{"id":1872,"date":"2022-06-03T00:01:00","date_gmt":"2022-06-02T22:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1872"},"modified":"2022-05-25T23:12:29","modified_gmt":"2022-05-25T21:12:29","slug":"miteinander-statt-differenzierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1872","title":{"rendered":"Miteinander statt Differenzierung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jennifer Klein und queer sein im Sport<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\u201eFrauenfu\u00dfball ist schon viel weiter, offener, toleranter als der M\u00e4nnerfu\u00dfball\u201c, sagt Jennifer Klein im Rahmen der j\u00fcngsten Podiumsdiskussion, die dieses Fr\u00fchjahr zum Thema Queer im Sport vom Verein Fairplay VIDC und Sportverein Aufschlag gemeinsam mit dem \u00f6sterreichischen Bundesministerium f\u00fcr Sport und Kultur, BMK\u00d6S und EGLSF (European Gay and Lesbian Sport Federation) veranstaltet wurde. Wie bereits auf mannschaft.com berichtet, waren auch schwule und lesbische SpielerInnen wie Oliver Egger, der Ombudsmann von Fu\u00dfball f\u00fcr Alle, einer Ombudsstelle des \u00d6FB und der \u00d6sterreichischen Bundesliga gegen Homophobie im Fu\u00dfball, und Jennifer Klein, Mittelfeldspielerin beim Spusu SKN St.P\u00f6lten Frauen, als Podiumsdisku\u00adtant\u00ad*innen dabei. Egger ist der erste offen geoutete m\u00e4nnliche Fu\u00dfballspieler \u00d6sterreichs, fr\u00fcher im Nachwuchs von Sturm Graz und nun beim FC Gratkorn. \u201eEs war ein jahrelanger Prozess, wo ich mich sogar selbst verleugnet habe und auch meine gesamte Familie angelogen habe, weil ich nicht gewusst habe, wie ich mit meinem Schwulsein klarkommen soll\u201c, sagt Egger, der sich schlie\u00dflich plakativ \u00f6ffentlich geoutet hat. \u201eEs ist traurig, wenn ich die Geschichte von Olli h\u00f6re\u201c, sagt Jennifer Klein, die im Unterschied dazu beschreibt, wie im Frauenfu\u00dfballteam es einfach ganz normal so dahingelebt werde, die Teamkolleginnen seien wesentlicher offener in Bezug auf Homosexualit\u00e4t im Sport. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erfahrungen einer Karriere<\/h3>\n\n\n\n<p>Jennifer Klein wurde am 11. J\u00e4nner 1999 in Tulln an der Donau geboren, wo sie gemeinsam mit ihrem \u00e4lteren Bruder und ihrer Zwillingsschwester aufwuchs. Mit ihrer K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe von 170 cm ist sie im Mittelfeld auf dem gr\u00fcnen Fu\u00dfballspielfeld aktiv positioniert. Aktuell spielt sie seit 2020 bei der Nummer eins der \u00f6sterreichischen Frauenfu\u00dfballvereine in der Bundesliga: SKN St. P\u00f6lten. Ihre Stationen bei den (Frauen)Fu\u00dfballvereinen beginnen 2006 im Nachwuchs des FC Tulln, wo sie noch gemeinsam mit den Burschen spielte. Im Jahr 2013 wechselte sie zum SV Neulengbach. Ihr erstes Pflichtspieltor gelang ihr schlie\u00dflich am neunten September 2015, ihr erster Liga Tortreffer am 11. Juni 2016. Mit Beginn der Fu\u00dfballspielsaison 2017\/18 wechselte die Fu\u00dfballspielerin zum ersten Mal zum SKN St. P\u00f6lten Frauen, ging dann aber mit der Saison 2018\/2019 nach Deutschland zur TSG 1899 Hoffenheim, zun\u00e4chst mit dem U20-Fu\u00dfballteam in der Zweiten Bundesliga, ab 2019\/20 im Team der Bundesliga. Mit Sommer 2020 kehrte sie zur\u00fcck zum SKN St. P\u00f6lten Frauen. Sie ist nat\u00fcrlich auch im Nationalteam: Als Kapit\u00e4nin des Jahrgangs 1999\/2000 f\u00fchrte Klein die U17- und U19-Auswahl \u00d6sterreichs in zahlreiche L\u00e4nderspiele. Erstmals f\u00fcr das A-Team nominiert wurde Klein als sie sich auf die UEFA Women\u2019s Euro 2017 vorbereitete. Als 18j\u00e4hrige und damals j\u00fcngste Mitspielerin hat Klein seit diesem Saisonjahr 2017 im \u00f6sterreichischen Frauen-Nationalteam aktiv mitgespielt: Ihr Deb\u00fct als Mittelfeldspielerin hatte sie am 23. November des Jahres 2017 beim 2:0 im WM-Qualifikationsspiel gegen Israel. <\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Erfahrungen als Auslandslegion\u00e4rin beim deutschen Fu\u00dfballverein FC Hoffenheim hat sie in der deutschen Fu\u00dfballfankultur verst\u00e4rkt involviert. Deutschland ist ein viel gr\u00f6\u00dferes Land als \u00d6sterreich, dennoch habe sie die Spielerinnen in Deutschland schon viel fr\u00fcher breiter geoutet erlebt. \u201eSo wird auch seitens der Fankultur Homosexualit\u00e4t in Deutschland gesellschaftlich viel besser aufgenommen als in \u00d6sterreich, weil auch ein laufender Austausch mit dem Fanklub in Deutschland viel menschlicher, toleranter ist\u201c, sagt Klein im Vergleich zwischen Deutschland und \u00d6sterreich. Schlie\u00dflich m\u00fcsse der Mensch es auch nicht verstehen, ob wer anders sexuell orientiert sei, aber der Mensch sollte es zumindest akzeptieren und tolerieren \u2013 dieser Ansatz sollte in die K\u00f6pfe der Menschen reinkommen. Schlie\u00dflich sagt die \u00f6sterreichische Fu\u00dfballspielerin Klein, Sport sei dazu da, um auch Themen anzusprechen, als gesellschaftlicher Ansporn, um Leute zu sensibilisieren, egal ob es sich um Homophobie handelt oder jede andere Art von Diskriminierung wie Sexismus oder Rassismus. Beim Sport k\u00f6nne gut aufgezeigt werden, Stopp zu sagen, wenn etwas diskriminierend sei. Dabei sei der Sport schon sehr weit und medial gut vertreten, um Wellen zu schlagen und von au\u00dfen andere anzusprechen, allerdings sei definitiv noch mehr machbar, sagt Klein. Besonders wichtig sei seitens der Vereine und Verb\u00e4nde im Sport darauf zu achten, wie dort mit homosexuellen SpielerInnen tats\u00e4chlich umgegangen wird, wie es mit der Willkommenskultur f\u00fcr diese SpielerInnen in der Praxis aussieht und wie inklusiv diese Vereine und Verb\u00e4nde statutarisch aufgestellt sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fu\u00dfball f\u00fcr alle<\/h3>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend zu der Ombudsstelle \u201eFu\u00dfball f\u00fcr alle\u201c bisher mehrheitlich M\u00e4nner kommen, um sich beraten zu lassen, sehe Klein diesen Selbstspace vor allem beim Frauenfu\u00dfball im eigenen Team selbstverst\u00e4ndlich vorhanden und sagt dazu: \u201eSpielerinnen, die sich gerade selbst orientieren oder ihre Selbstfindungsphase durchgehen, reden auch mit den erfahrenen Spielerinnen im eigenen Team und gehen deshalb nicht an au\u00dfenstehende Stellen, um Hilfe zu bekommen \u2013 weil es bei den weiblichen Spielerinnen meistens darum geht, wie sie sich in der eigenen Familie outen und nicht um m\u00f6gliche Probleme im Team.\u201c In weiterer Folge sei dennoch geplant die Ombudsstelle personell mit einer Frau als Ansprechperson zu erweitern, um auch eine weibliche Expertin zu haben, die sich speziell den Angelegenheiten der Fu\u00dfballspielerinnen widmen soll, sagt Egger.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich werde beim Frauenfu\u00dfball schon gut vorgelebt, als lesbische Fu\u00dfballspielerin gleichwertig anerkannt zu sein wie eine heterosexuelle Spielerin, sagt Klein. Denn egal welche sexuelle Orientierung pr\u00e4sent sei, die Spielerinnen geben ihr Bestes und haben das gleiche Ziel beim Fu\u00dfballspiel. Sport habe bereits eine gro\u00dfe mediale Plattform, um viele Menschen gut und schnell zu erreichen, daher sei es wichtig, sich verst\u00e4rkt auf die Repr\u00e4sentation zu konzentrieren, sichtbarer zu werden, um sich rasch zugeh\u00f6rig und willkommen zu f\u00fchlen. \u201eSport ist daher definitiv auch eine gute Plattform f\u00fcr bessere Sichtbarkeit von Homosexualit\u00e4t im Sport, um auch mehr Vorbilder zu kennen\u201c, sagt Klein. Schlie\u00dflich sei es f\u00fcr sie auch wichtig, dass Menschen sich verantwortlich zeigen, und einfach aufstehen und Kontra geben, wenn sie diskriminierende Aussagen h\u00f6ren. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Frau ist, wie sie ist<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eDie Fankultur beim Frauenfu\u00dfball ist noch eher schmaler, was es famili\u00e4rer und vertrauter macht\u201c, sagt Klein, \u201ewodurch es f\u00fcr uns Spielerinnen einfacher ist, unser Leben zu leben\u201c. Schlie\u00dflich sei aber ein richtiges Coming-out beim Frauenfu\u00dfballteam auch nicht gefordert, weil frau so sei wie sie sei, n\u00e4mlich eine Mitspielerin des Frauenfu\u00dfballteams, egal welche Hautfarbe oder welche sexuelle Orientierung sie habe. \u201eDas Miteinander ist wichtiger als die Differenzierung zwischen Geschlecht, Aussehen oder sexueller Orientierung\u201c, sagt Klein. Sie ist eine von jenen \u00f6sterreichischen Fu\u00dfballspielerinnen, die ihre lesbische Liebesbeziehung auch offen lebt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jennifer Klein und queer sein im Sport \u201eFrauenfu\u00dfball ist schon viel weiter, offener, toleranter als der M\u00e4nnerfu\u00dfball\u201c, sagt Jennifer Klein im Rahmen der j\u00fcngsten Podiumsdiskussion, die dieses Fr\u00fchjahr zum Thema Queer im Sport vom Verein Fairplay VIDC und Sportverein Aufschlag gemeinsam mit dem \u00f6sterreichischen Bundesministerium f\u00fcr Sport und Kultur, BMK\u00d6S und EGLSF (European Gay and [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":21,"featured_media":1873,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[89],"class_list":["post-1872","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sport","tag-lambda-187"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1872","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/21"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1872"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1872\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1874,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1872\/revisions\/1874"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1873"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1872"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1872"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1872"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}