{"id":2549,"date":"2023-09-01T00:25:00","date_gmt":"2023-08-31T22:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2549"},"modified":"2025-06-04T21:58:59","modified_gmt":"2025-06-04T19:58:59","slug":"transidentitaet-in-schulen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2549","title":{"rendered":"Transidentit\u00e4t in Schulen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">F\u00f6rderung von Akzeptanz und Unterst\u00fctzung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\u201eWie kann es sein, dass es so schwer f\u00fcr mich ist, in der Schule sein zu k\u00f6nnen, wer ich bin? Lasst mich einfach sein!\u201c<br>A. 15 Jahre <\/p>\n\n\n\n<p>Immer wieder f\u00fchre ich Beratungsgespr\u00e4che mit transidenten Jugendlichen und oft ist auch Schule ein gro\u00dfes Thema. So erz\u00e4hlen mir Jugendliche wie schwer es ist, dass sie nicht oder kaum unterst\u00fctzt werden, nicht gesehen und nicht geh\u00f6rt werden. Ist es nicht so, dass vor allem die Schule ein sicherer Raum sein sollte? Es die M\u00f6glichkeit geben sollte, sich sozial zu entfalten und weiterzuentwickeln?&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Rechtlich ist es momentan so, dass wenn Arbeitnehmer*innen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit, ihrer Religion, ihrer Sexualit\u00e4t oder ihres Alters Diskriminierung am Arbeitsplatz erfahren, sie rechtlich durch das Diskriminierungsschutzgesetz gesch\u00fctzt sind. Dies gilt im Schulbetrieb somit jedoch nur f\u00fcr Lehrpersonen, da dies gesetzlich im Arbeitsrecht festgelegt ist, aber nicht f\u00fcr Sch\u00fcler*innen. Deshalb k\u00e4mpfen wir weiterhin f\u00fcr ein \u201eLevelling-up\u201c \u2013 einen vollen Diskriminierungsschutz! Levelling-up hat das Ziel, die Lebensqualit\u00e4t und Chancen f\u00fcr queere Menschen zu verbessern. Es geht darum, eine vorurteilsfreie Gesellschaft zu schaffen, in der verschiedene Individuen ihr volles Potenzial entfalten und ein erf\u00fclltes Leben f\u00fchren k\u00f6nnen, ohne Diskriminierung und Stigmatisierung zu erfahren \u2013 so eben auch in Schulen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zurzeit sind Queerfeindlichkeit, Rassismus, Klassismus, Misogynie und viele weitere wieder auf der Tagesordnung vieler Personen. Darum ist es relevant, dass Lehrpersonen aufgekl\u00e4rt werden und regelm\u00e4\u00dfig weitergebildet werden. Das erm\u00f6glicht ihnen ein Bewusstsein f\u00fcr die spezifischen Bed\u00fcrfnisse und Herausforderungen von eben auch transidenten Sch\u00fcler*innen zu entwickeln. So sollen diese dazu beitragen, Diskriminierung zu vermeiden, die Sensibilit\u00e4t f\u00fcr geschlechtsspezifische Herausforderungen zu erh\u00f6hen und eine inklusive Lernumgebung zu schaffen, in der sich Sch\u00fcler*innen sicher und akzeptiert f\u00fchlen. Dies ist momentan aber kaum bis gar nicht der Fall, weil sie auf Freiwilligkeit basieren und so wissen Lehrende oft nicht, wie sie in manchen Situationen handeln sollen. In einem Gespr\u00e4ch mit einer jugendlichen Person wurde mir eine Situation geschildert, bei den Lehrpersonen zum Beispiel der Sch\u00fclerin die M\u00f6glichkeit gegeben haben sich zu outen. Als der Wunsch aufkam, dar\u00fcber zu sprechen und es intensiver zu thematisieren, wurde dies jedoch abgelehnt. Da stell ich mir die Frage: warum? Geht es darum, das Kind vor Mobbing zu sch\u00fctzen und eventuell nicht in der Lage zu sein, diese Situation aufzufangen? Oder ist der Gedanke doch andere Sch\u00fcler*innen vor sogenannter \u201eFr\u00fchsexualisierung\u201c zu sch\u00fctzen? Es gibt unz\u00e4hlige Erfahrungsberichte von transidenten Kindern und Jugendlichen, welche aufgrund ihres Geschlechts psychische und\/oder physische Gewalt in der Schule erlebt haben. Dies w\u00e4re mithilfe von intensiver Aufkl\u00e4rungsarbeit, auch auf struktureller Ebene, oftmals vermeidbar gewesen. Aufkl\u00e4rungsarbeit f\u00f6rdert ein Klima der Akzeptanz, Inklusion und Gleichberechtigung und k\u00e4mpft so aktiv gegen Diskriminierung. Sie zeigt Kindern die M\u00f6glichkeit auf, nicht in die \u201eHetero-Norm\u201c passen zu m\u00fcssen, dass Diversit\u00e4t sch\u00f6n, gut und wichtig ist. Deshalb muss die Schule auch immer ein gewisser Schutzraum sein. Die Schule stellt einen ma\u00dfgeblichen Ort dar an dem Wissen und Werte vermittelt werden. Indem queere Themen in den Lehrplan integriert werden, schaffen wir eine Umgebung, in der Sch\u00fcler*innen sich mit den Herausforderungen und Erfahrungen von transidenten Personen auseinandersetzen. Sie ist ein Schritt hin zu einer inklusiveren und gerechteren Gesellschaft, in der alle Menschen gleiche Rechte und Chancen haben.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Arbeit h\u00f6rt jedoch nicht an der Schult\u00fcr auf. Es liegt an uns allen, weiterhin aktiv f\u00fcr Rechte und Anerkennung queerer Personen einzutreten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Kae Tribus\u00a0<br>Coming-out-Leitung\u00a0<br>HOSI Wien\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00f6rderung von Akzeptanz und Unterst\u00fctzung \u201eWie kann es sein, dass es so schwer f\u00fcr mich ist, in der Schule sein zu k\u00f6nnen, wer ich bin? Lasst mich einfach sein!\u201cA. 15 Jahre Immer wieder f\u00fchre ich Beratungsgespr\u00e4che mit transidenten Jugendlichen und oft ist auch Schule ein gro\u00dfes Thema. 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