{"id":2367,"date":"2023-06-02T02:13:00","date_gmt":"2023-06-02T00:13:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2367"},"modified":"2023-06-06T18:38:38","modified_gmt":"2023-06-06T16:38:38","slug":"schuldig-geboren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2367","title":{"rendered":"Schuldig geboren"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr ein neues Trans-Narrativ<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Jetzt m\u00fcssen wir auch noch Historiker*innen sein um die Geschichte neu zu erz\u00e4hlen. Sind wir nicht schon \u00c4rzt*innen, die jahrelang die medizinischen Professionen als wissende Versuchskaninchen davon \u00fcberzeigen mussten, dass medizinische Eingriffe uns ges\u00fcnder machen? Mussten wir nicht Generationen von Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen in das Trans*-Sein einf\u00fchren und ihnen beweisen, dass wir zum ganz nat\u00fcrlichen geschlechtlichen Spektrum geh\u00f6ren und eine vielleicht oft ganz banale Sexualit\u00e4t haben? Mussten wir nicht allen Psychiater*innen beweisen, dass Trans eben keine schwere mentale Erkrankung ist und wir keine Medikamente, physikalische Behandlungen oder Psychotherapie brauchen nur, weil wir trans sind? Mussten wir nicht schon zu oft Jurist*innen in Verfahren lotsen? Mussten wir nicht schon zu lange in unserem Alltag unter Beweis stellen, dass wir auch nur ganz normale Menschen sind? Und jetzt auch noch diese Reihe von Zufallsfunden, Fragmenten und Erinnerungen (Halbwachs 1985) welche nur unter unseren heutigen Bezugsrahmen rekonstruiert werden k\u00f6nnen. Wir sind gen\u00f6tigt uns zu erkl\u00e4ren, anderen zu erkl\u00e4ren. Denn wir sind schuldig geboren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Text erneuert anl\u00e4sslich ihres 50. Jahrestages eine Anklage, welche mit der Rede der Transaktivistin Silvia Rivera am 24. Juni 1973 bei der New Yorker Pride auf dem Washington Square erstmals (auch auf Grund des Ausschlusses von Trans* aus der Gay Liberation Front) formuliert wurde. Diese Ausgrenzung innerhalb der LGBTIQ+, welche sich vor \u00fcber 50 Jahren von den USA nach Europa ausbreitete ist bis heute nicht \u00fcberwunden. Es hat sich etwas ver\u00e4ndert, aber nicht viel. Wir erleben eine breitere Unterst\u00fctzung von Frauen und es gibt inzwischen Trans-Institutionen. Daher richtet sich diese vorwiegend an die bevormundenden meist schwulen cis-M\u00e4nner (Eli Erlick 2023), welche die Pride und die ganze Bewegung an sich gerissen haben, sch\u00f6ner formuliert, die Schirmherrschaft \u00fcbernommen haben, obwohl diese weder ihnen geh\u00f6rt und sie gar nichts daf\u00fcrk\u00f6nnen, dass es die Pride \u00fcberhaupt gibt. Dazu sp\u00e4ter. Zun\u00e4chst ein frei \u00fcbersetzter Auszug aus der Rede, welche unter ihrem Titel im Netz zu finden ist, wenn frau wei\u00df, dass es diese gibt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ihr seid besser alle sch\u00f6n ruhig<br>(Y\u2019all better quiet down! Rivera 1973)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e\u2026 Aber, tut ihr irgendwas f\u00fcr mich? Nein, ihr sagt mir ich soll gehen und meinen Schwanz zwischen meinen Beinen verstecken. Ich lasse mir diese Schei\u00dfe nicht mehr bieten. Ich wurde geschlagen. Meine Nase wurde mir gebrochen. Ich wurde ins Gef\u00e4ngnis geworfen. Ich habe meinen Job verloren. Ich habe meine Wohnung f\u00fcr die Gay Liberation verloren und ihr alle behandelt mich so? Was verdammt nochmal stimmt mit euch allen nicht? Denkt dar\u00fcber nach! &#8230;\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig enth\u00e4lt dieser Text auch ganz im Sinne Riveras mehrere Aufforderungen. Eine ist es aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und sich aktiv um Solidarit\u00e4t (zumindest) zu bem\u00fchen, den am Ende ihrer Rede ruft sie mit \u201eGay Power!\u201c, und wir w\u00e4ren damals alle gay gewesen, zur Solidarit\u00e4t auf. Sonst wird es mit dem \u201egemeinsamen\u201c Aufstieg \/ Sichtbar werden (\u201eTogether we rise\u201c, dem Motto der diesj\u00e4hrigen Regenbogenparade) leider schwierig. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Schritt zur\u00fcck<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schuldig geboren\u201c, der Titel der Einleitung zum Anhang des \u201eDer Arzt im Hause\u201c von Magnus Hirschfeld, welche undatiert ist, aber wohl aus dem Jahr 1927 stammt, l\u00f6ste einige Assoziationen aus. Dabei geht es weniger um Schuld, als um Scham im vermeintlichen Wissen um eine von au\u00dfen zugeschriebenen Schuld, welche bis heute weitreichende Auswirkungen auf das Leben der Menschen hat. So glaubte Didier Eribon er habe keine Karriere gemacht, weil er schwul sei (R\u00fcckkehr nach Reims, 2016). Erschreckend ist auch, dass sich laut einer Studie, welche dieses Jahr anl\u00e4sslich des Lesbian Visibility Day ver\u00f6ffentlicht wurde, 79% der britischen lesbischen Frauen zwischen 18 und 30 daf\u00fcr sch\u00e4men zu LGBT+ zu geh\u00f6ren (Just Like US 2023). Dass 88% der Trans* in dieser Altersgruppe Selbstmordgedanken haben, ist ja inzwischen Allgemeinwissen. (ebenda)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Magnus Hirschfeld schreibt schon damals, dass \u00fcber dem Haupt der \u201eTransvestiten\u201c, wie wir damals genannt, wurden \u201e\u2026 von Geburt an den Makel einer sogenannten \u201aSchuld\u2018 wie ein Schwert h\u00e4ngt.\u201c Er beschreibt dann einen Fall als \u201eOffenbarung und Gest\u00e4ndnis eines ungl\u00fccklichen Menschen, der unter der Gei\u00dfel der Moral zusammengebrochen ist\u201c. Es war nicht der einzige Fall, den er \u201ebegutachtete\u201c und dokumentierte: \u201eWie erstaunt waren wir, als wir dem ersten Transvestiten begegneten, dem sp\u00e4ter so viele hunderte folgten.\u201c Weitere Fallbeschreibungen finden sich bereits in: Die Transvestiten, Hirschfeld 1925. Er beklagte jedenfalls schon damals \u201e\u2026 das Heer der alteingewurzelten Meinungen\u2026\u201c und \u201e\u2026 jene blinde, urteilslose Weitergabe oft mittelalterlicher Gedankeng\u00e4nge von Geschlecht zu Geschlecht.\u201c Diese \u201e\u2026 stand drohend und verachtungsvoll am Wege\u201c. Oft braucht es \u201ebei Bet\u00e4tigung dieser ihrer Naturanlage\u2026 f\u00fcr dessen Vorhandensein sie in keiner Weise verantwortlich gemacht werden konnten\u2026\u201c keiner Schweren Strafe f\u00fcr das \u201e\u00f6ffentliche \u00c4rgernis\u201c. Verachtung reicht schon aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Archiv des Instituts wurde am 6. Mai 1933 zerst\u00f6rt, die Institutsbibliothek landete im Feuer der B\u00fccherverbrennung. So sind allein die vorher publizierten F\u00e4lle dokumentiert erhalten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Schritt zur Seite<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als schuldig geboren werden auch die Kinder der T\u00e4ter*innen des NS-Regimes in Peter Sichrovsky\u2019s Buch bezeichnet. Auch wenn einige wenige, die heute in Wien leben, mit der an die Kinder aller \u00fcbertragen Kollektivschuld aufgewachsen sind, die meisten wuchsen hier ja mit dem Opfermythos auf, hat Hannah Ahrend sich zurecht gegen die Kollektivschuld gestellt, denn wo alle schuldig (oder unschuldig) sind ist niemand schuldig (oder unschuldig). Es kann nur um pers\u00f6nliche Verantwortung gehen. (Ahrend 1991) Doch warum dieser Schritt zur Seite. Zum einen hat die NS-Zeit einen deutlichen Bruch in allen deutschsprachigen Emanzipationsbewegungen bedeutet, zum anderen gibt es eine gro\u00dfe Gemeinsamkeit zwischen den Gruppen, welche vermeintlich Schuld auf sich geladen haben: Das Schweigen. Zum Teil wurde diese Zeit nur \u201eakademisch\u201c aufgearbeitet, was wichtig war. Erst jetzt, zwei Generationen sp\u00e4ter kommt es zu einer emotionalen Aufarbeitung und viel mehr Details treten zu Tage, wie zuletzt die Lynchjustiz in Schwarzau im Gebirge 1945. Dieses Schweigen aufzubrechen ist in jeder Hinsicht wichtig, denn: \u201eNicht zu wissen, was vor der eigenen Geburt geschehen ist, hei\u00dft immer ein Kind zu bleiben.\u201c (Cicero) Viel Ungewusstes wird \u00fcber Generationen durch Schweigen weitergegeben, was sehr sp\u00e4t Anlass zur Recherche gibt. Das Schweigen hat jedenfalls Folgen, denn wie es Gunter Schmid mal formulierte: \u201eDie Vergangenheit ist die Tochter der Zukunft\u201c. Unabh\u00e4ngig von dem was in der NS-Zeit passiert ist oder in der Geschichte der LGBTIQ+-Bewegung vorkam. Das Gespr\u00e4ch sollte auf jeden Fall von allen Seiten gesucht und ein respektvoller Umgang gefunden werden. Denn: \u201eWenn Menschen in Kategorien von mehr oder weniger \u201ewertvoll\u201c eingeteilt werden, wenn bestimmte Opfergruppen gar als weniger \u201ewertvoll\u201c als andere angesehen werden, dann bedeutet das am Ende nur eins: Dass die nationalsozialistische Ideologie weiterlebt.\u201c (Rosette Katz: Rede im deutschen Bundestag 2023 anl\u00e4sslich der Gedenkfeier zur Befreiung von Auschwitz)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verschweigen und Ausl\u00f6schung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als wir uns in den 90er Jahren auf die Suche nach Quellen machten, war auch unser erster Weg jener in die \u201eV\u00f6lkerkunde\u201c, da wir dort in ehemaligen oder weit entfernten Kulturen am ehesten Spuren von Trans zu finden hofften. Wir h\u00e4tten nicht nach Indien gehen m\u00fcssen, liegen die Spuren doch z.B. in Neapel vor der Nase. Die Feminelli waren fr\u00fcher hoch angesehen, hatten einen hohen sozialen Status und waren integraler Bestandteil von Zeremonien. Sie waren Gl\u00fccksbringer und sollten Neugeborene im Arm halten. Die Kultur hat sich ge\u00e4ndert. Wie in anderen Kulturen erlebten die Feminelli einen sozialen Abstieg und leben heute zumeist von der Prostitution. (Atlas, 2010) Was \u00d6sterreich betrifft, gibt es sehr wenig Quellen. Inzwischen sind einige (altmodische) B\u00fccher, zum Teil in den USA, als Reprint erschienen. Und es tauchen auch immer wieder Fragmente der Geschichte auf. Manches war lange Verschollen und kam dann \u00fcber Kartons von Flohm\u00e4rkten wieder zum Vorschein, so die Sammlung S\u00e9bastien Lifshitz, oder Photographien aus der Casa Susanna (Chevalier D\u2019Eon Resort) aus den 50er Jahren und auch verschollen Geglaubtes, wie die Photographien des Magnus-Hirschfelds-Institut. Neben der gro\u00dfen Ausl\u00f6schung der NS-Zeit gibt es bis heute Bestrebungen, Dokumente, Photographien und Befunde zu negieren, zu unterdr\u00fccken, oder abzuwerten. Dabei wird gerade in den Geschichtswissenschaften immer wieder argumentiert, es g\u00e4be keine Beweise und\/oder die Person h\u00e4tte sich nie klar ge\u00e4u\u00dfert. Bei weit zur\u00fcckliegenden arch\u00e4ologischen Funden wird meist sehr konservativ und einseitig (m\u00e4nnlich, zumindest bin\u00e4r) bewertet. Ein kurioser Fall betrifft die chromosomale Bestimmung eines Skelettes mit XXY Karyotyp, welcher in der Medizin als \u201eKlinefelter-Syndrom\u201c bezeichnet wird und heute als eine m\u00f6gliche Variante von Intergeschlechtlichkeit gilt. Die Erstautorin Ulla Moilanen schrieb in der Studie von einer nicht-bin\u00e4ren Person, einer mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht eindeutig m\u00e4nnlich\/weiblich gelesenen Person, was ihr gleich die Kritik des Faches einbrachte sie w\u00fcrde eine unbeweisbare Behauptung aufstellen. Dass die dazugeh\u00f6renden Grabfunde nicht zu einer eindeutig weiblichen Person passten, \u00fcberzeugte die Expert*innn nicht. Diese waren wohl mit einem nicht bin\u00e4ren oder intergeschlechtlichen Skelett \u00fcberfordert. Geschichtsgl\u00e4ttung und L\u00f6schungen von Geschichte sind keine neue Erfindung. Schon immer wurden Funde in die eigene Theorie\/Weltbild gepresst. Bei Geschlechtsinkongruenz jeder Art ist diese L\u00f6schung jedoch sehr virulent.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Trans-Narrativ<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt ein paar Spurensuchende, wie zum Beispiel Zavier Nunn oder Eli Erlick und wohl noch mehr, es bleibt jedoch noch viel zu tun um die gro\u00dfen L\u00fccken in der Trans-Geschichte zu f\u00fcllen, vor allem was die regionale und n\u00e4here Vergangenheit betrifft. Das ist vor allem wichtig um der Ausl\u00f6schung entgegen zu wirken und eine neues Narrativ bereit zu stellen und auch entgegen zu stellen. Dies ist auch eine Aufforderung an die junge Generation. Denn nein, unsere Gruppe in Wien in den 90ern war sicher nicht die erste, es gab bereits eine in Graz, die TSI. Und davor gab es sicher auch schon andere Initiativen. Narrative schaffen eine Form der Identit\u00e4t und wenn Torrey Peters in Detransition Baby (2021) als Reese beklagt keine \u201eEltern\u201c gehabt zu haben, mag dies nicht bei Jede*r unbedingt positive Gef\u00fchle ausl\u00f6sen \u201eEltern\u201c zu bekommen. Doch, wie Anna H\u00e1jkov\u00e1 es in ihrer Magnus Hirschfeld Lecture formulierte, \u201eMenschen ohne Geschichte sind Staub\u201c (2021).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Stonewall<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Transgender-Personen und Sexarbeiter*innen wurden schon fr\u00fcher von der Polizei verfolgt, so im Compton 1966. Die Situation spitze sich im Stonewall Inn auch auf Grund des sehr gemischten Publikums 1969 zu. Es gibt unterschiedliche Berichte \u00fcber die Ereignisse, welche die Stonewall-Unruhen ausl\u00f6sten. Susan Striker beschreibt Sylvia Rivera in \u201eTransgender History\u201c (2017) als eine der Ersten, die eine Bierflasche warf, nachdem sie von einem Schlagstock der Polizei getroffen wurde, was die Menge in Rage gebracht haben soll. Sie selbst meinte in einem Interview, die h\u00e4tte den zweite Molotov Cocktail geworfen (Rothberg, 2021). In Lillian Faderman \u201eThe Gay Revolution\u201c (2015) beschreiben Lucian Truscott und Howard Smith Marsha P. Johnson solle in extrem hohen St\u00f6ckelschuhen mit einem Sack voller Steine einem Polizeiauto die Frontscheibe eingeschlagen haben, was die Gewalt ausl\u00f6ste. Aber auch der Dragking Storm\u00e9 DeLarverie soll auf Grund des ersten Steinwurfs die Unruhen ausgel\u00f6st haben. Laut Howard Smith soll Storm\u00e9 nach ihrer Verhaftung und dem ersten Entkommen aus dem Polizeibus die Menge aufgefordert haben doch etwas zu tun.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Marsha P. Johnson (1945 \u2013 1992)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie war eine Schwarze Gender-Nonconforming und brachte eine weibliche Geschlechtsidentit\u00e4t zum Ausdruck, bezeichnete sich aber eher als \u201equeen\u201c oder \u201etransvestite\u201c. Sie war eine beliebte Figur in der Kunstszene, Mitglied in Andy Warhols Drag-Performance-Gruppe \u201eHot Peaches\u201c und trat in verschiedenen Dokumentarfilmen in Erscheinung. Sie wurde am 6. Juli 1992 tot im Hudson River aufgefunden. Ihr Tod wurde zun\u00e4chst als Suizid eingestuft, was sp\u00e4ter in \u201eungekl\u00e4rt\u201c ge\u00e4ndert wurde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sylvia Rivera (1951 \u2013 2002)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie wurde in eine Familie venezolanischer und puerto-ricanischer Abstammung geboren und mit 10 Jahren als Waise von der Gro\u00dfmutter versto\u00dfen weil sie Makeup trug. Sie war fortan obdachlos und verdingte sich als Sexarbeiterin. Da sie sich stark mit der Gay Liberation Front identifizierte, bezeichnete sie sich lange Zeit als Gay, sp\u00e4ter bezeichnetet sie sich selbst als Transgender.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1970 gr\u00fcndeten Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera gemeinsam die Aktivistengruppe Street Transvestite Action Revolutionaries (STAR) um obdachlose Drag Queens und Trans* zu unterst\u00fctzen. Der Verein begann in New York, hatte aber bald Ableger in anderen St\u00e4dten. Rivera und Johnson verdienten Geld f\u00fcr den Verein durch Prostitution, um junge Obdachlose finanziell zu unterst\u00fctzen und somit vor der Prostitution zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Mai 2019 wurde bekannt gegeben, dass Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera im Greenwich Village in der N\u00e4he des Stonewall Clubs in New York City mit Denkm\u00e4lern geehrt werden sollen. Der Bau h\u00e4tte 2021 abgeschlossen sein sollen. Diese Denkm\u00e4ler von Johnson und Rivera w\u00fcrden die weltweit ersten sein, die Trans*-Aktivisten ehren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Storm\u00e9 DeLarverie (1920 \u2013 2014)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Storm\u00e9 war Kind einer Mischehe und bekam nie eine Geburtsurkunde. Ihre Erscheinung wird als butch und gender-nonconforming beschreiben. Sie arbeitete als Showmasterin, musikalische Direktorin, Dragking, und S\u00e4nger. Sie setzte sich nach Stonewall verst\u00e4rkt f\u00fcr die LGBT-Personen ein und galt als \u201eRosa Parks der US-amerikanischen LGBT-Gemeinschaft\u201c. Sie lebte mehrere Jahrzehnte lang im New Yorker Chelsea Hotel und wurde dort bis zur Einweisung in Pflegeheime auf Grund von Demenz von Nachbar*innen versorgt. Bis zu ihrem Tod setzten sich Menschen f\u00fcr sie ein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auch deswegen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt immer wieder F\u00e4lle, wie zuletzt bei den Grammy\u2018s, bei denen ein*e Trans* davon ausgeht, die erste ihrer Art zu sein. Es kam postwendend der Einspruch von PinkNews: Wendy Carlos h\u00e4tte bereits 1970 mit einem Moog gewonnen. Auch in vielen anderen Feldern gab es eine ganze Reihe Trans, welche auf Grund ihrer herausragenden Leistung ausgezeichnet wurden. Es w\u00e4re schon sehr cool, g\u00e4be es auch mal eine Liste ber\u00fchmter Trans*, mit der man durch die Zeit surfen k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr ein neues Trans-Narrativ Jetzt m\u00fcssen wir auch noch Historiker*innen sein um die Geschichte neu zu erz\u00e4hlen. 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