{"id":351,"date":"2021-03-12T00:59:43","date_gmt":"2021-03-12T00:59:43","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.lambdanachrichten.at\/?p=351"},"modified":"2021-05-07T20:43:34","modified_gmt":"2021-05-07T20:43:34","slug":"eine-inakzeptable-situation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=351","title":{"rendered":"Eine inakzeptable Situation"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">LGBTIQ*-Personen sind in den verschiedensten Alltagssituationen immer noch Diskriminierungen ausgesetzt, das steht au\u00dfer Frage. Dass das in \u00d6sterreich in vielen F\u00e4llen auch 2021 noch legal ist, ist inakzeptable. Seit Jahren ist die Aufwertung des Diskriminierungsschutzes (Levelling-up) eine der zentralen Forderungen der HOSI Wien und der gesamten Community. Denn queere Menschen sind nur bei Besch\u00e4ftigung und Beruf durch das Gleichbehandlungsgesetz gesch\u00fctzt, doch au\u00dferhalb des Arbeitsplatzes \u00fcberhaupt nicht. Das bedeutet f\u00fcr mich als lesbische Frau nicht nur, dass mir noch immer die gleiche unangenehme, besch\u00e4mende und psychisch belastende Situation widerfahren kann, wie den zwei Frauen im allseits bekannten Pr\u00fcckelvorfall. Nein, ich darf auch w\u00e4hrend der Wohnungssuche diskriminiert werden, oder nachts irgendwo im nirgendwo aus dem Taxi geworfen werden. \u00d6sterreich schafft es einfach nicht seine LGBTIQ*-B\u00fcrgerinnen zu sch\u00fctzen, anders als fast allen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Das ist unverst\u00e4ndlich und entt\u00e4uschend. Die jetzige Bundesregierung hat bisher leider eine sehr ern\u00fcchternde Bilanz bei LGBTIQ*-Themen. Die Chance, dass sie das Levelling-up umsetzt, geht gegen Null. Denn selbst in einer Pandemie, in der Blutkonserven dringend gebraucht werden, war es dem Gesundheitsminister nicht m\u00f6glich, das von ihm selbst (zuf\u00e4llig kurz vor der Wien-Wahl) erkl\u00e4rte Ziel einzuhalten: die Diskriminierung bei der Blutspende noch 2020 aufzuheben. Stellen wir eines klar: Anschober ist nicht machtlos in dieser Frage, die Aufhebung des Blutspendeverbots f\u00e4llt zu 100% in sein Resort und bedarf keiner parlamentarischen Zustimmung der \u00d6VP. Die Gr\u00fcnen verschanzen sich jeden Monat hinter einer anderen Ausrede. Es ist besch\u00e4mend.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch selbst ein Diskriminierungsschutz beim Konsum und den Blutspenderegeln w\u00e4ren nur ein Etappensieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade w\u00e4hrend einer Pandemie ist es erschreckend, dass LGBTIQ*-Personen beim Zugang zu medizinischer Versorgung nicht gesch\u00fctzt sind. Es gibt keine recht\u00adlichen Konsequenzen, wenn medizinisches Personal queere Menschen diskriminiert. Im Sommer erz\u00e4hlte mir eine jungen Besucherin von homophoben Aussagen ihres Psychiaters. Diese Erfahrung im sensiblen psychischen Bereich hat der ansonsten stark und selbstbewusst auftretenden jungen Frau stark zugesetzt. F\u00fcr trans Personen ist diese Schutzlosigkeit noch gravierender, da sie m\u00f6glicherweise Gutachten f\u00fcr ihrer weitere Transition brauchen. Erschreckenderweise gilt das Gleiche f\u00fcr Lehrer*innen bzw. Betreuungspersonal im Bildungswesen. Diese sollen Vorbilder f\u00fcr die j\u00fcngsten in unserer Gesellschaft sein und ihnen neben Schulstoff auch Grundwerte vermitteln und idealerweise vorleben. Trotzdem m\u00fcssen auch sie keine rechtlichen Konsequenzen f\u00fcr homo- und transphobe Diskriminierungen f\u00fcrchten. Eine Sache d\u00fcrfen wir beim Diskriminierungsschutz nie vergessen: Wir alle sind manchmal wehrlos, schlimm wird das erst wenn wir schutzlos sind. Der Kampf um vollen Diskriminierungsschutz wird uns also noch lange besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Diskriminierung findet sich auch innerhalb der LGBTIQ*-Community. Sexismus, Rassismus, Ageism, Klassismus, Ableismus und Transphobie sind nicht exklusive Probleme der Mehrheitsgesellschaft. Nun m\u00f6chte man meinen, dass gerade in einer diskriminierten Minderheit wie der unseren eine gr\u00f6\u00dfere Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die Erfahrung anderer Minderheiten, innerhalb und au\u00dferhalb unserer Community, bestehen w\u00fcrde. Leider zeigt sich immer wieder, dass dies Wunschdenken ist. Sich mit den Problemen innerhalb unserer eigenen Community zu besch\u00e4ftigen ist oft schwierig und unangenehm. Trotzdem ist es umso wichtiger diese nicht tot zu schweigen. Deshalb freue ich mich besonders, dass diese Ausgabe der Lambda dieses wichtige Thema von den unterschiedlichsten Winkeln beleuchtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche ein interessantes Leseerlebnis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LGBTIQ*-Personen sind in den verschiedensten Alltagssituationen immer noch Diskriminierungen ausgesetzt, das steht au\u00dfer Frage. Dass das in \u00d6sterreich in vielen F\u00e4llen auch 2021 noch legal ist, ist inakzeptable. Seit Jahren ist die Aufwertung des Diskriminierungsschutzes (Levelling-up) eine der zentralen Forderungen der HOSI Wien und der gesamten Community. 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