{"id":2313,"date":"2023-06-02T02:00:00","date_gmt":"2023-06-02T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2313"},"modified":"2023-06-02T08:21:22","modified_gmt":"2023-06-02T06:21:22","slug":"dykes-on-bikes-austria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2313","title":{"rendered":"Dykes on Bikes Austria"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Am Wachau Ring und im Schritttempo am Wiener Ring<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Die motorradfahrenden Mitgliederinnen des Vereins WIMA Austria, Women\u2018s International Motorcycle Association \u00d6sterreich, treffen sich einmal im Monat bei ihrem Stammtisch in Wien-Meidling. Dort tauschen sie Erfahrungen und Wissen \u00fcber das Motorradfahren aus und vernetzen sich. WIMA Austria ist eine der vierzig nationalen Unterorganisationen der WIMA International. Die Frauen setzen sich daf\u00fcr ein, selbstbewusst als Frau auf dem Motorrad unterwegs zu sein. Dabei gilt es, \u00f6ffentlich Flagge zu zeigen, um als Frau mit der Maschine aktiv sichtbar zu sein, im immer noch m\u00e4nnerdominierten Motorradsport. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">WIMA Austria besteht aus einer kleinen Gruppe von 36 Mitgliedern, die gemeinsame Fahrvergn\u00fcgen f\u00fcr und mit Frauen sowie Frauen im Amateur Motorsport f\u00f6rdern und den Frauen einen leichteren Zugang zum Motorradsport anbieten. Dabei organisieren sie auch Motorsport- und andere Sportveranstaltungen mit Mitgliedern der WIMA International oder anderen WIMA Landesorganisationen. Letztendlich vertritt WIMA Austria die Interessen von motorradfahrenden Frauen in \u00d6sterreich. Chris Baumer ist aktuell Vereinspr\u00e4sidentin und Susanne Scharf Schriftf\u00fchrerin des WIMA Austria, der seit dem Jahr 1996 bei WIMA International Mitglied ist. Neben verschiedenen nationalen Aktivit\u00e4ten gibt es auch einmal im Jahr einen Fixpunkt, die sogenannte Rally. Seit dem Jahr 1950 vernetzen sich rund viertausend Motorradfahrerinnen weltweit bei WIMA International. Susanne ist eine der wenigen geouteten Lesben bei WIMA Austria und ebenfalls Mitglied bei WIMA International, wo sie im Jahr 2017 ihre Partnerin kennengelernt hat. Bei WIMA International wird stets versucht die Vereinsstatuten zu aktualisieren, besonders in den letzten Jahren waren die Mitglieder vom Verein WIMA International gefordert, den Begriff Frau korrekt neu zu definieren, wie lesbisch, queer oder nonbin\u00e4r die Motorradfrauen sich sehen. Aber die geschlechtliche oder Genderorientierung von Frauen spiele eine untergeordnete Rolle bei WIMA Austria und WIMA International, sagt Susanne Scharf, vielmehr seien die emanzipatorischen Aspekte, also Sichtbarkeit und Unabh\u00e4ngigkeit der Frau an sich relevant.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/rbp2012_dykeonbike-1024x682-1.jpg\" alt=\"Die ehemalige Obfrau von Dykes on Bikes Austria Susanne Scharf beim Anf\u00fchren der Wiener Regenbogenparade. 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Da es in ihrer Herkunftsfamilie weder Motorrad noch Auto gab, musste sie sich sozusagen selbst erfinden, wie sie sagt. Bereits in den 1970er Jahren wurde eine Motorradmarke mit dem Slogan \u201eFreiheit f\u00fcr den Mann\u201c beworben, was die im Jahr 1962 geborene Motorradfahrerin schon damals provoziert habe. Infolge f\u00e4hrt sie bereits seit dem Jahr 1980 Motorrad. Knapp zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter, im August 2002, gr\u00fcndeten ein paar Dykes den Verein Dykes On Bikes Austria, um die traditionelle Regenbogenparade am Wiener Ring mit geschm\u00fcckten Motorr\u00e4dern anzuf\u00fchren. Damit haben sie jahrelang ein Zeichen der lesbischen Sichtbarkeit gesetzt. Das Ziel des Vereins Dykes On Bikes Austria war auch motorradsportinteressierte Frauen zusammenzuschlie\u00dfen, um gemeinsame Unternehmungen zu machen und sich fachspezifisch auszutauschen. Jedoch sind ihre Motorr\u00e4der durch das st\u00e4ndige \u201eStopp-and-Go\u201c und im Schritttempo fahren, immer wieder, eingegangen, teilweise w\u00e4hrend der Parade, was \u00c4rger und Frust f\u00fcr die motorradfahrenden Dykes bedeutete. Infolge hat sich im Jahr 2017 der Verein Dykes on Bikes Austria aufgel\u00f6st, zudem haben sich einzelne Biografien der Motorradfahrerinnen ver\u00e4ndert. Manche zogen fort, verkauften ihre Maschine, andere bevorzugten das unverbindliche vereinsfreie Zusammentreffen und die gelegentlichen gemeinsamen Ausfahrten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich bevorzugen die Dykes on Bikes als freiheitsliebende Lesben auf ihren Motorr\u00e4dern unterwegs zu sein. Die Motorradfrauen vom Verein WIMA Austria fahren im Pride-Monat Juni lieber zum Ladiescamp auf dem Wachau Ring. Es ist eine Veranstaltung von vielen, die j\u00e4hrlich von WIMA Austria frequentiert wird, jedoch f\u00fcr alle Motorradfahrerinnen frei zug\u00e4nglich ist. Beim Ladiescamp werden Fahrsicherheitstraining und Testfahrten mit Motorr\u00e4dern unterschiedlicher Marken sowie mit Elektro-Motorr\u00e4dern angeboten. Im Rahmen dieser Veranstaltung besteht die M\u00f6glichkeit auf der Rennstrecke des Wachau Rings die eigenen Grenzen zu erproben, was ein gro\u00dfartiges Gef\u00fchl, aber auf der \u00f6ffentlichen Stra\u00dfe nicht ratsam ist. \u201eDa mit dem eigenen Motorrad gefahren wird, habe ich die psychische wie auch die finanzielle Angstschwelle im Hinterkopf. Tats\u00e4chlich wei\u00df ich, dass die Kurven wesentlich mehr Schr\u00e4glage vertragen als ich selbst\u201c, sagt Susanne, die an Motorradsportbewerben noch nie teilgenommen hat. Aber der Motorradrennsport ist auch eine teure Sportart, so kostet eine Motorcross-Maschine ab viertausend Euro aufw\u00e4rts. \u201eEs macht Spa\u00df ein Elektro-Motorrad zu fahren, weil dabei der Antrieb ausgezeichnet funktioniert\u201c, sagt Chris Baumer, die Pr\u00e4sidentin von WIMA Austria, nur die Technik bei einem Elektro-Motorrad sei noch nicht optimal f\u00fcr l\u00e4ngere Ausfahrten ausgereift. Zum Beispiel reiche die Kapazit\u00e4t des Akkus nicht aus, um ein Motorradrennen zu bestreiten oder eine Tagestour bis zu 800 Kilometer zu fahren. Doch seien die Elektro-Motorr\u00e4der zumindest f\u00fcr den Stadtverkehr und f\u00fcr die sogenannten Stopp-and-Go-Fahrten beim Anf\u00fchren der Wiener Regenbogenparade problemlos geeignet, sagt Susanne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber eine Regenbogenparade m\u00f6chte sie nicht mehr anf\u00fchren. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nne sie es sich vorstellen, an der Wiener Regenbogenparade mit einem Elektro-Motorrad teilzunehmen, aber nicht mit ihrer paradefahrtauglichen Honda 750 Shadow, eine Oldtimermaschine 1997. W\u00e4hrend sie mit ihrer Kawasaki Versys 650, als sogenannte Reise-Enduro, auf l\u00e4ngeren Tagestouren unterwegs ist. Jedoch ein Elektro-Motorbike pers\u00f6nlich anzuschaffen sei derzeit eine zu kostenintensive Angelegenheit, abgesehen davon stelle sie sich die Frage, wie umweltfreundlich und realistisch so ein E-Bike ist, in Bezug auf die Strom- und Akkuerzeugung und das Problem der Endlagerung, wie bei allen Elektro-Fahrzeugen, sagt Susanne. Auf die Frage, wie zeitgem\u00e4\u00df es noch ist, in Zeiten des Klimaschutzes den motorisierten Radsport weiterhin zu forcieren, sagen die Motorradfahrerinnen beim Stammtisch von WIMA Austria, neue Motorr\u00e4der seien nicht umweltsch\u00e4dlicher als Autos. Schlie\u00dflich ist es f\u00fcr die freiheitsliebenden Motorradfahrerinnen wichtig, selbstbewusst und unabh\u00e4ngig auf ihre Maschinen zu steigen, um das Gef\u00fchl der Freiheit bewusst wahrzunehmen, sowohl auf gemeinsamen Adventure-Touren wie auch alleine als motorradfahrende Frauen unterwegs zu sein. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Last but not least bleibt es spannend zu beobachten, ob sich im Rahmen des Klimaschutzes in den n\u00e4chsten Jahren Dykes on E-Bikes &amp; Bicycles als ein neuer Verein etabliert, um in Zukunft wieder die Regenbogenparade am Wiener Ring sichtbar anzuf\u00fchren, aber das ist eine andere Story.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wachau Ring und im Schritttempo am Wiener Ring Die motorradfahrenden Mitgliederinnen des Vereins WIMA Austria, Women\u2018s International Motorcycle Association \u00d6sterreich, treffen sich einmal im Monat bei ihrem Stammtisch in Wien-Meidling. 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