{"id":2004,"date":"2022-09-02T00:11:00","date_gmt":"2022-09-01T22:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2004"},"modified":"2022-09-02T08:27:34","modified_gmt":"2022-09-02T06:27:34","slug":"queer-und-feminin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=2004","title":{"rendered":"Queer und feminin"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">ein Widerspruch?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Wer an queere Frauen denkt, hat schnell ein bestimmtes Bild im Kopf. Der Stereotyp einer m\u00e4nnlich wirkenden Frau mit kurzen Haaren, androgynem Look und breitbeinigem Gang ist noch immer sehr pr\u00e4sent. Und das nicht nur bei heterosexuellen Menschen, sondern genauso bei anderen queeren Frauen. Das ist nat\u00fcrlich nachvollziehbar: Bei burschikosen Frauen schl\u00e4gt das Gaydar sofort an. Andere queere Frauen k\u00f6nnen Personen sofort als potenzielle Partnerinnen erkennen. Aber genau dort liegt auch das Problem. Es gibt auch viele queere Frauen, die mit ihrem Stil Weiblichkeit ausdr\u00fccken m\u00f6chten, indem sie Kleider, R\u00f6cke oder High-Heels tragen. Doch dann werden sie oft nicht mehr als queer gelesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe meine Weiblichkeit schon immer gerne betont. Zwar schminke ich mich nicht, daf\u00fcr trage ich sehr gerne Schmuck. Ich habe lange Haare, die ich auch manchmal zu einer schicken Frisur hochstecke. Ich \u00fcberlege in der Fr\u00fch oft lange, was ich anziehen m\u00f6chte. Ein h\u00fcbsches Kleid? Oder doch lieber einen stylischen Rock? Manchmal auch ganz unkompliziert nur eine gem\u00fctliche Jeans und irgendein T-Shirt. Ganz nach Lust und Laune. So pr\u00e4sentiere ich, eine bisexuelle Frau, mich der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die heteronormativen Vorstellungen, dass alle queeren Frauen burschikos wirken m\u00fcssen, werde ich bei nicht-queeren Veranstaltungen ganz eindeutig in die Schublade \u201eheterosexuell\u201c gesteckt. Selbst wenn ich offen mit Frauen flirte, wird das meist mit Freundlichkeit verwechselt. Doch selbst bei queeren Veranstaltungen sp\u00fcre ich manchmal die Unsicherheit anderer Frauen, ob ich wirklich queer bin oder \u201enur\u201c ein straight ally. Sehr oft wird mir ganz erstaunt gesagt, sie h\u00e4tten nie gedacht, dass ich auf Frauen stehen k\u00f6nnte. Das verunsichert mich. Meine queere Identit\u00e4t wird von meiner Feminit\u00e4t \u00fcberschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Kategorien und Stereotype sind nat\u00fcrlich wichtig, um \u00fcberhaupt in unserer komplexen Welt \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Mit einem einzigen Anschauen und oft ohne jemals ein Wort mit dem Gegen\u00fcber gewechselt zu haben, wird bereits in einem ersten Eindruck entschieden, was f\u00fcr ein Mensch diese Person ist. Stereotype stimmen ja auch oft. Das verleitet schnell dazu, eine maskulin wirkende Frau eher als queer einzuordnen als eine feminin wirkende Frau. Umso erstaunter sind dann die Menschen, wenn sich eine feminine Frau als queer outet. So als st\u00fcnde die Feminit\u00e4t im direkten Widerspruch zur Queerness. Als w\u00e4re beides gleichzeitig nicht denkbar. Doch das eine schlie\u00dft das andere nicht aus. Trotzdem f\u00e4llt es vielen Personen nach wie vor schwer, diese beiden Begriffe miteinander zu verbinden. Dieses Problem endet aber nicht beim ersten Eindruck. Denn nach der Erkenntnis des Gegen\u00fcbers, es mit einer queeren Person zu tun zu haben, folgt viel zu oft eine Lawine an Fragen. Hatte ich denn schon einmal etwas mit einer Frau? War ich \u00fcberhaupt schon einmal in einer Beziehung mit einer Frau? Sicher, dass es nicht doch nur eine Phase ist? Ich bekomme oft das Gef\u00fchl, mich rechtfertigen zu m\u00fcssen, um damit zu beweisen, dass ich wirklich queer bin. Ich bin mir sicher, dass maskulin wirkende queere Frauen diese Fragen nicht gestellt bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Frustriert habe ich bereits \u00f6fters gegoogelt, wie denn eine queere Frau \u00fcberhaupt \u201eaussehen sollte\u201c. Mit den Bildern, die ich da gefunden habe, konnte ich mich leider so gar nicht identifizieren. Ich mag mein feminines Aussehen sehr gerne. Deshalb folgte dann auch relativ bald mein Fazit: Ja, so bin ich halt. Feminin und queer. So gefalle ich mir. Mittlerweile habe ich genug Selbstsicherheit entwickelt, um zu wissen, dass ich queer bin, egal, wie ich aussehe. Und kann das auch gut nach au\u00dfen tragen. \u2655<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ein Widerspruch? Wer an queere Frauen denkt, hat schnell ein bestimmtes Bild im Kopf. Der Stereotyp einer m\u00e4nnlich wirkenden Frau mit kurzen Haaren, androgynem Look und breitbeinigem Gang ist noch immer sehr pr\u00e4sent. 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