{"id":9528,"date":"2025-05-30T00:23:00","date_gmt":"2025-05-29T22:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9528"},"modified":"2025-05-29T21:42:57","modified_gmt":"2025-05-29T19:42:57","slug":"die-zukunft-der-budapest-pride-unter-orbans-repression","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9528","title":{"rendered":"Die Zukunft der Budapest Pride unter Orb\u00e1ns Repression"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Ist die Pride in Ungarn nun tats\u00e4chlich kriminalisiert worden? Ja, die Budapest Pride 2025 wurde in Ungarn offiziell verboten. Am 18. M\u00e4rz 2025 verabschiedete das ungarische Parlament ein Gesetz, das \u00f6ffentliche LGBTIQ+-Veranstaltungen untersagt, einschlie\u00dflich der j\u00e4hrlich stattfindenden Budapest Pride. Dieses Gesetz wurde sp\u00e4ter durch eine Verfassungs\u00e4nderung am 14. April 2025 weiter untermauert, die der Regierung die Befugnis gibt, solche Veranstaltungen zu verbieten. Personen, die trotz des Verbots an der Pride teilnehmen, riskieren Bu\u00dfgelder von bis zu 200.000 Forint (etwa 546 Euro). Organisator*innen k\u00f6nnen mit bis zu einem Jahr Gef\u00e4ngnis bestraft werden. Dar\u00fcber hinaus d\u00fcrfen Beh\u00f6rden Gesichtserkennungstechnologie einsetzen, um Teilnehmer*innen zu identifizieren. Doch trotz des Verbots k\u00fcndigten die Organisator*innen an, die Budapest Pride dennoch durchzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Freiheit verloren: Ungarns autorit\u00e4rer R\u00fcckfall<\/h3>\n\n\n\n<p>1989 f\u00e4llt der Eiserne Vorhang und der Weg in die Demokratie wird frei f\u00fcr Ungarn. Die erste Pride fand 1997 in Budapest statt. Doch drei Jahrzehnte sp\u00e4ter zeichnet sich in Ungarn leider ein autorit\u00e4rer Trend ab, wodurch auch queere Menschen unter Druck geraten. Ungarn d\u00fcrfte das erste EU-Land werden, das die Pride landesweit verbietet. Das ist nicht nur ein Angriff auf die queere Community, sondern auch auf das Grundrecht der Versammlungsfreiheit. Die rechtliche Grundlage f\u00fcr das Verbot ist das sogenannte \u201eKinderschutzgesetz\u201c: Es stellt jede positive Darstellung von LGBTIQ+-Inhalten gegen\u00fcber Minderj\u00e4hrigen unter Strafe. Nachdem \u00e4hnliche Verordnungen schon verabschiedet wurden, um queere B\u00fccher aus dem Handel zu nehmen, Bildung zu zensieren und queere \u00d6ffentlichkeitsarbeit einzuschr\u00e4nken, wird mit dem Gesetz nun auch die angebliche \u201everanstaltungsbezogene Gef\u00e4hrdung von Kindern\u201c untersagt. Damit wird die Pride kriminalisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch trotz des Einsch\u00fcchterungsversuchs regt sich Widerstand. Die Pride-Organisator*innen erkl\u00e4rten unmissverst\u00e4ndlich, trotz des Verbots am 28. Juni auf die Stra\u00dfe zu gehen. Auch Budapests B\u00fcrgermeister stellte sich offen gegen die Entscheidung der Regierung und bekr\u00e4ftigte seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Parade. Und es regt sich noch mehr: Mit Aktionen wie dem ironisch-grauen \u201eAnti-Pride\u201c setzen Aktivist*innen kreative Zeichen und machen klar, dass sich die queere Bewegung nicht aus dem \u00f6ffentlichen Raum vertreiben l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Orb\u00e1ns Regierung pr\u00e4sentiert sich als H\u00fcter traditioneller Werte, doch eigentlich geht es um Macht und Kontrolle. Queere Menschen werden instrumentalisiert, um von anderen Problemen abzulenken. Wie \u201enachhaltig\u201c diese Strategie ist, ist fraglich, nachdem Meinungsumfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Ungar*innen tats\u00e4chlich das Verbot ablehnt. Auch international w\u00e4chst der Druck. Die EU-Kommission verurteilt das Gesetz und leitete rechtliche Schritte ein, wobei das nur einen Tropfen auf den hei\u00dfen Stein darstellt. Konkrete Sanktionen sind bislang rar, und Orb\u00e1n bleibt unbeeindruckt. <\/p>\n\n\n\n<p>Umso wichtiger ist der zivilgesellschaftliche R\u00fcckhalt. Die Budapest Pride ist inzwischen mehr als nur eine Parade. In einem Land unter einer Regierung, die zunehmend auf Einsch\u00fcchterung und Unsichtbarmachen setzt, wird sie zum Akt des zivilen Ungehorsams. Sie ist eine Erinnerung daran, dass die Freiheit, man selbst zu sein, niemals selbstverst\u00e4ndlich ist und dass Solidarit\u00e4t sichtbare, mutige Pr\u00e4senz braucht. Solange Menschen bereit sind, sich in Budapest dem autorit\u00e4ren Trend entgegenzustellen, wird auch der Regenbogen nicht verschwinden. In Ungarn wird die Pride wieder das, was sie einst war: Keine Feier, sondern ein Aufstand.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist die Pride in Ungarn nun tats\u00e4chlich kriminalisiert worden? Ja, die Budapest Pride 2025 wurde in Ungarn offiziell verboten. Am 18. 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