{"id":833,"date":"2020-09-04T00:49:32","date_gmt":"2020-09-04T00:49:32","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.lambdanachrichten.at\/?p=833"},"modified":"2021-05-12T22:10:29","modified_gmt":"2021-05-12T22:10:29","slug":"die-ueblichen-verdaechtigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=833","title":{"rendered":"Die \u201e\u00fcblichen Verd\u00e4chtigen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">STDs im \u00dcberblick\u2029<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Gesundheit wird h\u00e4ufig auf k\u00f6rperliche Aspekte reduziert und vornehmlich mit einzelnen Erkrankungen in Verbindung gebracht. In Wahrheit umfasst \u201eGesundheit\u201c nat\u00fcrlich ein riesiges Spektrum an Themen und betrifft alle Lebensbereiche auf allen Ebenen. Die Weltgesundheitsbeh\u00f6rde WHO fasst es passend in einem Satz zusammen und definiert Gesundheit als \u201eeinen Zustand k\u00f6rperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein als das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Bereich, bei dem das Zusammenspiel dieser Faktoren besonders deutlich wird, ist die sexuelle Gesundheit. Es liegt ganz klar auf der Hand, dass sexuelles Wohlbefinden und sexuelle Lebensqualit\u00e4t nicht nur physische Aspekte haben, sondern gerade die psychosozialen und gesellschaftlichen Faktoren eine riesige Rolle spielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die biomedizinische Kolumne der Lambda Nachrichten greift aber nat\u00fcrlich ersteres auf und befasst sich wie so oft, mit den allerkleinsten Dingen \u2013 den Mikroorganismen.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich geh\u00f6rt eine ganze Reihe an Bakterien, Viren oder Pilzen schlichtweg zum Menschen dazu und ist unverzichtbar. Von der tats\u00e4chlichen Anzahl einzelner Zellen her, gibt es sogar Berechnungen, dass wir eventuell nur zu 10% aus menschlichen Zellen bestehen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Bei K\u00f6rperkontakt, und dementsprechend auch beim Sex, kommt man automatisch mit den Mikroorganismen von Partner*innen in Kontakt, das ist grunds\u00e4tzlich OK. Eine \u201esterile Sexualit\u00e4t\u201c in dem Sinne gibt es nicht. Allerdings gibt es auch ein paar Mikroorganismen, die sexuell \u00fcbertragen werden und die gesundheitlichen Auswirkungen haben k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei diesen sogenannten STDs gilt vor allem: \u201einformieren \u2013 sch\u00fctzen \u2013 testen \u2013 therapieren\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">STDs \u2013 Allgemein<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Abk\u00fcrzung STD steht f\u00fcr \u201esexually transmitted disease\u201c. H\u00e4ufig wird auch die Abk\u00fcrzung STI f\u00fcr \u201esexually transmitted infection\u201c verwendet. Beide Begriffe sind richtig und umfassen unterschiedlichste Infektionserkrankungen, deren Erreger auf sexuellem Wege \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen: es kann sich um Bakterien und Viren, aber auch Pilze oder Parasiten handeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele STDs f\u00fchren zu \u00e4hnlichen Krankheitssymptomen. Typische Symptome sind z.B. Juckreiz, Hautver\u00e4nderungen (kleine offene Wunden, Blasen, Kn\u00f6tchen), Ausfluss, Brennen beim Urinieren, Schmerzen im Unterbauch oder geschwollene Lymphknoten. Je nach Infektion k\u00f6nnen auch andere Symptome, wie z.B. Hautausschl\u00e4ge oder Gelbsucht, auftreten. Bei allen Beschwerden dieser Art sollten unbedingt \u00c4rzt*innen kontaktiert bzw. aufgesucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider haben die STDs ebenfalls gemeinsam, dass in vielen F\u00e4llen keine Symptome auftreten und sie unbemerkt bleiben. Es ist also ratsam, selber das Risiko etwas einzusch\u00e4tzen und sich auch mal rein auf Verdacht testen zu lassen, selbst ohne Symptome. \t<\/p>\n\n\n\n<p>Nur eine \u00e4rztliche Kontrolle kann hier Sicherheit bieten, bzw. im Fall einer Infektion eine Behandlung erm\u00f6glichen. Das ist wichtig, da unbehandelt einerseits manche STDs zu schweren gesundheitlichen Problemen f\u00fchren k\u00f6nnen und andererseits nat\u00fcrlich das Risiko besteht, die Erreger an Sexualpartner*innen weiter zu geben. <\/p>\n\n\n\n<p>Allgemein kann man sexuell aktiven Menschen empfehlen, einmal pro Jahr ein Screening auf STDs durchf\u00fchren zu lassen, bzw. zumindest bei Start einer neuen Beziehung. F\u00fcr viele Menschen kann ein Abkl\u00e4ren auf STDs auch h\u00e4ufiger sinnvoll sein, das ist am besten individuell mit \u00c4rzt*innen oder Berater*innen zu besprechen. Logischerweise spielt hier die entscheidende Rolle, dass ein offenes und ehrliches Gespr\u00e4ch m\u00f6glich ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Wegen der gleichen bzw. \u00e4hnlichen \u00dcbertragungswege treten STDs oft gemeinsam auf. Zus\u00e4tzlich kann eine STD andere Infektionen beg\u00fcnstigen. Etwa dann, wenn es zu offenen Hautstellen kommt, die einerseits Erreger freisetzen, andererseits die Aufnahme von Erregern erleichtern. Wenn der Verdacht auf eine STD vorliegt, ist es oft geschickt, andere potentielle Infektionen einfach gleich mit zu testen.<\/p>\n\n\n\n<p>STDs sind h\u00e4ufig und im Laufe der Zeit sind alle sexuell aktiven Menschen mit der einen oder anderen STD konfrontiert. Nach WHO kommt es weltweit zu \u00fcber 1 Millionen \u00dcbertragungen \u2013 pro Tag! Allein Chlamydien, Syphilis- und Tripper-Bakterien machen an die 220 Millionen Infektionen pro Jahr aus. Insgesamt gibt es an die 30 Erreger, die momentan zu den STDs gez\u00e4hlt werden; die h\u00e4ufigsten werden hier kurz zusammengefasst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gonorrh\u00f6 \/ Tripper<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"561\" height=\"480\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Gonorrhoe-Neisseria-gonorrhoeae-credits_-NIAID-under-CC-2.0-Generic.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-834\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Gonorrhoe-Neisseria-gonorrhoeae-credits_-NIAID-under-CC-2.0-Generic.jpg 561w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Gonorrhoe-Neisseria-gonorrhoeae-credits_-NIAID-under-CC-2.0-Generic-300x257.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Gonorrhoe-Neisseria-gonorrhoeae-credits_-NIAID-under-CC-2.0-Generic-150x128.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 561px) 100vw, 561px\" \/><figcaption>Gonorrh\u00f6 (Neisseria gonorrhoeae) \u00a9 NIAID (under CC 2.0 Generic)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine Gonorrh\u00f6 wird durch Bakterien namens Neisseria gonorrhoeae hervorgerufen. Im deutschen Sprachgebrauch hat sich allerdings mehr der Name Tripper etabliert. Die Bezeichnung ist an das englische Wort \u201edripping\u201c (tr\u00f6pfeln) angelehnt und beschreibt eines der Hauptsymptome, n\u00e4mlich einen eit\u00adrigen Ausfluss. Ein anderes typisches Symptom ist ein Brennen bei Urinieren, oft verl\u00e4uft die Gonorrh\u00f6 aber ohne klare Symptome. Auch ein Rachentripper z.B. macht sich nicht immer durch Halsschmerzen bemerkbar. Gonorrh\u00f6 ist sehr ansteckend und wird durch Vaginal-, Anal- und Oralverkehr, durch Schleimhautkontakt, \u00fcber H\u00e4nde oder z.B. Sexspielzeug \u00fcbertragen. Ein 100%-er Schutz ist also fast nicht m\u00f6glich. Kondome (auch f\u00fcr Spielzeug) senken das Infektionsrisiko aber erheblich.<\/p>\n\n\n\n<p>Unbehandelt kann ein Tripper unter anderem zu Entz\u00fcndungen von Prostata oder Geb\u00e4rmutterhals und in weiterer Folge z.B. zu Unfruchtbarkeit f\u00fchren. Insbesondere bei Schwangeren ist eine Gonorrh\u00f6 problematisch, da es bei der Geburt zur Infektion des Kindes kommen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist ein Tripper mit Antibiotika heilbar. Durch den breiten Einsatz von Antibiotika gibt es aber bereits einige Resistenzen, die Therapie-Leitlinien m\u00fcssen daher auf f\u00fcr diese Infektion immer wieder \u00fcberpr\u00fcft und aktualisiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist, Sexualpartner*innen ebenfalls testen und behandeln zu lassen, um gegenseitige Reinfektionen zu vermeiden. Denn weder die Therapie, noch eine durchlebte Gonorrh\u00f6 bilden einen Schutz aus und erneute Infektionen sind jederzeit m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Lues \/ Syphilis<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"531\" height=\"500\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Syphilis-Treponema-pallidum-credits_CDC-David-Cox.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-835\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Syphilis-Treponema-pallidum-credits_CDC-David-Cox.jpg 531w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Syphilis-Treponema-pallidum-credits_CDC-David-Cox-300x282.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Syphilis-Treponema-pallidum-credits_CDC-David-Cox-150x141.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 531px) 100vw, 531px\" \/><figcaption>Syphilis (Treponema pallidum) \u00a9 CDC (David Cox)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Lues (meist Syphilis genannt) wird von der Bakterie Treponema pallidum verursacht. \u00dcbertragen werden die Bakterien durch Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr, aber auch \u00fcber Kontakt mit infekti\u00f6sen Sekreten oder kleinen n\u00e4ssenden Hautver\u00e4nderungen, welche durch die Infektion entstehen. Eine Syphilis ist daher sehr leicht \u00fcbertragbar, doch man kann das Infektionsrisiko mit Schutzma\u00dfnahmen gut reduzieren. Dazu geh\u00f6ren die Vermeidung von Kontakt zu offenen Hautstellen und die Verwendung Kondomen. Auch Sexspielzeuge (au\u00dfer mit frischem Kondom oder nach Reinigung) oder z.B. Gleitgel-Tiegel sollten nicht gemeinsam von mehreren Personen verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unbehandelt verl\u00e4uft die Erkrankung in mehreren Stadien. In der Prim\u00e4rphase kommt es zu schmerzlosen kleinen Geschw\u00fcren und einer Anschwellung der benachbarten Lymphknoten. Die Symptome klingen von alleine wieder ab, wodurch die Infektion oft unbemerkt bleibt. Nach einer l\u00e4ngeren symptomfreien Zeit (einige Monate) folgt die sogenannte Sekund\u00e4rphase. Hier sind Hautausschl\u00e4ge z.B. auf Handfl\u00e4chen oder Fu\u00dfsohlen ein m\u00f6gliches Symptom. In der Sp\u00e4tphase (nach Jahren) werden Organe und Nervensystem befallen und irreversiblen Sch\u00e4den entstehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Behandlung ist daher essentiell. Meistens ist die Antibiotika-Gabe 1-malig, wenn die Syphilis schon l\u00e4nger besteht, kann eine l\u00e4ngere Therapie notwendig sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Weder die Therapie, noch eine durchlebte Infektion ergeben eine Immunit\u00e4t und nach der Heilung kann es jederzeit zu einer Reinfektion kommen. Auch bei der Syphilis ist es daher wichtig, Sexualpartner*innen ebenso testen und behandeln zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Chlamydien \/ LGV<\/h3>\n\n\n\n<p>Chlamydia trachomatis sind Bakterien, die ebenfalls \u00fcber Oral-, Vaginal- oder Analverkehr bzw. generell \u00fcber Schleimhautkontakt \u00fcbertragen werden. Zur Minimierung des Infektionsrisikos geh\u00f6ren klassisch das Kondom sowie das Vermeiden der gemeinsamen Verwendung von Sexspielzeug.<\/p>\n\n\n\n<p>Typische Symptome sind Ausfluss, Brennen beim Urinieren oder Juckreiz. In den meisten F\u00e4llen verl\u00e4uft eine Infektion ohne Symptome. Bleiben Chlamydien unbemerkt und unbehandelt, k\u00f6nnen sie langfristig z.B. zu Unfruchtbarkeit f\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine schwerere Verlaufsform, die in den letzten Jahren h\u00e4ufiger (vor allem bei MSM) auftritt, ist das sogenannte Lymphogranuloma venereum (LGV). Dies wird nur durch bestimmte Chlamydien-Typen hervorgerufen und f\u00fchrt zu teils schmerzhaften Entz\u00fcndungen des Rektums oder Vaginalschleimhaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Chlamydien sind mit Antibiotika sehr gut ausheilbar. Sollte es sich um LGV handeln, bzw. Verdacht auf LGV bestehen, wird die Antibiotikaeinnahme verl\u00e4ngert.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch nach erfolgreicher Therapie ist eine erneute Infektion ist jederzeit m\u00f6glich. Testung und Behandlung von Sexualpartner*innen ist daher unbedingt ratsam. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hepatitis A \/ B \/ C<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"620\" height=\"599\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Hepatitis-A-credits_CDC-Betty-Partin.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-836\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Hepatitis-A-credits_CDC-Betty-Partin.jpg 620w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Hepatitis-A-credits_CDC-Betty-Partin-300x290.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Hepatitis-A-credits_CDC-Betty-Partin-150x145.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><figcaption>Hepatitis A \u00a9 CDC (Betty Partin)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Hepatitis ist allgemein eine Leberentz\u00fcndung und kann verschiedene Ursachen haben, am h\u00e4ufigsten sind es Infektionen mit Hepatitis-Viren. Die Symptome einer akuten Hepatitis k\u00f6nnen sich z.B. in M\u00fcdigkeit, Hautausschlag oder auch Gelbsucht (Ikterus) \u00e4u\u00dfern. Ganz h\u00e4ufig sind keine Symptome sp\u00fcrbar. Zum Teil kann der K\u00f6rper Infektionen mit Hepatitis-Viren selber ausheilen. Geschieht dies nicht innerhalb weniger Wochen nach der Infektion, spricht man von einer chronischen Hepatitis. Bleibt diese dann unbehandelt, kann sie \u00fcber viele Jahre hinweg zu Lebersch\u00e4den und unter Umst\u00e4nden zu Leberkrebs f\u00fchren. Diagnose und Behandlung einer Hepatitis ist darum wirklich wichtig. \t<\/p>\n\n\n\n<p>Hepatitis A Viren werden mit dem Kot ausgeschieden und als Schmierinfektion oder \u00fcber verschmutztes Wasser und Lebensmittel \u00fcbertragen. Eine Hepatitis A geh\u00f6rt daher eigentlich nicht zu den klassischen STDs. Allerdings kann es beim oral-f\u00e4kal-Kontakt durchaus zu \u00dcbertragung im sexuellen Kontext kommen, etwa beim rimming oder abwechselnden Anal- und Oralverkehr. Eine Hepatitis A verl\u00e4uft zwar fast immer symptomatisch, heilt daf\u00fcr selbst\u00e4ndig wieder aus und im Regelfall gibt es keine nachhaltigen Komplikationen. Eine bereits durchlebte Hepatitis A f\u00fchrt zu einer lebenslangen Immunit\u00e4t, eine Reinfektion ist somit nicht m\u00f6glich. Der beste Schutz vor einer Hepatitis A ist die Impfung.<\/p>\n\n\n\n<p>Hepatitis B Viren werden \u00fcber Sex und Blutkontakt \u00fcbertragen. Die Viren sind sehr infekti\u00f6s, wodurch bereits kleinste, nicht sichtbare Blutmengen zur Infektion reichen. In einem Gro\u00dfteil der F\u00e4lle treten bei einer akuten Hepatitis B keine Symptome auf und sie bleibt unbemerkt. Etwa 90% der erfolgten Infektionen heilen selbst\u00e4ndig wieder aus und es entsteht eine lebenslange Immunit\u00e4t. Die chronische Hepatitis B hingegen bleibt bestehen und kann nicht geheilt werden. Medikamente hemmen aber effektiv die Vermehrung der Viren und vermeiden damit Sch\u00e4den. Einen Schutz bieten z.B. Kondome und das Vermeiden von gemeinsamem Gebrauch von Gegenst\u00e4nden, die Blutkontakt haben k\u00f6nnten, also z.B. auch Rasierer oder Zahnb\u00fcrsten. Der wirksamste, einfachste und beste Schutz vor einer Hepatitis B ist jedoch die Impfung, die grunds\u00e4tzlich wirklich zu empfehlen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Hepatitis C Viren werden ausschlie\u00dflich \u00fcber Blut \u00fcbertragen, wodurch die meisten Infektionen \u00fcber geteilte Utensilien beim Drogengebrauch erfolgen. Dies gilt \u00fcbrigens nicht nur f\u00fcr intraven\u00f6sen Konsum, sondern auch f\u00fcr Sniff R\u00f6hrchen. Trotzdem gibt es \u00dcbertragungen beim Sex, sofern es zu Blutkontakt kommt, was etwa beim Fisten bzw. bei l\u00e4ngeren h\u00e4rteren Sessions nicht selten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider kann der K\u00f6rper die Infektion nur bei ca. 30% der F\u00e4lle selber ausheilen und die Mehrheit der Infektionen geht in die chronische Phase \u00fcber. Eine Hepatitis C kann heutzutage fast immer komplett geheilt werden und dank der sehr guten Therapien ist dies sogar in wenigen Wochen m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis C gibt es schlichtweg nicht und weder eine selbst ausgeheilte, noch eine medikament\u00f6s geheilte Infektion, bilden eine Immunit\u00e4t aus. Bedeutet: Reinfektionen sind jederzeit m\u00f6glich. Schutzma\u00dfnahmen sind daher essentiell und beinhalten Safer Use Regeln (kein gemeinsames Verwenden von Utensilien zum Substanzkonsum, egal welche Substanz wie konsumiert wird) und Safer Sex Regeln inklusive ausreichend Gleitmittel, insbesondere bei risikoreichen Sexualpraktiken und h\u00e4ufig wechselnden Sexualpartner*innen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">HIV \/ Humanes Immundefizienz Virus<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"609\" height=\"500\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/HIV_credits-CDC-Edwin-P.-Ewing-Jr.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-837\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/HIV_credits-CDC-Edwin-P.-Ewing-Jr.jpg 609w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/HIV_credits-CDC-Edwin-P.-Ewing-Jr-300x246.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/HIV_credits-CDC-Edwin-P.-Ewing-Jr-150x123.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 609px) 100vw, 609px\" \/><figcaption>HIV \u00a9 CDC (Edwin P. Ewing, Jr)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>HIV ist ein Retrovirus, welches nur \u00fcber infekti\u00f6se K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten \u00fcbertragen wird, dazu geh\u00f6ren Blut, Sperma, Vaginalsekret und Muttermilch. In allen anderen K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten (z.B. Speichel, Urin, Schwei\u00df) sind nicht genug Viren enthalten, um eine Infektion zu erm\u00f6glichen. Daher kann HIV bei s\u00e4mtlichen Alltagskontakten nicht \u00fcbertragen werden, sondern ausschlie\u00dflich bei ungesch\u00fctztem Sex, durch direkten Blutkontakt oder unter Umst\u00e4nden beim Stillen des Kindes. Unbehandelt schw\u00e4cht die Infektion \u00fcber die Zeit das Immunsystem und es kommt zum Ausbruch von AIDS. Heutzutage stehen jedoch hocheffiziente Medikamente zur Verf\u00fcgung, die die Virusvermehrung unterdr\u00fccken. Liegt die Virusmenge unter der sogenannten Nachweisgrenze, werden nicht nur gesundheitliche Auswirkungen der Infektion verhindert. Die Virusmenge ist dann so niedrig, dass HIV auch beim Sex nicht \u00fcbertragen werden kann. Dieser Effekt wird mit dem Slogan \u201eU=U\u201c f\u00fcr \u201eundetectable = untransmittable\u201c zusammengefasst. Um diese Vorteile der Therapie auch nutzen zu k\u00f6nnen, ist es nat\u00fcrlich notwendig, den eigenen HIV-Status zu kennen. Wenn der HIV- bzw. der Therapie-Status von Sexualpartner*innen nicht bekannt oder unsicher ist, sch\u00fctzen einerseits die bekannten Safer Sex Ma\u00dfnahmen, inklusive PrEP und andererseits zum Vermeiden von Blutkontakt die Safer Use Regeln. Trotz phantastischer Erfolge im Bereich der Therapie gibt es nach wie vor weder eine Heilung, noch eine Impfung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">HPV \/ Humane Papillomviren<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"445\" height=\"448\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/HPV-credits_NIH-Graham-Beards.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-838\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/HPV-credits_NIH-Graham-Beards.jpg 445w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/HPV-credits_NIH-Graham-Beards-298x300.jpg 298w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/HPV-credits_NIH-Graham-Beards-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 445px) 100vw, 445px\" \/><figcaption>HPV \u00a9 NIH (Graham Beards)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Humanen Papillomviren (HPV) sind mit ihren \u00fcber 120 unterschiedlichen Virustypen einer der am h\u00e4ufigsten \u00fcbertragenen STDs. Man geht davon aus, dass sich fast jeder sexuell aktive Mensch im Laufe des Lebens mit HPV infiziert. Kondome sch\u00fctzen zwar, jedoch wegen der leichten \u00dcbertragbarkeit nur bedingt. Die meisten Infektionen verlaufen symptomfrei und f\u00fchren zu keinen Komplikationen, es handelt sich um sogenannte \u201elow-risk\u201c-Virustypen. Einige Virustypen hingegen f\u00fchren zur Entstehung von kleinen Warzen (Feigwarzen, Kondylome) im Anogenitalbereich und in manchen F\u00e4llen (\u201ehigh-risk\u201c Virustypen) kann sich ein Anal- oder Geb\u00e4rmutterhalskrebs entwickeln. Die Behandlung erfolgt z.B. durch lokal aufgetragene Gels oder bei Bedarf durch chirurgische Entfernung. Eine Impfung gegen mehrere der \u201ehigh-risk\u201c-Typen ist seit mehreren Jahren erh\u00e4ltlich. Sie ist logischerweise in der Zeit vor den ersten Sexualkontakten besonders zielf\u00fchrend und daher in Impfpl\u00e4nen meist f\u00fcr Kinder im Alter von ca. 10 Jahren enthalten. Eine sp\u00e4tere Impfung als Erwachsener ist trotzdem oft sinnvoll.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">HSV \/ Herpes Simplex Virus<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"639\" height=\"500\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/HSV-credits_CDC-Erskine-Palmer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-839\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/HSV-credits_CDC-Erskine-Palmer.jpg 639w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/HSV-credits_CDC-Erskine-Palmer-300x235.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/HSV-credits_CDC-Erskine-Palmer-150x117.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><figcaption>HSV \u00a9 CDC (Erskine Palmer)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Herpes Simplex Viren (HSV) sind weltweit verbreitet und die Mehrheit aller Menschen ist mit HSV-1 oder HSV-2 infiziert. Ganz typische Symptom einer Herpes-Infektion sind juckende und n\u00e4ssende Bl\u00e4schen, die sich an Lippen, Nase oder im Genitalbereich bilden. \u00dcbertragen werden die Viren vor allem \u00fcber die hochinfekti\u00f6se Bl\u00e4schenfl\u00fcssigkeit, d.h. schon einfacher K\u00f6rperkontakt kann ausreichen. Allerdings scheiden auch symptomfreie Personen Herpes-Viren aus und es kann ebenfalls zu einer \u00dcbertragung kommen. Die Verwendung von Kondomen und das Vermeiden von Kontakt zu den Bl\u00e4schen bieten zumindest einen gewissen Schutz. Eine Infektion ist nicht heilbar und die Herpesbl\u00e4schen k\u00f6nnen immer wieder auftreten. Bislang ist es nicht gelungen, einen Impfstoff zu entwickeln, es gibt aber antivirale Substanzen, mit denen man gut behandeln kann. \u03bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>STDs im \u00dcberblick\u2029 Gesundheit wird h\u00e4ufig auf k\u00f6rperliche Aspekte reduziert und vornehmlich mit einzelnen Erkrankungen in Verbindung gebracht. In Wahrheit umfasst \u201eGesundheit\u201c nat\u00fcrlich ein riesiges Spektrum an Themen und betrifft alle Lebensbereiche auf allen Ebenen. 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