{"id":9459,"date":"2025-05-30T00:08:00","date_gmt":"2025-05-29T22:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9459"},"modified":"2025-05-29T20:14:08","modified_gmt":"2025-05-29T18:14:08","slug":"regenbogenbunter-esc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=9459","title":{"rendered":"Regenbogenbunter ESC"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Oder nur Kalk\u00fcl?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Der ESC; Quell der G\u00f6tter, das Blut der Erde aber auch Fressen f\u00fcr die queeren Leute.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Monat ist es schon wieder so weit gewesen: der Eurovision Song Contest fand statt. Ein Jahr ist vergangen und wir feierten die 69. Auflage. Der ESC wird stark mit der queeren Kultur in Verbindung gesetzt, doch wie hat sich das mit der Zeit ergeben? Und ist die ESC-Szene tats\u00e4chlich so inklusiv oder ist das Teil des Rainbow-Washings? <\/p>\n\n\n\n<p>Rainbow-Washing ist eine Werbestrategie, in der Unternehmen sich als queer und progressiv darstellen, ohne ernsthaftes Interesse an der LGBTQIA+ Community zu haben. Dieses Ph\u00e4nomen ist besonders gut im Pride-Monat Juni zu beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der 1956 entstandene ESC hat schlicht angefangen, doch mit der Zeit wurde er bunter und ausgefallener. Queere K\u00fcnstler*innen gaben sich nur selten preis: Der erste offiziell schwule S\u00e4nger war P\u00e1ll \u00d3skar, der 1997 f\u00fcr Island antrat. 1998 gewann die erste trans Frau \u2013 Dana International \u2013 f\u00fcr Israel, was eine neue \u00c4ra des Wettbewerbs einl\u00e4utete. Der ESC wurde immer offener und toleranter. Das zeigt sich unter anderem in der Zunahme von auftretenden Drag-Queens wie Verka Serduchka und Conchita Wurst, aber auch an bunten Interval-Acts.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">t.A.T.u: Eine Kontroverse nach der anderen<\/h3>\n\n\n\n<p>Das russische Popduo t.A.T.u, das im Jahr 2003 beim ESC antrat, sorgte f\u00fcr einen riesigen Aufruhr: Die zwei Bandmitglieder Jelena Katina und Julija Volkova waren schon seit jeher daf\u00fcr bekannt, sich bei ihren Auftritten k\u00f6rperlich sehr nahe zu kommen und ihr Gimmick war es, sich auf der B\u00fchne zu k\u00fcssen. Obwohl offiziell nichts \u00fcber Kuss-Vorschriften in den Richtlinien des Song Contest verzeichnet ist, war durchgesickert, dass, sollte es zu einem Kuss kommen, die Live\u00fcbertragung abgebrochen werden und zu der Aufzeichnung einer Probe gewechselt werden w\u00fcrde. Wenngleich heute ein lesbischer Kuss nicht mehr dieselbe Reaktion hervorrufen w\u00fcrde, hat es dennoch eine Vielzahl an Fans verbl\u00fcfft, wie dies gehandhabt wurde. Am Ende k\u00fcssten sie sich nicht und der Sender musste nicht eingreifen. Alles ging reibungslos \u00fcber die B\u00fchne \u2013 beinahe.<\/p>\n\n\n\n<p>Es kam heraus, dass die S\u00e4ngerinnen nichts mit ihren lesbischen B\u00fchnen-Personas gemein hatten. In Interviews gaben sie sogar zu, alles sei nichts mehr als eine PR-Masche, die sie sich zugunsten ihres Images ausgedacht hatten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Etwas Doppelmoral gef\u00e4llig?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>\u201eEin Mann hat kein Recht eine Schwuchtel zu sein. Entschuldigung!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Worte lie\u00dfen langj\u00e4hrige Fans sprachlos zur\u00fcck. Doch Julija Volkova war noch nicht fertig: Weiters \u00e4u\u00dferte sie in einer Fernsehsendung, dass sie ihren Sohn verurteilen w\u00fcrde, w\u00e4re er schwul. Gott h\u00e4tte die zwei Geschlechter aus einem guten Grund geschaffen: der Fortpflanzung willen. Im Gegensatz zu ihrem Sohn, w\u00fcrde Volkova ihrer Tochter die Freiheit geben lesbisch zu sein. Das Publikum klatschte zustimmend und ein Shitstorm begann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>\u201eDie Werte des Eurovision Song Contests sind Universalit\u00e4t und Inklusion sowie die stolze Tradition, Vielfalt mit der Musik zu feiern.\u201c \u2013 European Broadcasting Union<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Zitat begreift den eigentlichen Geist des Eurovision Song Contest sehr gut \u2013 die gewollte Stimmung und ebenfalls das erstrebte Gedankengut seiner Teilnehmer und des Publikums, doch wie es scheint, kann dem nicht jeder gerecht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Ende hin muss man sagen, dass der ESC keine dramafreie Zone ist, doch es wird besser. Vielleicht wird es in der Zukunft noch mehr Kandidat*innen geben, die sich auf der B\u00fchne k\u00fcssen wollen, doch diese sollen weder gehasst noch gefeiert werden, denn es sind nur K\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Text von Edda Eggs<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder nur Kalk\u00fcl? Der ESC; Quell der G\u00f6tter, das Blut der Erde aber auch Fressen f\u00fcr die queeren Leute. Diesen Monat ist es schon wieder so weit gewesen: der Eurovision Song Contest fand statt. Ein Jahr ist vergangen und wir feierten die 69. Auflage. 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