{"id":2179,"date":"2022-12-02T00:21:00","date_gmt":"2022-12-01T23:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2179"},"modified":"2022-12-02T07:42:55","modified_gmt":"2022-12-02T06:42:55","slug":"queere-raeume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2179","title":{"rendered":"Queere R\u00e4ume"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Liebe*r Leser*in, <\/p>\n\n\n\n<p>Queere R\u00e4ume, deren Schaffung, Erhalt und Verwaltung sind eine der Kernkompetenzen der HOSI Wien. Ganz konkret schaffen wir tagt\u00e4glich mit dem Gugg und einmal j\u00e4hrlich mit dem Pride Village zwei der wichtigsten queeren R\u00e4ume der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Queere Orte sch\u00fctzen. Die Entwicklungen der HOSI-R\u00e4umlichkeiten sind kein Zufall und sind auch symbolisch f\u00fcr den Weg, den die LGBTIQ Community seit Gr\u00fcndung der HOSI Wien gegangen ist. Fast seit ihrer Gr\u00fcndung unterh\u00e4lt die HOSI Wien ein Vereinszentrum, also einen queeren Space. Ab 1980 hat unser Vereinslokal in der Novaragasse diesen Zweck erf\u00fcllt. In den 80ern und 90ern war es passend ein diskretes Kellerlokal zu beziehen. Von au\u00dfen nicht einsehbar, aber gem\u00fctlich und voller queerer Kultur, war die Novaragasse genau das, was gebraucht wurde: Ein sicherer Hafen gegen die diskriminierende und bisweilen hasserf\u00fcllte Gesellschaft. Die hart erk\u00e4mpften rechtlichen und gesellschaftlichen Verbesserungen machten ab der Jahrtausendwende queeres Leben \u00f6ffentlicher als je zuvor und somit war auch eine r\u00e4umliche Ver\u00e4nderung f\u00fcr die HOSI notwendig. Wir wollten uns nicht l\u00e4nger verstecken, sondern ein offenes, helles und im \u00f6ffentlichen Raum un\u00fcbersehbares Vereinszentrum. Mit der Er\u00f6ffnung des Gugg 2011 hat sich diese Vision manifestiert. Seither ist das Gugg einer der wenigen nicht kommerziellen R\u00e4ume f\u00fcr queere Menschen in Wien.<\/p>\n\n\n\n<p>Queere Orte sind dynamisch. Der Schritt hat sich gelohnt, alle Angebote der HOSI Wien wachsen seither, werden immer erfolgreicher und neue Projekte kommen hinzu. Die Zahl der jungen Leute am donnerst\u00e4glichen Jugendabend haben sich fast verzehnfacht. Angebote wie Spiele- und Werwolfabende, Pub\u00adquizes, Comedy- und Drag-Shows, Vortr\u00e4ge, Film- und Theatervorf\u00fchrungen, sind stark nachgefragt. So stark, dass 2015 eine gro\u00dfe Erweiterung des Guggs notwendig war. Heute, sieben Jahre nach dieser Erweiterung, platzt das Gugg aus allen N\u00e4hten. Es ist nicht ungew\u00f6hnlich, dass alle R\u00e4umlichkeiten gleichzeitig f\u00fcr Teambesprechungen, Veranstaltungen, Beratungen oder als Arbeitsplatz genutzt werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Queere Orte werden gebraucht. Die Nachfrage der LGBTIQ Community nach eigenen R\u00e4umen ist also da und sie ist gr\u00f6\u00dfer denn je. Obwohl immer mehr nicht-queere R\u00e4ume auch f\u00fcr uns offen sind, entdecken viele von uns queere R\u00e4ume und deren Vorteile wieder neu. Das unter sich sein, das sich nicht erkl\u00e4ren m\u00fcssen, die Selbstverst\u00e4ndlichkeiten, die unsere eigenen R\u00e4ume bieten k\u00f6nnen, sucht man anderswo vergebens. <\/p>\n\n\n\n<p>Queere Orte geben Kraft \u2013 individuell und politisch. Es ist politisch kurzsichtig den Erhalt bestehender und die Schaffung neuer queerer R\u00e4ume zu vernachl\u00e4ssigen. Denn es sind queere Vereinszentren, Paraden, Sommerlager, Konferenzen, Bars und Clubs, die der beste N\u00e4hrboden f\u00fcr queere Identit\u00e4tsfindung, Politisierung und Emanzipation sind. Eine Individualisierung und der R\u00fcckzug in zwar queere, aber nicht weniger b\u00fcrgerliche Kernfamilien kann unsere Community nur schw\u00e4chen. Ein schwacher Organisationsgrad ist angesichts einer europaweiten wachsenden Rechten brandgef\u00e4hrlich f\u00fcr unsere Community. <\/p>\n\n\n\n<p>Queere Orte sind die Zukunft. Es ist meine \u00dcberzeugung, dass es eine der wichtigsten Aufgaben der \u00f6sterreichischen Community, und allen voran der HOSI Wien, sein wird, Lobbyarbeit f\u00fcr queere R\u00e4ume zu machen. Das (hoffentlich bald) kommende queere Jugendzentrum, das Wohnprojekt QueerBAU und das neue Zentrum von QWien sind nur der Anfang. Wir m\u00fcssen weiterdenken. Mehr queere, generationen\u00fcbergreifende Wohnprojekte, queere Pensionist*innenheime, Kultureinrichtungen, Museen, Gedenk- und Bildungsst\u00e4tten und mehr Orte wie das Gugg m\u00fcssen unser Ziel sein. Nicht nur in Wien, sondern in ganz \u00d6sterreich. <\/p>\n\n\n\n<p>Vieles mag unrealistisch klingen, aber als die HOSI 1980 in die Novaragasse gezogen ist, war auch die Existenz eines Vereinszentrums wie des Guggs unrealistisch. Lasst uns mutig, kreativ und laut daran arbeiten, dass mehr queere Visionen von Queeren R\u00e4umen Realit\u00e4t werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Viel Vergn\u00fcgen bei der Lekt\u00fcre dieser Lambda<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe*r Leser*in, Queere R\u00e4ume, deren Schaffung, Erhalt und Verwaltung sind eine der Kernkompetenzen der HOSI Wien. Ganz konkret schaffen wir tagt\u00e4glich mit dem Gugg und einmal j\u00e4hrlich mit dem Pride Village zwei der wichtigsten queeren R\u00e4ume der Stadt. Queere Orte sch\u00fctzen. 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