{"id":9778,"date":"2025-12-05T00:10:00","date_gmt":"2025-12-04T23:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9778"},"modified":"2025-12-02T23:08:07","modified_gmt":"2025-12-02T22:08:07","slug":"transmasc-versus-gynaekologie-termin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9778","title":{"rendered":"Trans*masc versus Gyn\u00e4kologie-Termin"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Gyn\u00e4kologie stammt aus dem Griechischen und bedeutet \u00fcbersetzt Wissenschaft der Frau, welche sich mit weiblichen Geschlechtsorganen und den damit verbunden Krankheiten auseinandersetzt. Als Faustregel gilt: einmal pro Jahr zur Vorsorgeuntersuchung. Diese j\u00e4hrliche Kontrolle beinhaltet in der Regel ein kurzes Gespr\u00e4ch, eine Brustuntersuchung und einen Krebs-Abstrich. Abh\u00e4ngig von speziellen Umst\u00e4nden, wie zum Beispiel hoher sexueller Aktivit\u00e4t oder der Einnahme der Pille, kann auch eine halbj\u00e4hrliche Kontrolle notwendig sein.&nbsp; Allerdings haben, wie uns allen bewusst ist, nicht nur Frauen weibliche Geschlechtsorgane. Trans*mascs (Nichtbin\u00e4re Personen und Transm\u00e4nner) haben, vor allem auch wenn es um medizinische Behandlung geht, mit einigen H\u00fcrden und Vorurteilen zu k\u00e4mpfen. Allein die Terminvereinbarung kann zum Beispiel aufgrund eines traditionell maskulinen Namens zu Verwirrung beim Personal f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Vorname ist m\u00e4nnlich, machen Sie den Termin f\u00fcr jemanden anderen aus?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im Wartezimmer sind m\u00e4nnlich gelesene Personen oft unangenehmen Blicken oder Fragen ausgesetzt, besonders wenn \u00e4ltere Frauen irritiert sind oder sich in ihrem sicheren Bereich gest\u00f6rt f\u00fchlen. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEntschuldigung, ich glaube Sie sind hier falsch, sind Sie \u00fcberhaupt eine Frau?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im Behandlungszimmer kann es durch das \u00e4rztliche Personal zu Misgendering, Unverst\u00e4ndnis oder invasiven Fragen kommen. Au\u00dferdem kann die Untersuchung inklusive eines Eingriffs (beispielsweise Krebsabstrich) zu starken Dysphorie Gef\u00fchlen f\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gendersensible Praxis<\/h3>\n\n\n\n<p>Diese und \u00e4hnliche Herausforderungen halten trans*masc Personen oft davon ab, gyn\u00e4kologische Termine wahrzunehmen. Das damit einhergehende Gesundheitsrisiko und der Druck und Stress f\u00fcr Betroffene sind aber vermeidbar, wenn inklusive Sprache eingesetzt wird und das Personal diversit\u00e4tssensibel geschult ist. Einfache, leicht umsetzbare Ma\u00dfnahmen sind beispielsweise das ausschlie\u00dfliche Verwenden von Nachnamen beim Aufrufen, oder nach pr\u00e4ferierten Pronomen zu fragen und diese f\u00fcr zuk\u00fcnftige Referenz in der Patient*innen-Akte zu notieren. Neben sprachbezogenen Themen sind gegebenenfalls auch anatomische Besonderheiten und der Hormonstatus zu ber\u00fccksichtigen, da hormonelle und operative Ver\u00e4nderungen die Anatomie der Geschlechtsorgane beeinflussen. Diese Besonderheiten sind nicht nur im Hinblick auf Diagnostik und Interpretation wichtig, sondern stellen f\u00fcr die betroffenen Personen ein zentrales Thema dar. Der Verein Venib (Verein Nicht Bin\u00e4r) hat zu diesem Thema eine Brosch\u00fcre \u201aGendersensible Praxis\u2018 ver\u00f6ffentlicht, welche online auf der Website zum Download und Druck verf\u00fcgbar ist. Im Text wird vor allem auf Dos and Don\u2018ts f\u00fcr die Praxis mit TIN*-Personen eingegangen. Ein wichtiger Punkt, welcher ebenfalls angef\u00fchrt wird, ist auch der Umgang mit Fehlern. Irren ist menschlich und eine kurze Entschuldigung und Korrektur sind oft ausreichend. Betroffene Personen m\u00f6chten einfach in ihrer Identit\u00e4t respektiert werden, wie alle anderen Menschen auch.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Safe Space beim Gyn-Termin<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Verein Cha(i)nge (Trans Peer Group Vienna) hat sich ein mittlerweile bew\u00e4hrtes System einfallen lassen: Ein bestimmter Zeitslot wird reserviert, bei dem ausschlie\u00dflich trans*masc Personen gyn\u00e4kologische Termine wahrnehmen. Das Schutzgef\u00fchl in der Gemeinschaft hilft, \u00c4ngste und Sorgen gleich im Vorfeld zu reduzieren und motiviert, trotz aller Herausforderungen die notwendigen Untersuchungen wahrzunehmen. Dr. Silvia Fazeli-Khadra ist Kassen\u00e4rztin und hat ihre Praxis im 22. Bezirk. Der n\u00e4chste gemeinsame Termin von Cha(i)nge findet im M\u00e4rz 2026 statt \u2013 Interessierte k\u00f6nnen sich unter einem Link auf der Website anmelden. Der regelm\u00e4\u00dfige Gyn-Termin muss somit keine Qual sein, sondern kann durch geschultes Personal (und evtl. ein Gruppengef\u00fchl) eine positive Erfahrung bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gyn\u00e4kologie stammt aus dem Griechischen und bedeutet \u00fcbersetzt Wissenschaft der Frau, welche sich mit weiblichen Geschlechtsorganen und den damit verbunden Krankheiten auseinandersetzt. Als Faustregel gilt: einmal pro Jahr zur Vorsorgeuntersuchung. Diese j\u00e4hrliche Kontrolle beinhaltet in der Regel ein kurzes Gespr\u00e4ch, eine Brustuntersuchung und einen Krebs-Abstrich. 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