{"id":9669,"date":"2025-09-05T00:17:00","date_gmt":"2025-09-04T22:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9669"},"modified":"2025-09-04T21:21:02","modified_gmt":"2025-09-04T19:21:02","slug":"jung-und-queer-am-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9669","title":{"rendered":"Jung und queer am Land?"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Du bist nicht alleine.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">In einer Gro\u00dfstadt wie Wien sieht man h\u00e4ufig gelebte Queerness und alternative Lebensweisen. Ein Pride-Anstecker hier, ein h\u00e4ndchenhaltendes queeres P\u00e4rchen da und ein Regenbogen-Fu\u00dfg\u00e4nger\u00fcberweg dort. Gerade wenn man aus einer eher l\u00e4ndlichen Gegend kommt, ist diese Sichtbarkeit wie ein erleichternder frischer Wind; umso schwerer f\u00e4llt es aber, zur\u00fcck zuhause wieder akzeptieren zu m\u00fcssen, dass Queerness dort nicht so offen gezeigt wird. Von nonchalanten Anfeindungen am Dorffest bis hin zu Nachrufen und Kommentaren von Fremden, wenn man irgendwo an der eigenen Person einen sichtbaren Regenbogen tr\u00e4gt, ist dort queerfeindliches Verhalten leider zur Gewohnheit geworden. Nur sehr selten sieht man irgendwo mal ein gleichgeschlechtliches Paar, das auch auf offener Stra\u00dfe deren Liebe nicht versteckt; und als im st\u00e4dtischen Einkaufszentrum auf einmal Pride-Merchandise verkauft wurde, war es schon fast eine kleine Sensation.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man nun als junger queerer Mensch in einer solchen Gegend aufw\u00e4chst, kann man leicht den Eindruck bekommen, dass man damit alleine ist. Wenn man scheinbar als einzige Person im Ort anders liebt oder lebt, was sagt das dann \u00fcber einen selbst aus? Ist man \u201efalsch\u201c? Wenn \u00fcber Andersliebende und trans* Personen im eigenen Umfeld nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird, als w\u00fcrde man \u00fcber etwas Verbotenes oder Seltsames sprechen, muss mit einem selbst doch auch etwas nicht stimmen, oder? Gerade solche Gedanken dr\u00e4ngen sich dann oftmals auf und feuern die von vielen ohnehin schon internalisierte Queerfeindlichkeit an, was nicht selten zu psychischer Belastung f\u00fchrt. Diese Belastung erh\u00f6ht sich dann nochmal drastisch, wenn es selbst im Familienkreis an Akzeptanz fehlt. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese Umst\u00e4nde machen soziale Medien f\u00fcr junge Betroffene zu einem wichtigen Tool, um sich zu vernetzen, auszutauschen und um zu realisieren, dass sie eben nicht alleine damit sind \u2013 dass sie nicht \u201efalsch\u201c sind, nur weil sie \u201eanders\u201c sind. TikTok und Instagram geh\u00f6ren unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen wohl mitunter zu den beliebtesten sozialen Onlinemedien \u2013 die Pr\u00e4senz queerer Influencer*innen und nicht zuletzt nat\u00fcrlich auch von queeren Organisationen und Interessenvertretungen leistet dabei einen essentiellen Beitrag zur \u00f6ffentlichen und niederschwellig verf\u00fcgbaren Sichtbarkeit und Aufkl\u00e4rung. Von queeren Menschen f\u00fcr queere Menschen gibt es Tipps, Informationen und Erfahrungsberichte zu diversen Themen wie etwa Passing, Make-up, Zugang zu geschlechtsangleichender Medizin, Namens\u00e4nderung, Austausch \u00fcber bevorzugte Marken von transgenderspezifischer Kleidung, queerer Geschichte, Community Spaces, Pronomen, Datingerfahrungen, dem politischen Klima rund um LGBTQIA*-Themen und vielem mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem bilden soziale Medien nicht nur die eigenen gelebten Erfahrungen ab, sondern erweitern auch den Horizont der Nutzenden, indem auch noch andere Lebensweisen n\u00e4her beleuchtet und erkl\u00e4rt werden. Die Interaktion mit Anderen in Kommentarspalten macht das Nutzungserlebnis dabei noch nahbarer.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zuletzt ist zu bedenken, dass bei geringer queerer Sichtbarkeit auch die PartnerInnen*-Suche am Land erschwert ist. Community Spaces sind dort meistens sehr rar ges\u00e4t und f\u00fcr Menschen, die auf \u00f6ffentliche Verkehrsmittel angewiesen oder in ihrer Mobilit\u00e4t eingeschr\u00e4nkt sind, oft nur schwer erreichbar. Ohne diese ist es aber teils schwierig auf andere Gleichgesinnte zu treffen. Hilfreich k\u00f6nnen dabei Dating Apps sein \u2013 auch wenn es bei diesen viele problematische Aspekte gibt, kann nicht verneint werden, dass gerade queere Menschen deutlich von diesen profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn eine Onlinecommunity queere Sichtbarkeit im pers\u00f6nlichen realen Leben nicht ersetzt, ist es dennoch sch\u00f6n und wichtig, wenn sich jemand dadurch auch nur ein bisschen weniger alleine und etwas mehr gesehen und akzeptiert f\u00fchlt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Du bist nicht alleine. In einer Gro\u00dfstadt wie Wien sieht man h\u00e4ufig gelebte Queerness und alternative Lebensweisen. 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