{"id":2467,"date":"2023-09-01T00:06:00","date_gmt":"2023-08-31T22:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2467"},"modified":"2023-09-01T00:17:39","modified_gmt":"2023-08-31T22:17:39","slug":"gemeinsam-sind-wir-staerker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2467","title":{"rendered":"Gemeinsam sind wir st\u00e4rker!"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">TIN (Trans* Inter* Nicht Bin\u00e4r)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Viele \u00e4ltere inter* Menschen, die ich bis heute kennenlernen durfte, waren fr\u00fcher bzw. sind auch noch immer Teil der trans* Community und haben auch in dieser ihren Aktivismus als trans* Menschen und sp\u00e4ter als trans* inter* Menschen gestartet. Einige von ihnen haben w\u00e4hrend ihrer Transition herausgefunden, dass sie intergeschlechtlich sind, dies passiert auch heute noch sehr regelm\u00e4\u00dfig. Warum? Ja, weil Intergeschlechtlichkeit auch heute noch immer von der Medizin und der Gesellschaft so sehr tabuisiert wird, dass oftmals Menschen gar nicht auf den Gedanken kommen, dass sie mit einer Variation der Geschlechtsmerkmale geboren wurden. Und somit startet f\u00fcr manche inter* Menschen der Weg in die Transition, bevor sie ihr Inter* Sein herausfinden. Aber es gibt auch inter* Menschen, die sich im vollen Bewusstsein ihrer Intergeschlechtlichkeit f\u00fcr ihre Transition entscheiden, da sie mit den von der Medizin durchgef\u00fchrten nicht konsensuellen Behandlungen und Operationen in ihrer Kindheit ungl\u00fccklich sind, weil es ihrem tats\u00e4chlichen Sein nicht entspricht. Hier sehen wir die Erste sehr wichtige Verbindung der trans* und inter* Community, n\u00e4mlich die Menschen selbst in ihrem vielf\u00e4ltigen Sein. Eine zweite gro\u00dfe Verbindung ist der Aktivismus dieser Menschen. Wenn wir einen Blick nach Berlin machen, wurde damals TRIQ (TransInterQueer e.V. , Anm. d. Red.) gemeinsam von trans* und inter* Menschen gegr\u00fcndet und auch bei der Gr\u00fcndung von TGEU (Transgender Europe e.V., Anm. d. Red.) waren inter* Menschen mit dabei. Im \u00dcbrigen fand die erste Sitzung der\u00a0 TGEU in Wien statt und auch der erste Vereinssitz war in Wien, bis man sich dann entschieden hat diesen von Wien nach Berlin zu wechseln, da die meisten aktiven Menschen des Vereins in Berlin lebten. Als sich dann einige Jahre sp\u00e4ter OII Europe (Organisation Intersex International Europe, Anm. d. Red.) gegr\u00fcndet hat, war es die TGEU, die OII Europe B\u00fcror\u00e4umlichkeiten zur Verf\u00fcgung gestellt hat. Policy Arbeit wurde fr\u00fcher als auch heute immer eng abgestimmt. Man unterst\u00fctzt sich, arbeitet miteinander um die Lebensbedingungen von trans*, inter* und nicht bin\u00e4ren Menschen zu verbessern. Dies auch mit der Unterst\u00fctzung von ILGA-Europe, bei denen beide Vereine Mitglied sind. Wie man sieht, funktioniert die Zusammenarbeit auf Europa Ebene sehr gut, denn es wurden schon viele Ziele erreicht, auch wenn der Weg zur vollen Selbstbestimmung noch ein sehr langer und steiniger ist. Zur\u00fcck nach \u00d6sterreich, auch hier gab es immer Verbindungen mit der trans* Community, die waren Mal mehr und Mal weniger. Auf einer pers\u00f6nlichen Ebene waren sie immer sehr stark, nur auf der Vereinsebene hat man sich immer wieder Mal aus den Augen verloren. Dies versuchen wir aber zu verbessern, es gibt seit einiger Zeit regelm\u00e4\u00dfigen Austausch mit VENIB, Change, TransX und auch immer wieder mit trans* Aktivist*innen der HOSI Wien und Salzburg. Wir unterst\u00fctzen uns bei Veranstaltungen, hatten eine gemeinsame Fu\u00dfgruppe bei der Regenbogenparade, besprechen miteinander Policy Anliegen und unterst\u00fctzen einander rund um die Trans*feindlichkeitsdebatte, angesto\u00dfen von Politiker*innen in \u00d6sterreich. Und genau das ist auch der Grund, warum es so wichtig ist innerhalb dieser Communities in Verbindung zu bleiben und nicht nur das, sondern sie auch noch zu vertiefen. Denn wir werden noch immer stark von Gesellschaft, Medizin, Politik angegriffen. Erlangte Rechte werden uns wieder abgesprochen, wie in Ungarn, oder den USA, die Gesundheitsversorgung wird immer schlechter, bzw. ist in manchen L\u00e4ndern gar nicht gegeben f\u00fcr TIN* Menschen, der konservative, rechte Fl\u00fcgel (TERFs eingeschlossen) k\u00e4mpft massiv gegen unser Sein, ja teilweise sogar gegen unser Leben, das zeigen Statistiken von \u00dcbergriffen, Morden und Anfeindungen der letzten Jahre, die Zahlen steigen massiv. Mediziner*innen die inter* Menschen einfach behandeln, aber trans* Menschen, die eine f\u00fcr sich bewusste Entscheidung treffen, werden diese Behandlungen widersagt, oder sehr hohe H\u00fcrden auferlegt. Hier sehen wir, unser Sein, unsere Menschenrechte werden kontrolliert und missachtet von Menschen in patriarchal-strukturierten Machtpositionen, die glauben sie haben ein Recht darauf andere zu zerst\u00f6ren und ja, das Wort ist vielleicht etwas hart, doch das ist es was sie tun, die Zahlen der Suizidversuche und der Suizide von TIN* Menschen der letzten Jahre zeigen es eindeutig.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Die oben genannten Gruppierungen versuchen uns auch immer wieder gegeneinander aufzuhetzen, mit Aussagen wie, \u201enaja die einen wollen OPs, die anderen nicht\u201c, oder in politischen Debatten wird der eine Aktivismus gegen den anderen als Argumentation verwendet, um ja keine Zugest\u00e4ndnisse zu machen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber eines ist uns klar: Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen, denn wir haben ein gemeinsames Ziel und dieses hei\u00dft SELBSTBESTIMMUNG, auf unsere K\u00f6rper, unseren Geschlechtseintrag, unser SEIN. Und daf\u00fcr werden wir k\u00e4mpfen &#8211; GEMEINSAM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TIN (Trans* Inter* Nicht Bin\u00e4r) Viele \u00e4ltere inter* Menschen, die ich bis heute kennenlernen durfte, waren fr\u00fcher bzw. sind auch noch immer Teil der trans* Community und haben auch in dieser ihren Aktivismus als trans* Menschen und sp\u00e4ter als trans* inter* Menschen gestartet. 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