{"id":1763,"date":"2022-03-04T00:17:00","date_gmt":"2022-03-03T23:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1763"},"modified":"2022-03-03T00:14:12","modified_gmt":"2022-03-02T23:14:12","slug":"pup-play","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1763","title":{"rendered":"Pup-Play"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Seit einiger Zeit kommt es immer \u00f6fter vor, dass man Menschen mit Hundemasken online auf diversen Plattformen und auch auf den Stra\u00dfen Wiens unterwegs sieht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor allem rund um die Regenbogenparade in Wien, den CSDs in Rest \u00d6sterreich und dem Pride-Monat tauchen diese zu Hunde gewordenen Menschen, auch Puppys genannt, auf. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch um was genau handelt es sich bei \u201ePuppys\u201c, was w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt \u201eWelpe\u201c bedeutet, und wo liegt hier der Ursprung? Welchen Sinn soll dieser neue Trend bringen, der sich immer mehr, nicht nur in \u00d6sterreich, etabliert? Welche Voraussetzungen sind zu erf\u00fcllen und welche Regeln sind zu beachten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein Name ist Pup-Rusty, bin am 14.2.2020 als neues Puppy geboren, seit knapp zwei Jahren mit Herz und Seele \u201ePuppy\u201c und m\u00f6chte euch heute das Thema \u201ePup-Play\u201c aus meiner Sichtweise etwas n\u00e4herbringen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist ein Puppy?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ursprung des Pup-Play an sich findet sich in der BDSM-Fetish Community und hat dadurch prim\u00e4r einen sexuellen Aspekt. Hier sei jedoch anzumerken, dass es nichts mit Zoophilie zu tun hat, um dieses Vorurteil vorweg zu beseitigen. Statt dessen ist es ein Rollenspiel, bei der man die Welt als junger Hund, als Welpe, erlebt. Es geht darum, als Puppy die Kontrolle in der Beziehung mit dem \u201eBesitzer\u201c, auch Owner oder Handler genannt, abzugeben und sich dadurch f\u00fchren, fallen zu lassen und sich in dem sogenannten Headspace wieder zu finden. Nach au\u00dfen wird das durch das Aufsetzen der Maske, der Hood gezeigt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jedes Puppy hat auch seinen eigenen Namen. Dieser kann von dessen Owner oder selbst ausgesucht worden sein und muss mit dem richtigen Namen nicht im Zusammenhang stehen. Meist wird hier ein Name gew\u00e4hlt, mit dem sich sowohl das Puppy als auch der Mensch dahinter gut identifizieren k\u00f6nnen, oder eine gewisse Story zu dem Menschen hinter der Maske erz\u00e4hlt. Wie es f\u00fcr einen gut gepflegten oder vorbildlichen Hund geh\u00f6rt, tr\u00e4gt ein Puppy seinen eigenen, sogenannten Name-Tag, der unterschiedlichste Formen, von einem Knochen bis zu einem Medaillon haben kann und auf einem Halsband getragen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vergleichbar mit den Rassen echter Hunde, gibt es diese im Pup-Play selbstverst\u00e4ndlich auch. Hier kann eine Hunderasse gew\u00e4hlt werden, mit deren Art und Weise man sich gut identifiziert, im \u00fcbertragenen Sinn. Des Weiteren gibt es optisch gesehen auch noch einmal einen Unterschied bei den Puppys, bzw. Pup-Playern. Dieses ergibt sich wiederum aus den Vorlieben und sogenannten Kinks des Pup-Players selbst. So gibt es \u201eshiny\u201c Puppies, die in der Regel Rubber tragen, oder solche, die den Geruch und die Materialbeschaffenheit von Leder oder Neopren bevorzugen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bild-1-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1767\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bild-1-683x1024.jpg 683w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bild-1-200x300.jpg 200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bild-1-100x150.jpg 100w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bild-1-768x1151.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bild-1-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bild-1-1367x2048.jpg 1367w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bild-1-1200x1798.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bild-1-1980x2967.jpg 1980w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bild-1-scaled.jpg 1708w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption>Foto: Thomas Eisl (IG: Thomaseisl.photography) und Maison Nyca (IG: maisonnyca)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Pup-Play<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Pup-Play wird man zu einem jungen Hund, verspielt, manchmal mehr, manchmal weniger brav. Ein wichtiger Teil dabei ist die Interaktion mit anderen Puppys und mit den Ownern. Mit Aufsetzen der Maske tritt man in die Rolle des Puppy und f\u00fcgt sich den zuvor ausgemachten Regeln, wie zum Beispiel ein absolutes Sprechverbot. So gesehen \u00fcbernimmt das Puppy den devoten Part beim Sex.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verglichen zu anderen dominant\/submissiven Rollenspielen, geht es bei Pup-Play weniger um triezen und herumkommandieren, sondern mehr um den liebevollen Umgang von Owner und Puppy. Aufgrund der zumeist eher devoten Rolle des Puppys legt in der Regel der Owner die \u201eRegeln des Spieles\u201c fest. Auch kann es vorkommen, dass das Puppy, wenn es sich eher als \u201eStreuner\u201c f\u00fchlt, vielleicht auch keinen festen Owner hat, und so ab und an mit einem sogenannten \u201ePart-Time-Handler\u201c spielt, um Erfahrungen sammeln zu k\u00f6nnen und zu wachsen. Dieser Part-Time-Handler kann aber muss nicht immer dieselbe Person sein. Hier k\u00f6nnen immer wieder andere Spielregeln auftreten, da jeder Mensch auch andere zus\u00e4tzliche sexuelle Vorlieben hat. Nat\u00fcrlich werden diese vor Beginn des Spiels abgekl\u00e4rt; das Puppy hat sich danach diesen zu f\u00fcgen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt auch dominante Puppies, welche unter anderem auch selbst Owner\/Handler sein k\u00f6nnen und zwischen diesen beiden Rollen hin und her wechseln. Ein dominantes Puppy (in seiner Rolle als Puppy) wird Alpha genannt, was uns zur Hierarchie im Pup-Play bringt. Diese ist vergleichbar mit jener in einem Rudel von W\u00f6lfen. Da ist das Alpha-Puppy, gefolgt von seinem Beta, usw.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist das Puppy im Besitz eines Owner, so ist nicht un\u00fcblich, dass auf der R\u00fcckseite des Name-Tags dessen Kontaktdaten eingraviert wurden. Damit wird gew\u00e4hrleistet, dass das Puppy sich korrekt verh\u00e4lt und im Falle eines Ungehorsams oder Regelversto\u00dfes der Owner kontaktiert und informiert werden kann. Zum Beispiel, sollte es dem Puppy erlaubt sein sich \u201ealleine\u201c oder mit Freunden in Clubs und Co. zu bewegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses f\u00fchrt zu einem weiteren Punkt im Leben eines Puppy: Die Belohnung und Bestrafung. Hier greift ganz liebevoll das klassische Konditionieren. Bist du brav, bekommst du ein Leckerli. Dieses Leckerli kann sich in Form eines Fruchtgummis, Schokolade, eines neuen Spielzeuges, Streicheleinheiten oder was dem Puppy sonst so gef\u00e4llt, \u00e4u\u00dfern. Doch wird nat\u00fcrlich ungehorsames, falsches oder widerwilliges Verhalten bestraft. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Strafen k\u00f6nnen sich, je nach dem inwieweit dieses abgekl\u00e4rt und vereinbart wurde, in Form von Spanking oder dem Tragen eines Keuschheitsg\u00fcrtels \u00fcber einen l\u00e4ngeren oder nicht festgelegten Zeitraum, also der Entzug von Sex, \u00e4u\u00dfern. Auch hier gilt wieder, was beiden gef\u00e4llt, ist einzuhalten und es spielt Vertrauen eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Eine offene Community<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pup-Play ist daher ein Fetish, der sehr vielschichtig und vielf\u00e4ltig ist. Einer der sch\u00f6nsten und zugleich auch besten Aspekte beim Leben als Puppy ist, dass es trotz der erw\u00e4hnten Unterschiede in Hunderassen und Looks sowie der einzelnen Individualit\u00e4ten der Pup-Player in der Community keine Gruppierungen und strikten Abgrenzungen gibt. Jeder wird akzeptiert, wie er ist, es gibt kein Shaming in Form von Kink- und Bodyshaming, etc\u2026, und man kann problemlos \u00fcber alles reden und diskutieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbstverst\u00e4ndlich ist Pup-Play nicht nur rein sexuell. Es gibt eine gro\u00dfe Anzahl an Puppys und Owner, die dieses Spiel als Hobby sehen, um den tristen Alltag zu entfliehen oder dadurch auch die eine oder andere Thematik von einem zweiten bzw. anderen Blickwinkel zu betrachten. Des Weiteren bringt Pup-Play den Vorteil, dass wenn man gern einen Hund m\u00f6chte, diesen aufgrund von Allergien oder Zeitmangel nicht nehmen und halten kann, k\u00fcmmert man sich stattdessen um ein menschliches Puppy. Pup-Play selbst findet sich zwar vorwiegend, aber nicht ausschlie\u00dflich in der LGBTIQ+, bzw. der Fetisch-Community, sondern wird auch au\u00dferhalb dieser Communities betrieben und praktiziert. Wenn nun deine Neugier geweckt wurde, gehe auf die Knie, probiere es einmal aus, sieh die Welt aus einer anderen Perspektive und sei ein Puppy. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit einiger Zeit kommt es immer \u00f6fter vor, dass man Menschen mit Hundemasken online auf diversen Plattformen und auch auf den Stra\u00dfen Wiens unterwegs sieht. Vor allem rund um die Regenbogenparade in Wien, den CSDs in Rest \u00d6sterreich und dem Pride-Monat tauchen diese zu Hunde gewordenen Menschen, auch Puppys genannt, auf. 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