{"id":2152,"date":"2022-12-02T00:15:00","date_gmt":"2022-12-01T23:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2152"},"modified":"2022-12-02T07:43:30","modified_gmt":"2022-12-02T06:43:30","slug":"wo-bleiben-die-queer-spaces-fuer-die-jugend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2152","title":{"rendered":"Wo bleiben die Queer Spaces f\u00fcr die Jugend?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Stadt Wien schm\u00fcckt sich schon seit Jahren mit dem selbst gegebenen Titel der \u201eRegenbogenhauptstadt\u201c. Sie versch\u00f6nert damit nicht nur ihr Image, sondern profitiert auch finanziell durch den Regenbogentourismus, den sie mit dieser Inszenierung f\u00f6rdert. Gerade deswegen ist es eine Schande, dass es im Jahre 2022 noch immer kein queeres Jugendzentrum gibt, welches die HOSI Wien schon seit Jahren fordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arbeit der QYVIE (Queer Youth Vienna) am donnerst\u00e4glichen Jugendabend zeigt uns n\u00e4mlich den dringlichen Bedarf einer solchen Einrichtung. Der Jugendabend ist nach wie vor die bedeutendste Anlaufstelle f\u00fcr junge queere Personen in Wien. Er wird von uns, dem Jugendteam als Vertretung der LGBT+ Jugend in Wien, ehrenamtlich organisiert. Auch wenn wir durchaus gute Arbeit leisten, k\u00f6nnen wir das in diesem Bereich ben\u00f6tigte Level von Professionalit\u00e4t, welches durch eine voll finanzierte Einrichtung wie dem geplanten queeren Jugendzentrum hoffentlich gew\u00e4hrleistet werden k\u00f6nnte, nicht anbieten. Uns erreichen st\u00e4ndig Anfragen von besorgten Kindern und Jugendlichen, Eltern, aber auch von Sozialarbeiter*innen, die Unterst\u00fctzung brauchen. Wir helfen so gut es geht, vor allem mit unserem niederschwelligen Beratungsangebot. So f\u00fchren wir mit zu uns kommenden und hilfesuchenden Jugendlichen Gespr\u00e4che, unterst\u00fctzen sie bei ihrem Coming-out Prozess, ihrem queeren Selbstverst\u00e4ndnis und st\u00e4rken ihren Bezug zur Community. Unsere Expertise beruht dabei auf unserer geteilten queeren Erfahrung, welche offensichtlich wertvoll ist. Trotzdem braucht es dringend mehr und vor allem professionalisierte Angebote in einer fast 2-Millionen Stadt, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass diese ja die \u201eRegenbogenhauptstadt\u201c ist. Die Bed\u00fcrfnisse der queeren Jugend k\u00f6nnen n\u00e4mlich nicht lediglich durch engagierte Ehrenamtliche aus der Community gedeckt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wichtigkeit einer Ausweitung von Anlaufstellen f\u00fcr queere Jugendliche erschlie\u00dft sich uns deutlich aus den Gespr\u00e4chen mit ihnen. Das Umfeld junger queerer Leute ist oft kein sicherer Ort. Die Schule und vor allem das famili\u00e4re Umfeld bereiten den Jugendlichen Schwierigkeiten. Sie berichten leider zunehmend von Mobbing, Diskriminierung, psychischen Belastungen und sogar Suizidalit\u00e4t. Gerade weil das Zuhause f\u00fcr viele eine Herausforderung ist, suchen die Jugendlichen nach Queer Spaces f\u00fcr junge Menschen und finden im Regelfall zu unserem Jugendabend, an dem wir bestm\u00f6glich versuchen sie aufzufangen, zu beraten und mit anderen Jugendlichen zu vernetzen. Viele der zu uns kommenden Jugendlichen nutzen den Jugendabend als eine Art Jugendzentrum, in dem sie ihre Freund*innen regelm\u00e4\u00dfig treffen. Niederschwellige Angebote sind f\u00fcr Jugendliche von gro\u00dfer Bedeutung, besonders in Bezug auf finanzielle Mittel. Deswegen gibt es auch keinen Konsumzwang und man darf eigenes Essen und Getr\u00e4nke mitnehmen. Queere Jugendliche f\u00fchlen sich au\u00dferdem in vielen Queer Spaces, die f\u00fcr \u00e4ltere Menschen ausgelegt sind, nicht wohl. Neben dem Konsumzwang sind diese oft auch lediglich f\u00fcr schwule cis M\u00e4nner ausgelegt. Auch darum ist es wichtig, dass mehr Angebote f\u00fcr queere Jugendliche geschaffen werden. Eine unserer St\u00e4rken ist definitiv, dass junge queere Frauen und trans- und nicht-bin\u00e4re Jugendliche bei uns Raum finden. Gerade weil es mehr Angebote geben muss, begr\u00fc\u00dfen wir auch das vor kurzem gestartete Jugendtreffen \u201eActivate\u201c, welches sich an 14-19-j\u00e4hrige queere Jugendliche richtet und sonnt\u00e4glich im Villa Vida Caf\u00e9 stattfindet. Je mehr Angebot, desto besser k\u00f6nnen die Bed\u00fcrfnisse der queeren Jugend gedeckt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie so oft in unserer Community und wie es unsere gemeinsame Geschichte zeigt liegt es an uns selbst R\u00e4ume zu schaffen. Besonders der queeren Jugend muss dabei Raum gegeben werden, denn diese bleibt eine vulnerable Gruppe unserer Community. Schlussendlich ist die queere Jugend auch die Zukunft unserer gesamten Community, weshalb wir dieser bestm\u00f6glich den ihr zustehenden Raum gew\u00e4hrleisten sollten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt Wien schm\u00fcckt sich schon seit Jahren mit dem selbst gegebenen Titel der \u201eRegenbogenhauptstadt\u201c. Sie versch\u00f6nert damit nicht nur ihr Image, sondern profitiert auch finanziell durch den Regenbogentourismus, den sie mit dieser Inszenierung f\u00f6rdert. 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