{"id":2086,"date":"2022-09-02T00:28:00","date_gmt":"2022-09-01T22:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2086"},"modified":"2022-09-02T08:26:14","modified_gmt":"2022-09-02T06:26:14","slug":"drag-ist-kunst-drag-ist-vielfaeltig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2086","title":{"rendered":"Drag ist Kunst, Drag ist vielf\u00e4ltig"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Drag, das Thema dieser Ausgabe der Lambda, ist ein Spiegel unserer Community. Es mag nicht allen bewusst sein, aber Drag begleitet die \u00f6sterreichische LGBTIQ+ Community seit jeher. Das hie\u00df dann fr\u00fcher eher Travestie, Tuntentum, oder einfach nur \u201esich in einen Fummel schmei\u00dfen\u201c. Von den Cabarets der 20er Jahre bis zu den Drag-Brunches und Drag-Race-Viewings heute: Drag war immer da und wird uns immer erhalten bleiben. Drag ist Kunst und so vielf\u00e4ltig wie die K\u00fcnstler*innen, die diese Kunstform betreiben. Mit den politischen und gesellschaftlichen Erfolgen der LGBTIQ+-Community ist auch ein Teil der Drag-Community in der Mehrheitsgesellschaft angekommen. Das ist eine gute Entwicklung. <\/p>\n\n\n\n<p>Drag ist radikal queer, denn die Natur von Drag stellt althergebrachte Geschlechternormen in Frage. Es geht nicht mehr nur um eine Per\u00fccke und ein Kleid oder einen angeklebten Bart, es geht um Empowerment. Die ersten Schritte in Drag sind (wenn auch nicht immer sehr elegant) meist die ersten Schritte in eine gr\u00f6\u00dfere Freiheit. <\/p>\n\n\n\n<p>Drag ist politisch. Drag K\u00fcnstler*innen sind der sichtbarste Teil unserer Community. Kaum eine Pride-Berichterstattung kommt ohne ein gro\u00dfes Bild einer Dragqueen aus. Diese Sichtbarkeit liegt nicht nur an den hohen Hacken und den Turmfrisuren. Drag steht f\u00fcr Selbstironie, Moderne, Offenheit und Selbstbestimmung. Alles Dinge, die unsere bierernsten Gegner von rechts hassen. Erst vor wenigen Wochen hat sich Viktor Orb\u00e1n, Ungarns Quasidiktator und Posterboy der neuen Rechten, zu dem skurrilen Satz hinrei\u00dfen lassen, wir w\u00fcrden \u201eweniger Dragqueens und mehr Chuck Norris\u201c ben\u00f6tigen. In \u00d6sterreich fand diese Ablehnung den H\u00f6hepunkt heuer bei der St\u00f6raktion gegen eine Kinderbuchlesung der Dragqueen Candy Licious. Diese Aufmerksamkeit von wichtigen Repr\u00e4sentant*innen der Rechten zeigt uns was Drag als Kunstform heute bedeutet: Drag ist den M\u00e4chtigen ein Dorn im Auge, und das ist auch gut so.<\/p>\n\n\n\n<p>Drag provoziert leider nicht nur engstirnige Menschen au\u00dferhalb der LGBTIQ+ Community. Viel zu oft h\u00f6re ich ablehnende Stimmen \u00fcber Drag, es w\u00fcrden ein schlechtes Licht auf die restliche Community werfen. Da muss ich immer wieder sagen: Es waren selten die angepassten Mitglieder der LGBTIQ+-Gemeinschaft, die unsere Welt ver\u00e4ndert haben. Es waren queere Frauen*, Trans\u00adpersonen, Fetischgruppen, offen schwule Aktivist*innen, Dragqueens, Migrant*innen, die Unangepassten eben, die unsere gro\u00dfen gesellschaftlichen Erfolge erm\u00f6glicht haben. Assimilation an die Mehrheitsgesellschaft darf nicht Sinn und Ziel unserer Community sein. <\/p>\n\n\n\n<p>Drag hat Erfolg. RuPaul\u2018s Drag Race ist eines der erfolgreichsten Franchise der TV-Geschichte, Conchita hat f\u00fcr uns der Song-Contest gewonnen, Tamara Mascara hat bei Dancing Stars mitgetanzt. Dragqueens sind erfolgreiche DJanes, Unternehmer*innen, Partyveranstalter\u00ad*innen und Musiker*innen. Ich bin \u00fcbergl\u00fccklich, wenn queere Menschen durch eine zutiefst queere Kunstform auch \u00f6konomisch erfolgreich sein k\u00f6nnen, aber mein Appell an die Community: Wenn ihr Drag liebt, dann schaut nicht nur Drag Race. Geht dort hin wo Drag herkommt! Sch\u00e4bige kleine B\u00fchnen mit schlechtem Licht und Sound, aber gro\u00dfartigen Performer*innen. Unterst\u00fctzt hier eure lokalen Queens und kauft Tickets f\u00fcr Shows oder folgt ihnen zumindest auf Social-Media. Ich verspreche es lohnt sich!<\/p>\n\n\n\n<p>Drag ist auch aus der HOSI nicht wegzudenken, viele unserer Aktivist*innen machen Drag, in der Jugendgruppe gibt es gelegentlich kleine, selbst organisierte Shows, wir bieten eine B\u00fchne f\u00fcr Drag-Kollektive wie \u201eHaus of Lipstick\u201c und arbeiten mit Drags auf allen Ebenen zusammen. Queerness und Drag sind untrennbar miteinander verbunden und so wird der Kampf f\u00fcr eine Gesellschaft frei von Hass auch heute noch in High Heels gef\u00fchrt. Ich w\u00fcnsche viel Freude bei der Lekt\u00fcre dieser Lambda. \u2655<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drag, das Thema dieser Ausgabe der Lambda, ist ein Spiegel unserer Community. Es mag nicht allen bewusst sein, aber Drag begleitet die \u00f6sterreichische LGBTIQ+ Community seit jeher. 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