{"id":362,"date":"2021-03-12T00:57:43","date_gmt":"2021-03-12T00:57:43","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.lambdanachrichten.at\/?p=362"},"modified":"2021-05-09T12:34:14","modified_gmt":"2021-05-09T12:34:14","slug":"linke-progressive-bundespolitik-fuer-lgbtiq-rechte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=362","title":{"rendered":"Linke progressive Bundespolitik f\u00fcr LGBTIQ*-Rechte"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zeichen setzen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">\u201eMario Lindner ist einer der wenigen Politiker, der Land, Stadt, Blasmusik, Feuerwehr, Zeltfest, Veranstaltungen im Kunsthistorischen Museum und auf der Regenbogenparade, alles unter einen Hut zusammen bringt. Das macht ihn authentisch, und er wei\u00df wie es einem Schwulen auf dem Land und in der Stadt geht, weil er beides kennt\u201c, schreibt sein Kollege auf Twitter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lindner ist derzeit ehrenamtlich regionaler Vorsitzender der SP\u00d6 in der steirischen Gemeinde Liezen. Dort arbeitet er auch hauptberuflich als Regionalsekret\u00e4r des \u00d6sterreichischen Gewerkschaftsbundes, \u00d6GB. In seinem B\u00fcro h\u00e4ngt das Portr\u00e4tbild des ehemaligen Bundespr\u00e4sidenten Heinz Fischer an der Wand. Ihn hat Lindner zw\u00f6lf Jahre politisch begleitet, von 2004 bei Fischers erstem Wahlkampf zum Bundespr\u00e4sident bis 2016, als Lindner als Bundesratspr\u00e4sident Fischer aus dem h\u00f6chsten Amt verabschiedete. Es fasziniert ihn, wie Fischer mit menschlicher Sympathie pers\u00f6nlich auf die Menschen zugeht und ihre Hand sch\u00fcttelt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lindner_Gastgarten_mit_Jugendlichen_35608289784_b3e227c215_c.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-364\" width=\"599\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lindner_Gastgarten_mit_Jugendlichen_35608289784_b3e227c215_c.jpg 799w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lindner_Gastgarten_mit_Jugendlichen_35608289784_b3e227c215_c-300x200.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lindner_Gastgarten_mit_Jugendlichen_35608289784_b3e227c215_c-150x100.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lindner_Gastgarten_mit_Jugendlichen_35608289784_b3e227c215_c-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 599px) 100vw, 599px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Zeiten des Corona-Lockdowns kommuniziert Lindner in digitalen Medien, die realen sozialen Kontakte, wie zum Beispiel beim Kartenspielen und im Gastgarten, vermisse er. Seine ehrenamtlichen Eins\u00e4tze als Sanit\u00e4ter beim Roten Kreuz und bei der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort sch\u00e4tze er jetzt besonders, sagt Lindner.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Verantwortung gegen\u00fcber der LGBTIQ*-Community setzte Lindner 2016 ein bewusstes Zeichen auf der Regenbogenparade in Wien, um Homosexuelle in den obersten politischen Reihen \u00d6sterreichs sichtbar zu machen. Eigentlich hatte er sein erstes Coming-out schon mit etwa 20 Jahren vor engen Freund*innen und Kolleg*innen. Es ist f\u00fcr ihn ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl auf der Pride vor tausenden Menschen zu reden und ihnen Mut zu machen, zur gleichgeschlechtlichen Liebe zu stehen. Doch seinen sch\u00f6nsten Moment auf der EuroPride 2019 hat er erlebt, als Altbundespr\u00e4sident Fischer die Parade er\u00f6ffnete und der amtierende Bundespr\u00e4sident Van der Bellen bei der Abschlusskundgebung sprach.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der steirische Bundespolitiker und Gewerkschaftsfunktion\u00e4r Mario Lindner wurde am 30. M\u00e4rz 1982 in Leoben, Steiermark, geboren. Bereits in seiner Lehrwerkstatt in Wien war Lindner Jugendvertrauensrat, so kam er zur Gewerkschaftsjugend. Seine Lehre zum Elektroinstallateur hat er 2001 abgeschlossen und drei Jahre als Fahrleitungselektriker bei den \u00d6sterreichischen Bundesbahnen, \u00d6BB, gearbeitet. Danach hat seine Karriere in der Gewerkschaft und in der Politik begonnen: Er engagierte sich als Vorsitzender der bundesweiten Gewerkschaftsjugend FSG f\u00fcr Sch\u00fclerInnen, Lehrlinge und Studierende. Seit 2004 arbeitet er als Sekret\u00e4r beim \u00d6GB und parallel dazu hat er mit der Parteipolitik in der Steiermark begonnen. Mit 23 Jahren wurde Lindner Gemeinderatsmitglied in der Gemeinde Landl, wo er sieben Jahre, von 2009 bis 2015, den Vorsitz der Ortspartei SP\u00d6 \u00fcbernahm. Seine Arbeit in der Gewerkschaft und Jugendpolitik hat ihn gepr\u00e4gt und bewegt, den parteipolitischen Weg der SP\u00d6 zu gehen. Nach der steirischen Landtagswahl 2015 entsandte die SP\u00d6-Parteispitze Lindner in die Bundespolitik, wo er als Bundesrat in der zweiten Kammer des Parlaments bis 2017 politisch aktiv war. Es sei ihm dabei relativ gut gelungen, mit der Frage nach digitaler Zivilcourage die Themen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik politisch einzubinden, sagt Lindner. In seiner Funktion als Bundesratspr\u00e4sident, das er f\u00fcr ein halbes Jahr turnusgem\u00e4\u00df \u00fcbernahm, hat er sich mit dem Thema Hass im Netz besch\u00e4ftigt und ein Gr\u00fcnbuch dazu partei\u00fcbergreifend und l\u00f6sungsorientiert erarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Juni 2017 ist er Vorsitzender der bundesweiten LGBTIQ*-Organisation SoHo der SP\u00d6 und war f\u00fcr zwei Jahre der einzig offen schwule Abgeordneter zum \u00f6sterreichischen Nationalrat. Es folgte der Ibiza-Skandal und nach der Neuwahl im Herbst 2019 scheidet Lindner als Nationalratsabgeordneter aus, bleibt aber n\u00e4chster Nachr\u00fccker auf der Bundesparteiliste der SP\u00d6. In guter Zusammenarbeit mit seiner Parteikollegin Heinisch-Hosek, zust\u00e4ndig f\u00fcr Frauenpolitik, sei es f\u00fcr ihn m\u00f6glich, auch ohne pers\u00f6nliche Anwesenheit im Nationalrat queere Politik im Parlament zu machen, was f\u00fcr die SoHo gut sei. Es sei aber noch viel aufzuholen, um die gl\u00e4serne Decke innerhalb der eigenen Partei f\u00fcr mehr sichtbare Angeh\u00f6rige der LGBTIQ*-Community zu durchbrechen. Der Aktivisimus und die Kampagnenarbeit der SoHo haben seiner Partei im Parlament und in der \u00d6ffentlichkeit starken Auftrieb verliehen, so Lindner.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 1983 gibt es im Parlament aber durchgehend Mehrheiten rechts der Mitte und damit gegen LGBTIQ*-Rechte. Wie die Community damit umgehen soll, sei f\u00fcr Lindner schwierig zu sagen, weil eigentlich bekannt sei welche Parteien sich f\u00fcr LGBTIQ*-Rechte einsetzen. Aber selbst in den zehn Jahren 2007 bis 2017 hat die SP\u00d6 mit dem Bonus eines Bundeskanzlers in der rot-schwarzen Regierung nicht alles durchsetzen k\u00f6nnen. Neben dem Meilenstein der eingetragenen Partnerschaft gab es leider keine Erfolge f\u00fcr Fragen wie das Ende des Blutspendeverbots f\u00fcr Homosexuelle oder das Levelling-up, also Schutz vor Diskriminierung z. B. beim Vermieten einer Wohnung. Dennoch ist es f\u00fcr Lindner fair der Gr\u00fcnen Fraktion vorzuwerfen, sich als kleiner Koalitionspartner bei LGBTIQ*-Themen nicht durchzusetzen, obwohl vor der Nationalratswahl 2017 die SP\u00d6 selbst aus Koalitionsgr\u00fcnden im Nationalrat gegen den Gr\u00fcnen Fristsetzungsantrag f\u00fcr die Ehe f\u00fcr alle stimmte. Infolge hat Lindner, damals als Mandatar im Bundesrat, seine eigenen ParteikollegInnen \u00f6ffentlich kritisiert und ihnen vorgeworfen, damit eine communityfeindliche Politik zu machen. Das m\u00fcsse auch eine Regierungspartei aushalten, sagt er. Schlie\u00dflich vermisst er diese symbolhaften Aktionen und Reaktionen beim Abstimmungsverhalten der Gr\u00fcnen Regierungspartei, so wie auch Lindner im Bundesrat, gegen seine eigene Partei, f\u00fcr bessere Fl\u00fcchtlingspolitik gestimmt hatte. \u201eQueere Abgeordnete m\u00fcssen ab und zu dagegen stimmen, um glaubw\u00fcrdig zu bleiben, auch ohne einer Mehrheit f\u00fcr oder gegen den Antrag, solche symbolhafte Zeichen braucht die Community\u201c, sagt Lindner und verweist auf einige Gr\u00fcne Abgeordnete zum Nationalrat aus der LGBTIQ*-Szene. Bereits im Bundesrat hatte er mit der Gr\u00fcnen Mandatarin Ewa Ernst-Dziedzic gut zusammengearbeitet. Er kann sich daher in Zukunft eine rot-gr\u00fcne Koalition auf Bundesebene vorstellen. \u201eDie Kosten der Corona-Pandemie wird der Knackpunkt f\u00fcr die t\u00fcrkis-gr\u00fcne Bundesregierung sein, sobald diese Pandemie unter Kontrolle ist und das soziale Leben wieder stattfinden wird\u201c, sagt Lindner. In seinem Gegenmodell zur aktuellen \u00f6sterreichischen Bundespolitik zeigt er auf, wie das Leben der Menschen besser wird, wenn die \u00d6VP in die Opposition wechselt. Lindner strebt als politisches Ziel an, eine linke progressive Mehrheit im \u00f6sterreichischen Nationalrat zu bekommen, um im \u00f6sterreichischen Parlament mehr Rechte f\u00fcr die LGBTIQ*-Community zu beschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Kurz nach diesem Gespr\u00e4ch wurde klar, dass Mario Lindner demn\u00e4chst erneut in den Nationalrat einziehen wird. Nach dem Ausscheiden von Thomas Drozda wird Lindner dort ab Ende M\u00e4rz als Sprecher f\u00fcr Gleichbehandlung, Diversit\u00e4t und LGBTIQ* wieder dem SP\u00d6-Parlamentsklub angeh\u00f6ren und die SoHo \u00d6sterreich im Hohen Haus vertreten.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeichen setzen \u201eMario Lindner ist einer der wenigen Politiker, der Land, Stadt, Blasmusik, Feuerwehr, Zeltfest, Veranstaltungen im Kunsthistorischen Museum und auf der Regenbogenparade, alles unter einen Hut zusammen bringt. 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