{"id":2546,"date":"2023-09-01T00:24:00","date_gmt":"2023-08-31T22:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2546"},"modified":"2025-09-04T22:10:22","modified_gmt":"2025-09-04T20:10:22","slug":"wir-im-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2546","title":{"rendered":"Wir im Heute"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">In einem Interview mit einer Studentin wurde ich neulich, bezogen auf mein aktivistisches\/ehrenamtliches Engagement, gefragt, wieso ich das eigentlich mache. Mir fielen Erlebnisse aus meiner Kindheit und Jugend ein, Erfahrungen als Betroffene und Nicht-Betroffene in der \u00d6ffentlichkeit, Diskriminierung \u00fcber Social Media. F\u00fcr mich bedeutet mein Ehrenamt bei der HOSI Wien ein Aufstehen gegen Missst\u00e4nde, gleichzeitig einen Kampf f\u00fcr Freiheit, Gleichheit, Sicherheit. Die Studentin fragte mich, ob ich auch aufgrund von&nbsp; positiven Erlebnissen das Bed\u00fcrfnis habe, mich ehrenamtlich zu engagieren. Ja \u2013 f\u00fcr deren Erhalt oder das Wiedererleben. Damit andere dieselbe Erfahrung machen k\u00f6nnen. Dabei geht es dennoch um den Widerstand gegen Missst\u00e4nde, gegen Diskriminierung. Vortr\u00e4ge \u201eBooktalk: Anna H\u00e1jkov\u00e1 \u2013 Menschen ohne Geschichte sind Staub, Homophobie und Holocaust\u201c erinnern mich an die vielen Dinge, die bereits erreicht wurden. Als queere\/lesbische cis* Frau genie\u00dfe ich das Privileg, mittlerweile viele Rechte und Freiheiten zu haben, aufgrund von K\u00e4mpfen, die vor mir gef\u00fchrt wurden. Ich f\u00fchle mich den vielen Lesben verbunden, die vor mir gelebt, geliebt und gek\u00e4mpft haben. Und trotz der Privilegien und dem bereits Erreichten \u00fcberlege ich zweimal, bevor ich in Wien die Hand der Frau ergreife, die neben mir geht. Und vielleicht lasse ich sie auch heute noch wieder los, wenn ich nachts im Dunkeln an einer Bar vorbeigehe, vor der viele m\u00e4nnlich gelesene Personen stehen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann denke ich daran, dass ich \u201enur\u201c \u00fcberlege und sie \u201enur\u201c vielleicht wieder loslasse. Ich kann mich ansonsten allein ziemlich frei bewegen. Und ich denke an Freund*innen, die trans* sind und denen es manchmal schwerf\u00e4llt, das Haus einfach und spontan zu verlassen. Die \u00fcberlegen, wie sie heute aussehen, wohin sie gehen und was dort passieren k\u00f6nnte, wenn sie dieses oder jenes Kleidungsst\u00fcck tragen. Wir teilen uns Safe Spaces, wie beispielsweise den LesBiFem-Abend im Gugg, aber der Weg dorthin kann f\u00fcr uns unterschiedlich aussehen. Ich muss also das Ausbleiben negativer Erfahrungen in der \u00d6ffentlichkeit auch zu den positiven Erlebnissen z\u00e4hlen, nach denen ich gefragt wurde. Und gleichzeitig bin ich mir dar\u00fcber bewusst, dass ich diese positiven Erfahrungen mache, die andere noch nicht machen d\u00fcrfen. Wenn ich also im Netz einen Kommentar lese, der angibt \u201ewir\u201c h\u00e4tten ja die gleichen Rechte und Freiheiten mittlerweile wie hetero cis* Personen, hinterfrage ich dieses \u201ewir\u201c (abgesehen davon, dass die Aussage eh nicht stimmt). So geh\u00f6ren beispielsweise alle Besucher*innen des LesBiFem-Abends f\u00fcr mich zu einem Wir, von dem ich spreche. Nicht nur, dass ich trans* Personen nicht aus diesem Wir ausklammere \u2013 ich beziehe sie bewusst mit ein. Ich f\u00fchle mich ihnen besonders zugeh\u00f6rig, mich ihnen besonders verbunden. Und aufh\u00f6ren zu k\u00e4mpfen kann ich \u2013 k\u00f6nnen wir \u2013 erst, wenn wir alle tats\u00e4chlich die gleichen Rechte und Freiheiten haben.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Interview mit einer Studentin wurde ich neulich, bezogen auf mein aktivistisches\/ehrenamtliches Engagement, gefragt, wieso ich das eigentlich mache. Mir fielen Erlebnisse aus meiner Kindheit und Jugend ein, Erfahrungen als Betroffene und Nicht-Betroffene in der \u00d6ffentlichkeit, Diskriminierung \u00fcber Social Media. 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