{"id":4406,"date":"2024-03-08T00:17:00","date_gmt":"2024-03-07T23:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=4406"},"modified":"2024-03-03T21:32:02","modified_gmt":"2024-03-03T20:32:02","slug":"queere-seniorinnen-in-oesterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=4406","title":{"rendered":"Queere Senior*innen in \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine \u00fcbersehene Gruppe innerhalb der Community<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die queere Community hat in den letzten Jahrzehnten beeindruckende Fortschritte gemacht, indem sie eine breite Palette von Angeboten f\u00fcr unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse und Identit\u00e4ten geschaffen hat. Beratungsstellen sowie Community Center bieten Unterst\u00fctzung f\u00fcr junge Erwachsene, exklusiv f\u00fcr Frauen* oder M\u00e4nner, sowie f\u00fcr trans- und non-bin\u00e4re Personen an. Selbst f\u00fcr spezifische Problemstellungen wie Chemsex existieren bereits Hilfsangebote. Dieses vielf\u00e4ltige Spektrum reflektiert die facettenreichen Erfahrungen und Herausforderungen, mit denen die Mitglieder der LGBTIQ+-Community konfrontiert sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Trotz dieser beeindruckenden Fortschritte scheint eine Gruppe oft im Schatten zu stehen: \u00c4ltere queere Menschen. Queere Pensionist*innen sind nicht nur von den positiven Entwicklungen der letzten Jahre oftmals abgeschnitten, sondern zus\u00e4tzlich sind ihre Lebenserfahrungen gepr\u00e4gt von Zeiten, in denen die Akzeptanz queerer Lebenswelten noch in den Anf\u00e4ngen steckte. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Narben aus der Vergangenheit und Einsamkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Lebenswege \u00e4lterer queerer Menschen sind gepr\u00e4gt von vielf\u00e4ltigen Herausforderungen, die sie im Laufe der Zeit durchlebt haben. Unerf\u00fcllte W\u00fcnsche, Sehns\u00fcchte nach nie erfahrener Liebe und Traumata aus der Vergangenheit sind nur einige Aspekte, mit denen sie h\u00e4ufiger konfrontiert sind als nicht-queere Senior*innen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Belastungen aus der Vergangenheit werden besonders deutlich in der Auseinandersetzung mit der AIDS-Krise, in der queere Menschen nicht nur mit der Angst vor einer t\u00f6dlichen Krankheit konfrontiert waren, sondern auch mit gesellschaftlicher Stigmatisierung und Diskriminierung. Diese schwierigen Zeiten haben tiefe Narben hinterlassen, die \u00e4ltere queere Menschen bis heute tragen. HIV ist mittlerweile eine behandelbare Krankheit geworden, doch die damals erlebte emotionale Isolation tragen viele mit sich noch heute herum.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist unbestreitbar, dass der Fokus st\u00e4rker auf die Bed\u00fcrfnisse und Geschichten dieser oft \u00fcbersehenen Gruppe gelenkt werden sollte. Es sollten gezielte Angebote f\u00fcr \u00e4ltere queere Menschen geschaffen werden, um eine unterst\u00fctzende und inklusive Umgebung zu gew\u00e4hrleisten. Doch nicht nur die Anerkennung ihrer Erfahrungen und die W\u00fcrdigung ihrer Lebensgeschichten sind entscheidende Schritte, sondern auch die Schaffung neuer Begegnungsr\u00e4ume. Ein besonders h\u00e4ufig auftretendes Problem in dieser Altersgruppe ist n\u00e4mlich die Einsamkeit. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Impulse aus unseren Nachbarl\u00e4ndern f\u00fcr die Schaffung neuer Angebote <\/h3>\n\n\n\n<p>Im \u201eLebensort Vielfalt\u201c in Berlin befindet sich die europaweit erste betreute Wohngemeinschaft f\u00fcr schwule M\u00e4nner mit Pflegebedarf. In der betreuten WG leben acht schwule M\u00e4nner mit Pflegebedarf und\/oder Demenz zusammen und werden rund um die Uhr von einem Pflegedienst sowie der Schwulenberatung Berlin betreut. Das Projekt ist derweil zwar einzigartig, jedoch wird auch in Z\u00fcrich durch den Verein \u201equeerAltern\u201c der Bau eines queeren Senior*innenzentrums initiiert. <\/p>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich leben gesch\u00e4tzt wohl mehrere hunderttausend queere Senior*innen, allerdings gibt es bis dato keine vergleichbaren Unterst\u00fctzungsangebote. Im Caf\u00e9 Gugg, dem Vereinszentrum der HOSI Wien, gibt es immerhin jeden dritten Dienstag eine Gruppe f\u00fcr Menschen, die \u00e4lter als 50 sind. Die \u201e50+ Prime Timers\u201c treffen sich jeden dritten Dienstag im Monat ab 19 Uhr. Aufgrund des offensichtlichen Mangels an Angeboten f\u00fcr diese Altersgruppe der LGBTIQ+-Community, versucht die HOSI Wien auch die Interessen dieser Generation zu vertreten. Allerdings kann ehrenamtliches Engagement allein nicht professionelle Beratungs- und Therapieangebote, geschweige denn spezialisierte Pflegeheime und Tageszentren, ersetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine \u00fcbersehene Gruppe innerhalb der Community Die queere Community hat in den letzten Jahrzehnten beeindruckende Fortschritte gemacht, indem sie eine breite Palette von Angeboten f\u00fcr unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse und Identit\u00e4ten geschaffen hat. Beratungsstellen sowie Community Center bieten Unterst\u00fctzung f\u00fcr junge Erwachsene, exklusiv f\u00fcr Frauen* oder M\u00e4nner, sowie f\u00fcr trans- und non-bin\u00e4re Personen an. 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