch f\u00fcr Sniff-R\u00f6hrchen. Auch gibt es \u00dcbertragungen beim Sex, sofern es zu Blutkontakt kommt. Der K\u00f6rper kann ca. 30 % der F\u00e4lle ausheilen, die Mehrheit der Infektionen geht in die chronische Phase \u00fcber. Dank der modernen Medikamente kann eine Hepatitis C heutzutage fast immer in wenigen Wochen geheilt werden. Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis C gibt es nicht und Reinfektionen sind jederzeit m\u00f6glich. Aktive Schutzma\u00dfnahmen bleiben daher notwendig und beinhalten Safer Use- und Safer Sex-Regeln.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">HIV \/ Humanes Immundefizienz Virus<\/h4>\n\n\n\n<p>HIV ist ein Retrovirus, welches nur \u00fcber infekti\u00f6se K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten \u00fcbertragen wird, dazu geh\u00f6ren Blut, Sperma, Vaginalsekret und Muttermilch. Alle anderen K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten (z.B. Speichel, Urin, Schwei\u00df) eignen sich nicht f\u00fcr eine Infektion. Daher kann HIV bei s\u00e4mtlichen Alltagskontakten nicht \u00fcbertragen werden, sondern ausschlie\u00dflich bei ungesch\u00fctztem Geschlechtsverkehr, durch direkten Blutkontakt oder ggf. bei Geburt oder Stillen des Kindes. Unbehandelt schw\u00e4cht die Infektion \u00fcber die Zeit das Immunsystem und es kommt zum Ausbruch von AIDS. Heutzutage gibt es hocheffiziente Medikamente, um die Virusvermehrung zu stoppen. Liegt die Virusmenge unter der sogenannten Nachweisgrenze, werden nicht nur gesundheitliche Auswirkungen der Infektion verhindert. Die Virusmenge ist dann so niedrig, dass HIV auch beim Sex nicht \u00fcbertragen werden kann (U=U). Trotz phantastischer Erfolge im Bereich der Therapie gibt es nach wie vor weder eine Heilung noch eine Impfung.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">HPV \/ Humane Papillomviren<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Humanen Papillomviren (HPV) sind mit ihren \u00fcber 200 unterschiedlichen Virustypen eine der am h\u00e4ufigsten \u00fcbertragenen STIs. Man geht davon aus, dass fast jeder sexuell aktive Mensch im Laufe des Lebens Kontakt zu HPV hat. Kondome sch\u00fctzen zwar, jedoch wegen der leichten \u00dcbertragbarkeit nur bedingt. Die meisten Infektionen verlaufen symptomfrei und f\u00fchren zu keinen Komplikationen, es handelt sich um sogenannte \u201elow-risk\u201c-Virustypen. Einige Virustypen f\u00fchren zur Entstehung von kleinen Warzen (Feigwarzen, Kondylome) im Anogenitalbereich. Und bei den \u201ehigh-risk\u201c Virustypen kann sich ein Anal- oder Geb\u00e4rmutterhalskrebs entwickeln. Eine sehr wirksame Impfung gegen mehrere der \u201ehigh-risk\u201c-Typen ist seit mehreren Jahren erh\u00e4ltlich. Sie ist logischerweise in der Zeit vor den ersten Sexualkontakten besonders sinnvoll und daher in Impfpl\u00e4nen meist f\u00fcr Kinder im Alter von ca. 10 Jahren enthalten. Eine sp\u00e4tere Impfung als Erwachsener kann sich trotzdem lohnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">HSV \/ Herpes Simplex Virus<\/h4>\n\n\n\n<p>Herpes Simplex Viren (HSV) sind weltweit verbreitet und die Mehrheit aller Menschen ist mit HSV-1 oder HSV-2 infiziert. Ganz typische Symptome einer Herpes-Infektion sind juckende und n\u00e4ssende Bl\u00e4schen, die sich an Lippen, Nase oder im Genitalbereich bilden. \u00dcbertragen werden die Viren vor allem \u00fcber die hochinfekti\u00f6se Bl\u00e4schenfl\u00fcssigkeit, d.h. schon einfacher K\u00f6rperkontakt kann ausreichen. Kondomen, Femidome und das Vermeiden von Kontakt zu den Bl\u00e4schen bieten zumindest einen gewissen Schutz. Eine Infektion ist nicht heilbar und die Herpesbl\u00e4schen k\u00f6nnen immer wieder auftreten. Zumindest gibt es aber antivirale Substanzen, mit denen man gut behandeln kann.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">MPOX<\/h4>\n\n\n\n<p>Mpox-Viren sind seit den 1970er-Jahren in West- und Zentralafrika bekannt. 2022 kam es zu einem weltweiten Ausbruch vor allem in bestimmten MSM-Communitys. Die \u00dcbertragung erfolgt \u00fcber sehr engen K\u00f6rperkontakt und daher auch beim Sex. Besonders typische Symptome sind Pusteln und Bl\u00e4schen, die in der Regel selbst\u00e4ndig ausheilen, mitunter aber \u00e4u\u00dferst schmerzhaft sind und Narben hinterlassen k\u00f6nnen. Schwere Verl\u00e4ufe k\u00f6nnen mit einem Absterben ganzer Hautareale einhergehen. Mpox sollten nicht verharmlost werden. Auch wenn der gro\u00dfe Ausbruch von 2022 vorbei ist, Mpox sind nach wie vor im Umlauf. Laut AGES wurden seit 2022 in \u00d6sterreich 382 F\u00e4lle gemeldet, darunter 28 F\u00e4lle im Jahr 2024 und 16 F\u00e4lle bis Sommer 2025. Die Schutz-Impfung ergibt daher nach wie vor Sinn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unterschiedlichste Mikroorganismen, wie Bakterien und Viren, geh\u00f6ren zum menschlichen K\u00f6rper dazu. Bei K\u00f6rperkontakt und dementsprechend auch beim Sex kommt man automatisch mit ihnen in Kontakt, das ist grunds\u00e4tzlich OK. \u201eKeimfreies Leben\u201c oder \u201esterile Sexualit\u00e4t\u201c gibt es nicht. Im Regelfall ist dieser Kontakt vollkommen harmlos. 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