{"id":2130,"date":"2022-12-02T00:08:00","date_gmt":"2022-12-01T23:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2130"},"modified":"2022-12-02T07:44:07","modified_gmt":"2022-12-02T06:44:07","slug":"queer-spaces-am-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2130","title":{"rendered":"Queer Spaces am Land"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">(Missing)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Das Leben am Land. So idyllisch und ruhig, wie es sein kann, so hat es doch auf seine eigene Art gewisse Ecken und Kanten. Besonders als queere Person hat man es auch heute selten leicht, wenn man in einem Dorf aufw\u00e4chst oder dorthin zieht. Man kann sich schnell alleine f\u00fchlen, da entweder die n\u00e4chsten queeren Menschen, mit denen man eine Verbindung hat, meist unz\u00e4hlige Kilometer weit entfernt sind oder viele der anderen vom Land oft aus Angst ungeoutet oder bereits weggezogen sind. Ebenso stellt Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung und Identit\u00e4t im pers\u00f6nlichen und professionellen Kontext trotz Gesetze verst\u00e4rkt im L\u00e4ndlichen ein signifikantes Problem dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einer generellen Abwesendheit von Queer Safe Spaces und dem erschwerten Aufbau von breiten sozialen Sicherheitsnetzen gibt es noch viel, das geschaffen werden muss, um queeren Leuten ein nicht-benachteiligtes Aufwachsen und Leben fern von St\u00e4dten zu erm\u00f6glichen. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Inwiefern ist man am Land einsam?<\/h3>\n\n\n\n<p>In einem kleinen Ort aufzuwachsen und queer zu sein ist meist alles andere als einfach. Ich selbst habe es durchgestanden und kenne die schwierigen Geschichten von vielen, die in \u00e4hnlichen Situationen aufgewachsen sind. Besonders ohne irgendwelche queeren role-models in einem stark heteronormativen und oft gl\u00e4ubigen sozialen Umfeld die eigene Sexualit\u00e4t und Geschlechtsidentit\u00e4t kennenzulernen, kann sich wie eine unbew\u00e4ltigbare Aufgabe anf\u00fchlen. Nicht nur das Outing bei den Menschen um einen herum ist hierbei erschwert, sondern ebenso das eigene Outing zu sich selbst mit der darauffolgenden Akzeptanz ist etwas, womit viele auch heute noch bis ins h\u00f6here Alter ringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Solche Dinge werden leichter, wenn man \u00fcber die eigenen Fragen und Sorgen sprechen kann. Doch oft hat man in direkter N\u00e4he so gut wie niemanden zum offenen Reden. Zwar gibt es im besten Fall Menschen um einen herum, die einen akzeptieren, aber nicht unbedingt vollkommen verstehen. Wenn man nicht die Erfahrung des Traumas, das mit dem internen und externen Coming-out einhergeht, macht, ist es schwer sich in eine derartige Situation hineinzuversetzen. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie pr\u00e4sent sind Angst &amp; Hass?<\/h3>\n\n\n\n<p>Je kleiner der Ort, desto kleiner die Chance, dass andere ungeoutete Menschen auf einen zukommen und sich einem anvertrauen. Besonders, da man nach einem Outing bei Freunden als Nebeneffekt auch zur Zielscheibe f\u00fcr Homophobie wird. In engen kleinen Gemeinschaften spricht sich nunmal alles sehr schnell herum. Genau da hilft meist das Internet mit Seiten wie dbna oder auch Gruppen in sozialen Netzwerken. Man kann sich mit Leuten verbinden und austauschen, die oft genau dieselben Probleme durchmachen. Und man kann offener dar\u00fcber sprechen, was einen in Verbindung zur eigenen Sexualit\u00e4t und\/oder Identit\u00e4t besch\u00e4ftigt. Wenn jedoch Grindr schon zur einzigen queeren sozialen Lifeline wird, sieht man deutlich, dass noch mehr Community-Arbeit geleistet werden muss. Jedoch ist das auch f\u00fcr viele die Realit\u00e4t, was ganz andere Probleme z.B. in der Wahrnehmung von Liebesgef\u00fchlen und Sex mit sich bringen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Und besonders wenn von au\u00dfen die Sexualit\u00e4t und Identit\u00e4t von Menschen auf Sex reduziert wird, kommt es nicht selten zu Missverst\u00e4ndnissen und blanker Homophobie.<\/p>\n\n\n\n<p>In stark heteronormativ gepr\u00e4gten Umfeldern, die wegen enger kultureller Gemeinschaftsdynamiken einen enormen Wert auf traditionelle Wahrnehmungen legen, wie z.B. Dorfgemeinschaften, in denen es sp\u00fcrbar ist, dass das Wertebild von vielen deutlich vom Glauben beeinflu\u00dft ist, ist es noch schwerer nicht als anders abgestempelt zu werden, sobald man irgendwie aus der Heteronormativit\u00e4t heraustanzt. Da geschieht es schnell, dass man als offen queere Person \u201cDer Schwule, Die Lesbe oder Die Transe\u201d bekannt und dadurch marginalisiert wird. Hierbei ist es wichtig im Kopf zu behalten, dass soziale Randgruppen nur zu Randgruppen werden, weil sie von anderen an den Rand gedr\u00e4ngt werden. Selbst wenn man als Teil der lokalen Gemeinschaft an Veranstaltungen wie Dorffeste oder Bierzelte teilnimmt, sind Beleidigungen oder gar Gewaltandrohungen aufgrund der Queerness keine Seltenheit. Und alleine ist es schwer, sich gegen all diese Diskriminierung zu stemmen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum sind Queer Spaces\/Communities am Land wichtig?<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit etablierten Queer Spaces und starken Communities kann man effektiv die Ursachen von vielen der Probleme, die das queere Aufwachsen\/Leben am Land mit sich bringt, loswerden. Jede offen geoutete Person hat das Potenzial, ein role-model f\u00fcr jemanden zu sein. Besonders junge queere Menschen k\u00f6nnen dadurch sehen, dass es auch wirklich m\u00f6glich ist queer zu sein und ein gutes Leben zu f\u00fchren. I know \u2013 what a crazy idea! <\/p>\n\n\n\n<p>Darum macht es einen gro\u00dfen Unterschied, wenn man queere Pr\u00e4senz an Orten zeigt, an denen sie schwer zu finden und oft versteckt ist. Je mehr Leute sich trauen offen queer zu sein, sei es auch \u201cnur\u201d mit einem kleinen Regenbogen Pin am Rucksack oder mit gef\u00e4rbten Fingern\u00e4geln, desto eher gibt man den Menschen das Gef\u00fchl nicht alleine zu sein und eine Stimme zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn man als eine Community eine Stimme hat, wird es leichter, sich gegenseitig zu unterst\u00fctzen. Dadurch wird es auch wieder leichter, offen mit der eigenen Identit\u00e4t umzugehen. Man wei\u00df nie, wen man allein dadurch inspiriert. Pr\u00e4sente Diversit\u00e4t f\u00fchrt dazu, dass mehr Personen sich trauen sich selbst zu fragen wer sie eigentlich sind und was f\u00fcr Gef\u00fchle sie f\u00fcr die Menschen um sich herum f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind bereits sehr weit gekommen was das Verst\u00e4ndnis von Queerness und dessen Akzeptanz angeht. Dennoch gibt es noch sehr viel f\u00fcr uns zu tun. Auch wenn die allgemeine Situation im L\u00e4ndlichen Schritt f\u00fcr Schritt besser wird, so m\u00fcssen wir doch noch alle gemeinsam weiter voranschreiten, damit aus Toleranz Akzeptanz wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Missing) Das Leben am Land. So idyllisch und ruhig, wie es sein kann, so hat es doch auf seine eigene Art gewisse Ecken und Kanten. Besonders als queere Person hat man es auch heute selten leicht, wenn man in einem Dorf aufw\u00e4chst oder dorthin zieht. 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