{"id":892,"date":"2020-09-04T00:36:08","date_gmt":"2020-09-04T00:36:08","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.lambdanachrichten.at\/?p=892"},"modified":"2021-05-12T22:16:27","modified_gmt":"2021-05-12T22:16:27","slug":"30-jahre-viennas-queer-melange-pritschen-und-baggern-in-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=892","title":{"rendered":"30 Jahre Vienna\u2019s Queer Melange: Pritschen und baggern in Wien"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Corona konnte dem lesbischen Volleyballverein \u201eVienna\u2019s Queer Melange\u201c wenig anhaben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Sonne scheint, der warme Sommerwind bl\u00e4st sanft \u00fcber den Sand auf der 16 Meter langen und 8 Meter breiten Spielfl\u00e4che f\u00fcr den Volleyballsport in Wien. Dort, auf den Sandpl\u00e4tzen der Schmelz im 15. Bezirk, treffen sich die Frauen des lesbischen Sportvereins Vienna\u2019s Queer Melange, um einmal in der Woche Beachvolleyball zu spielen. Seit dem Fr\u00fchjahr 2020 ist es aus sportlicher Sicht anders als gewohnt: VeranstalterInnen mussten zahlreiche Sportveranstaltungen wie auch die Olympischen Spiele in Tokio oder die EuroGames in D\u00fcsseldorf absagen, weil sich Covid-19 weltweit zu einer Pandemie ausgebreitet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ma\u00dfnahmen wie Abstand halten zu anderen und Mund-Nasen-Schutzmasken tragen haben die staatlichen Beh\u00f6rden zu Beginn des Corona-Lockdowns verordnet, um die Bev\u00f6lkerung vor dem Virus zu sch\u00fctzen. Infolge beendeten auch die Volleyballspielerinnen ihre Hallensaison 2020 bereits Mitte M\u00e4rz. Beim Beachvolleyball mussten sie nur die ersten sechs Wochen des Corona-Lockdowns pausieren, seit dem 15. Mai d\u00fcrfen sie auf den Sandpl\u00e4tzen Wiens wieder baggern und pritschen, da der Corona-Abstand beim Beachvolleyballspiel in Zweierteams garantiert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Mai des vorigen Jahres ist Maria die Obfrau von Vienna\u2019s Queer Melange, dem \u00e4ltesten Sportverein der lesbisch-feministischen Community in \u00d6sterreich, der rund 30 Mitglieder im Alter zwischen 20 und 60 Jahren hat. Sport zu machen ist f\u00fcr die 27-j\u00e4hrige Obfrau eine gute M\u00f6glichkeit, Menschen in anderen Lebensphasen kennenzulernen und etwas miteinander zu unternehmen. Vor vier Jahren, noch vor ihrem Coming-out, ist Maria zu Vienna\u2019s Queer Melange gesto\u00dfen, wo sie durch den Volleyballsport besser Anschluss an die Lesben-<\/p>\n\n\n\n<p>Community gefunden hat: \u201eEs ist einfach sch\u00f6n, in diese Lesben-Community hineinzukommen, neue Kontakte zu kn\u00fcpfen und sportlich aktiv zu sein\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vergleich zu anderen Teamsportarten wie Basketball oder Fu\u00dfball bevorzugt Maria den Volleyballsport, sowohl in der Halle als auch auf dem Sandplatz, weil dieser f\u00fcr sie weniger Verletzungsgefahr birgt. Das Spiel \u00fcber das Netz ins gegen\u00fcberliegende Spielfeld liegt ihr: Dadurch vermeidet sie zu viel unn\u00f6tigen K\u00f6rperkontakt zu den anderen Spielerinnen, was Corona-bedingt auch wichtig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die H\u00f6he des Netzes beim Volleyballsport ist wegen der K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe nach dem Geschlecht variiert eingestellt, was 2,24 Meter bei Frauenteams, 2,35 Meter bei gemischtgeschlechtlichen Teams und 2,43 Meter bei M\u00e4nnerteams bedeutet. Auch deshalb spielt Maria ausschlie\u00dflich in Frauenteams.<\/p>\n\n\n\n<p>Abgesehen von dem sogenannten Corona-Sommer ist dieses Jahr f\u00fcr die Volleyballspielerinnen besonders: Der Volleyballverein feiert sein 30j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. Erst 1994 hatten die Frauen den Sportverein formal gegr\u00fcndet, um das European Lesbian Volleyball Tournamentzum ersten Mal in Wien auszutragen. Aber bereits vier Jahre fr\u00fcher, vor 30 Jahren, haben die Gr\u00fcnderinnen des Sportvereins Marantana begonnen, miteinander Volleyball zu spielen. Dieser Vereinsname sei auf die Redensart des entsetzten Ausrufs \u00fcber die Volleyballerinnen Maria und Anna, ausgesprochen Marantana, zur\u00fcckzuf\u00fchren, schrieb der \u201eKURIER\u201c im Jahr 2019.<\/p>\n\n\n\n<p>Bedingt durch einen Generationenwechsel haben Mitfrauen ihren Verein im Jahr 2009 in Vienna\u2019s Queer Melange \u2013 Volleyballverein f\u00fcr Lesben und Freund*innen umbenannt. Damit wird der Sportverein als international und offen f\u00fcr nicht als lesbisch, cissexuell oder cisgender identifizierende Mitspieler*innen beschrieben und schafft ein harmonisches Miteinander. Aber auch \u00fcber gemeinsame kulturelle Aktivit\u00e4ten und Urlaubsplanung durch neue Freundschaften in dem Sportverein ist Maria erfreut.<\/p>\n\n\n\n<p>Die j\u00e4hrliche Generalversammlung hat 2020 zum ersten Mal online stattgefunden, wodurch die Mitfrauen des Vereins w\u00e4hrend des Corona-Lockdowns zumindest in Kontakt geblieben sind, sagt die Obfrau. Trotz des gesundheitsgef\u00e4hrdenden Corona-Virus und der Folgen des versp\u00e4teten Starts der Beachvolleyballsaison erfreut sich der Verein in diesem Sommer eines gro\u00dfen Zulaufs von neuen Spielerinnen beim Beachvolleyball. Infolgedessen will der Verein Volleyball auf den Sandpl\u00e4tzen wieder zwei Mal in der Woche anbieten, sagt Maria, denn bis zu zw\u00f6lf Spielerinnen melden sich aktuell jede Woche an. Sie bilden dann sechs Teams mit jeweils zwei Spielerinnen, um abwechselnd auf den Sandpl\u00e4tzen zu spielen. F\u00fcr den Volleyballsport in der Halle, der ab Herbst wieder beginnen wird, k\u00f6nnen sogar mehr als zwei pro Team auf dem Platz spielen. Sowohl beim Beach- als auch beim Hallenvolleyball sind gutes Ballgef\u00fchl und die Grundtechniken Pritschen, Baggern und Servieren als sportliche Kriterien vorausgesetzt. Jedoch Taktik und System des Spiels sind zwischen diesen beiden Volleyballsportarten zu unterscheiden, je nachdem ob sich das Team zu zweit oder zu sechst auf dem Spielfeld befindet, sagt Maria. Dennoch nutzen die Spielerinnen begeistert beide Angebote des Volleyballvereins und spielen regelm\u00e4\u00dfig sowohl in der Halle als auch auf dem Sandplatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Vienna\u2019s Queer Melange ist ein Sportverein auf Hobbyniveau, kein leistungsorientierter Liga-Sportverein. Anf\u00e4ngerinnen sind genauso willkommen wie fortgeschrittene Spielerinnen, egal ob sie hetero, lesbisch, bi oder transsexuell sind, sagt Maria. F\u00fcr die Teilnahme an den Hobbyturnieren stufen sich die Spielerinnen selbst in verschiedene Levels von A bis C ein, um sich auch sportlich herauszufordern. Meistens spielt Vienna\u2019s Queer Melange auf dem Level B, als Team mit sowohl leistungsstarken und erfahrenen als auch unerfahreneren Volleyballspielerinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der aktuellen Saison des Beachvolleyballs gibt es zus\u00e4tzlich zu den w\u00f6chentlichen Spielzeiten jede zweite Woche zwei professionelle Trainingsstunden mit einem Trainer. Auch beim Volleyballsport in der Halle finden ein bis zwei Mal im Semester zus\u00e4tzliche Trainingswochenenden statt. Die Spielerinnen bezahlen mit ihren Mitgliedsbeitr\u00e4gen sowohl das Honorar des Volleyballtrainers als auch die Miete f\u00fcr Halle und Sandpl\u00e4tze drei Mal im Jahr, in der Sommer-, Winter- und Beachvolleyballsaison. Zus\u00e4tzlich f\u00f6rdert die Ordination der Allgemein\u00e4rztin und Unfallchirurgin Dr. Dvorak, eine ehemalige Spielerin des Volleyballvereins Flying Sox, seit 2013 den Verein finanziell zwei Mal im Jahr, sagt Maria erfreut und dankbar. Einige der aktuellen Spielerinnen sind in beiden Volleyballvereinen sportlich aktiv. Die Spielerinnen von Vienna\u2019s Queer Melange standen im Jahr 2007 sogar den Flying Sox bei den EuroGames in Antwerpen im Spiel um den dritten Platz des Levels B, gegen\u00fcber. Ein Jahr danach haben sie das European Lesbian Volleyball Tournament, auch Osterturnier genannt, zum zweiten Malin Wien ausgetragen. Dieses europ\u00e4ische lesbische Turnier findet, seit dem Jahr 1989 in Berlin, jedes Jahr in der Osterzeit mit aktuell rund 30 europ\u00e4ischen Teams statt. Es musste wegen des Corona-Lockdowns dieses Jahr in Paris allerdings ausfallen. Jedoch im Jahr 2021 ist es in Riga und in zwei Jahren wieder in Wien geplant.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Sch\u00f6ne an den Osterturnieren ist, diese jedes Jahr in einer anderen europ\u00e4ischen Stadt mitzuerleben\u201c, sagt Maria. Abgesehen von den regelm\u00e4\u00dfigen Osterturnieren nehmen die Spielerinnen von Vienna\u2019s Queer Melange auch an anderen Turnieren teil. Maria hat das erste Mal vor drei Jahren beim sogenannten Sinterklaas-Volleyballturnier 2017 in Amsterdam mitgespielt und ist begeistert und stolz, dort mit ihrem B-Team den zweiten Platz belegt zu haben, sagt sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem Jahr 1998 in Amsterdam spielt Vienna\u2019s Queer Melange ab und zu auch bei den GayGames, die seit 1982 alle vier Jahre international unter dem Dachverband der Federation of GayGames (FGG) speziell f\u00fcr lesbische und schwule TeilnehmerInnen, stattfinden. Auch bei den EuroGames, den seit Anfang der 1990er Jahre entstandenen sogenannten Olympischen Spielen der lesbischen und schwulen SportlerInnen in Europa, nehmen Spielerinnen des Volleyballvereins seit dem Jahr 2000 in Z\u00fcrich unregelm\u00e4\u00dfig teil. Trotz zahlreicher Corona-bedingter Absagen von Sportturnieren bis Ende des Jahres fand am 21. und 22. August 2020 in diesem Corona-Sommer das Beachvolleyballturnier Vienna Beach Trophy auf den Sandpl\u00e4tzen auf der Schmelz in Wien statt. Eine Premiere, weil zum ersten Mal Vienna\u2019s Queer Melange in Zusammenarbeit mit dem LGBTIQ*-Sportverein Aufschlag dieses Turnier veranstaltet. \u201eGemeinsam sorgen wir f\u00fcr ein gemischtgeschlechtliches erfolgreiches Beachvolleyballturnier\u201c, sagt Maria bereits erfreut \u00fcber die ersten Anmeldungen f\u00fcr den Frauenbewerb. \u201eWir sind ein Volleyballverein, aber es ist mehr als nur der Sport, der uns verbindet. Der Sport f\u00fchrt uns zusammen, dabei entsteht viel \u2013 manchmal auch Freundschaft\u201c, sagt Maria abschlie\u00dfend und l\u00e4dt Interessierte zu den n\u00e4chsten Schnupperterminen ein. \u03bb<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"310\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/logo-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-894\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/logo-1.png 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/logo-1-290x300.png 290w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/logo-1-145x150.png 145w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Wer Lust auf aktiven Volleyballsport hat, kontaktiert Vienna\u2019s Queer Melange: <a href=\"https:\/\/www.viennasqueermelange.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.viennasqueermelange.at\/<\/a> oder schaut vorbei beim: <br><strong>Hallenvolleyball <\/strong>im Sigmund Freud Gymnasium, Wohlmutstra\u00dfe 3, 1020 Wien. Mittwoch, 18.10 bis 20.10 Uhr, von September bis Juni (ausgenommen schulfreie Tage). Anfahrt: U1 Vorgartenstra\u00dfe (Ausgang Radingerstra\u00dfe) oder U2 Messe-Prater<br><strong>Beachvolleyball <\/strong>auf der Schmelz am Center Court, 1150 Wien.<br>Montag, 20 bis 22 Uhr, von April bis September bei Sch\u00f6nwetter, Anfahrt: U3 Johnstra\u00dfe.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Corona konnte dem lesbischen Volleyballverein \u201eVienna\u2019s Queer Melange\u201c wenig anhaben Die Sonne scheint, der warme Sommerwind bl\u00e4st sanft \u00fcber den Sand auf der 16 Meter langen und 8 Meter breiten Spielfl\u00e4che f\u00fcr den Volleyballsport in Wien. Dort, auf den Sandpl\u00e4tzen der Schmelz im 15. 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