{"id":9705,"date":"2025-09-05T00:25:00","date_gmt":"2025-09-04T22:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9705"},"modified":"2025-09-04T22:05:08","modified_gmt":"2025-09-04T20:05:08","slug":"200","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9705","title":{"rendered":"200!!!"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das ist doch ein Grund zum Feiern!<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Unsere Vereinszeitschrift Lambda ist neben diesem beeindruckenden \u201eAusgabengeburtstag\u201d ganz nebenbei auch das \u00e4lteste durchg\u00e4ngig erscheinende LGBTIQ-Magazin im deutschsprachigen Raum. <\/p>\n\n\n\n<p>Es entwickelte sich parallel zur Geschichte der HOSI Wien. Das bedeutet, zu Beginn erst von und f\u00fcr schwule M\u00e4nner, dann kurz darauf mit lesbischen Frauen, heutzutage mit und f\u00fcr Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans Personen, inter* und queere Menschen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten beiden Ausgaben der Lambda, aus dem Juli 1979, hie\u00dfen streng genommen damals noch \u201eWarme Bl\u00e4tter\u201c. Man lie\u00df sich unter anderem von der \u201eCO-Info\u201c inspirieren. Sie war eine bereits im Juni 1976 erschienene Zeitschrift der damaligen losen Gruppe schwuler Interlektueller, welche unter dem Namen \u201eCO (Coming out\u201c) unregelm\u00e4\u00dfig zusammenkam. Diese Gruppe litt in \u00d6sterreich, wie sp\u00e4ter auch die ersten Aktivisten der HOSI Wien, unter dem Vereinsverbot, welches mit der Kleinen Strafrechtsreform 1971 die Gr\u00fcndung eines Vereins zur Vertretung der Anliegen gleichgeschlechtlich liebender Menschen illegalisierte. W\u00e4hrend der Name der Gruppe und ihrer Zeitschrift einen Einfluss durch die US-Amerikanische Homosexuellenbewegung (losgetreten durch die Stonewall-Riots) nahelegt, gaben sie wiederum an, von der deutschen Gruppe \u201eLinke Schwulenbewegung\u201c beeinflusst worden zu sein. Heutzutage wissen wir nat\u00fcrlich, dass die Stonewall-Riots nicht nur von schwulen wei\u00dfen cis M\u00e4nnern vorangetrieben wurden, sondern ebenso von Schwarzen, Lateinamerikanischen, transgeschlechtlichen und queeren Menschen aller Coleur. <\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber eine einseitige Repr\u00e4sentation der Anliegen Homosexueller regten sich Doris Hauberger und Helga Pankratz in einer Ausgabe 1981 der dann bereits zu \u201eLambda Nachrichten\u201c umbenannten HOSI-Zeitschrift auf. Sie hielten in einem Leserbrief an die LN fest: \u201eweil der von Euch abgedruckte Fragebogen doch f\u00fcr eine Studie die \u00fcber Homosexualit\u00e4t sein soll\u2026 Er ist aber nur f\u00fcr homosexuelle M\u00c4NNER konzipiert! GIBT ES UNS ETWA SCHON WIEDER NICHT???\u201c. Das alles wurde nat\u00fcrlich von der Redaktion per Schreibmaschine abgetippt und sich selbst gegen\u00fcber schonungslos ver\u00f6ffentlicht, bzw. durch die HOSI Wien selbst verbreitet. Eine Antwort der Redaktion durfte nicht fehlen: \u201eLiebe Helga und Doris! Die Studie h\u00e4tte Wolfgang eine \u00fcber m\u00e4nnliche Homosexualit\u00e4t nennen sollen. Aber das soll keine Diskriminierung der Lesben sein, aber die HOSI kann momentan an nicht so viele Lesben herankommen, als da\u00df die Studie dann repr\u00e4sentativ w\u00e4re\u201d. Das sollte sich kurz darauf \u00e4ndern, als die beiden zum Gespr\u00e4ch eingeladen wurden, um ihre Seite darzulegen. Besonders \u00fcber die leider bereits 2014 verstorbene Helga Pankratz h\u00f6rt man heute noch oft, wie sehr sie die HOSI Wien erst durch Leserbriefe an die \u201eLambda Nachrichten\u201c herausforderte und dabei den damaligen Verantwortlichen klarmachte \u201ean uns Lesben kommt ihr nicht vorbei, wir wollen eingebunden werden, aktiv mitgestalten!\u201d \u00dcber einen Aufruf in den LN, den sie wieder mit Doris zusammen verfasste, initiierten sie eine HOSI Wien Lesbengruppe. Sie besteht noch heute durch die LesBiFem-Gruppe und war wohl auch die erste transinklusive Gruppe queerer Frauen in Europa. Dazu darf nat\u00fcrlich nicht vergessen werden, dass bei der Gruppengr\u00fcndung der heutigen QYVIE, damals Jugendgruppe, zum Beispiel auch bisexuelle Vereinsmitglieder aktiv beteiligt waren. Wenn also Robert Eichhorn und Doris Hauberger 40 Jahre sp\u00e4ter dieser Jugendgruppe zum Jubil\u00e4um gratulieren k\u00f6nnen, dann ist das mitunter ein Verdienst der Lambda als schriftliches Beiwerk der HOSI Wien. Getan haben die beiden das 2023 auf dem 2022 er\u00f6ffneten Helga-Pankratz-Platz in Margareten. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Lambda berichtet also nicht nur von Ereignissen der LGBTIQ-Community, sie hat auch die Kraft, diese mitzugestalten. Sei es durch die Auseinandersetzung mit der eigenen Community und deren Ver\u00e4nderungen im Heft, sei es durch die Gastbeitr\u00e4ge vereinsfremder Schreibender, die ihre Anliegen lieber selbst vortragen m\u00f6chten, sei es durch die M\u00f6glichkeit, k\u00fcnstlerische Werke aus der Community verschiedener Art aufzuarbeiten, und, und, und\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Viele m\u00f6gen dieses historische Heft auch heute noch als Printausgabe in der Hand halten, w\u00e4hrend sie mit zitternden H\u00e4nden auf ihre Verabredung in einem queeren Lokal warten, einfach nur, weil sie dort ausliegt. F\u00fcr andere, wie mich, bedeutet die Lambda auch eine M\u00f6glichkeit, sich kreativ mit den Herausforderungen und Sternstunden unserer queeren Geschichte medial auseinandersetzen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir hoffen, dass Euch diese Jubil\u00e4umsausgabe an mancher Stelle vielleicht zu Tr\u00e4nen r\u00fchrt, zum Denken anregt, oder zumindest den Tag vers\u00fc\u00dft, mit einem L\u00e4cheln zur\u00fcckdenken l\u00e4sst. <\/p>\n\n\n\n<p>Einen herzlichen Dank an die Menschen, die unsere Lambda geboren und aufgezogen haben, einen Dank an alle, die sich noch heute um sie k\u00fcmmern. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf dass Nummer 200 erst der Anfang war!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist doch ein Grund zum Feiern! Unsere Vereinszeitschrift Lambda ist neben diesem beeindruckenden \u201eAusgabengeburtstag\u201d ganz nebenbei auch das \u00e4lteste durchg\u00e4ngig erscheinende LGBTIQ-Magazin im deutschsprachigen Raum. 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