{"id":2218,"date":"2023-03-03T00:06:00","date_gmt":"2023-03-02T23:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2218"},"modified":"2023-03-02T22:46:41","modified_gmt":"2023-03-02T21:46:41","slug":"was-das-leben-wert-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2218","title":{"rendered":"Was das Leben wert ist"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Berlinale 2023<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Berlinale brillierte mit spannenden Geschichten um queere Pers\u00f6nlichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei ganz unterschiedliche und beeindruckende Filme des PANORAMA-Programms, die ich im Vorfeld der Berlinale besprechen m\u00f6chte, sind \u201eSisi und Ich\u201c, \u201eMotstandaren\u201c und \u201eKokomo City\u201c, wobei mein Text aus redaktionellen und drucktechnischen Gr\u00fcnden erst im Nachgang des Festivals erscheint. Weitere Filme sowie die noch anstehenden Preisverleihungen werden dann in der zweiten Ausgabe der Lambda, also im Sommerheft, er\u00f6rtert.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"681\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SisiUndIch1-1024x681.jpg\" alt=\"Sisi und Ich\" class=\"wp-image-2220\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SisiUndIch1-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SisiUndIch1-300x200.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SisiUndIch1-150x100.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SisiUndIch1-768x511.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SisiUndIch1-1536x1022.jpg 1536w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SisiUndIch1-2048x1363.jpg 2048w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SisiUndIch1-1200x798.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SisiUndIch1-1980x1317.jpg 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Sisi und Ich<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>In \u201eSisi und Ich\u201c von Frauke Finsterwalder geht es nat\u00fcrlich um die Kaiserin von \u00d6sterreich. Erwartet man allerdings romantisch angehauchten Kost\u00fcmkitsch, wird man entt\u00e4uscht oder ist sogar erleichtert, je nachdem wie man zur allseits \u00fcblichen Verherrlichung Elisabeths steht. In diesem Streifen geht es n\u00e4mlich ganz anders zu, da das Spektakel aus der Perspektive der ersten Hofdame, Irma Gr\u00e4fin von Szt\u00e1ray, gespielt von Sandra H\u00fcller, erz\u00e4hlt wird, die ihrerseits nicht ganz ohne ist. Sie will sich aus den einengenden Klauen ihrer Mutter und nicht zuletzt vom Heiratsdruck befreien, heuert entsprechend als Gefolgschaftsmitglied der exzentrischen Elisabeth an, die gekonnt von Susanne Wolff verk\u00f6rpert wird und einiges von der sie umgebenden Gesellschaft verlangt. Irma scheint das erst mal alles so gar nicht zu erf\u00fcllen, sie wiegt zu viel f\u00fcr den Bulimiegeschmack der Kaiserin, tr\u00e4gt die falsche Kleidung und ist zu spie\u00dfig. Doch dann lernt Elisabeth die totale Hingabe der Gr\u00e4fin sch\u00e4tzen, auch wenn sie diese wohl niemals als ebenb\u00fcrtige Geliebte akzeptieren w\u00fcrde. Aber ganz so weit soll es nat\u00fcrlich sowieso nicht kommen, das wei\u00df man ja, wenn man die Geschichte der sagenumwobenen Aristokratin verfolgt. Und ganz so gradlinig ergeben wie die Gr\u00e4fin zuerst erscheint, ist diese dann auch nicht. Eifersucht hat eben noch die treueste Seele auf fragw\u00fcrdige Pfade gelenkt. So oder so, ein psychologisch hochinteressanter Film \u2013 Kinostart: 31. M\u00e4rz 2023 \u2013, der es in sich hat und in dem Sandra H\u00fcller mit ihrer unnachahmlich drastischen Art mit pr\u00e4senter K\u00f6rperlichkeit brilliert.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem schwedischen Film \u201eMotstandaren\u201c (\u201eOpponent\u201c) von Milad Alami geht es auch um Homosexualit\u00e4t, die der Protagonist meint, verstecken zu m\u00fcssen, nur spielt die Story heute, und der Mann ist mit Frau und Kindern aus dem Iran geflohen, was das Ganze ebenso kompliziert macht, wie das Schicksal der Kaiserin am \u00f6sterreichischen Hof vor \u00fcber 100 Jahren. Da der Gefl\u00fcchtete, herausragend dargestellt von Payman Maadi, der hier im Mittelpunkt steht, seinen Lebensunterhalt als Wrestler verdient, ist zudem soviel kameranahe K\u00f6rperlichkeit im Blickfeld der Zuschauer*innen, wie im Spiel um die sportbesessene Kaiserin. In \u201eKokomo City\u201c von D. Smith dagegen, die bisher in der Musikindustrie von sich Reden gemacht hat, erscheinen die US-amerikanischen trans* Protagonistinnen Daniella Carter, Koko Da Doll, Liyah Mitchell und Dominique Silver zun\u00e4chst viel freier und offener, w\u00e4hrend sie von ihren Erlebnissen im Sexarbeiter*innenmilieu berichten. Doch im Laufe der toll erz\u00e4hlten und mit umwerfenden Musiksounds unterlegten Dokumentation wird klar, wie sie von der Gewalt in ihren Lebensl\u00e4ufen, Familien und Umwelten gepr\u00e4gt sind. Trotz allem lassen sie sich ihren Lebensmut und ihre Lebenslust nicht nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlinale 2023 Die Berlinale brillierte mit spannenden Geschichten um queere Pers\u00f6nlichkeiten. 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