{"id":1720,"date":"2022-03-04T00:02:00","date_gmt":"2022-03-03T23:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1720"},"modified":"2022-03-03T00:15:27","modified_gmt":"2022-03-02T23:15:27","slug":"vorstellungen-von-einer-gerechten-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1720","title":{"rendered":"Vorstellungen von einer gerechten Welt"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Filmpolitik im Umschwung<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Berlinale 2022<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Corona hatte auch in diesem Jahr die BERLINALE fest im Griff. Wettbewerbsteil und Rahmenprogramm wurden verk\u00fcrzt, Besucherzahlen halbiert, Zutritt zu jeglichen Veranstaltungen, unter anderem auch Pressekonferenzen und Previews, hatten ausschlie\u00dflich nachweislich Geimpfte und Genesene. Ebenso fand die Teddyverleihung unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit als Lifestream statt. Insgesamt stand das diesj\u00e4hrige Filmfest unter dem Motto \u201eImpfen sch\u00fctzt auch die Kultur!\u201c. Wer da nicht mithalten konnte oder wollte, hatte eben Pech gehabt. So oder so hat man sich bem\u00fcht, zumindest politische Rahmenveranstaltungen entweder hybrid, also sowohl pr\u00e4sent als auch gleichzeitig online, beziehungsweise von vornherein als Zoommeeting stattfinden zu lassen. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Weise konnte die Initiative Pro Quote Film, die bereits seit 2014 auf gleichberechtigte Beteiligung von Frauen vor und hinter der Kamera hinarbeitet, mit \u00dcbergabe der Gleichstellungsmissst\u00e4ndeauflistung an die neue Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien Claudia Roth, auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Diese versicherte, sich der Diskriminierung von Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen bewusst zu sein und versprach, sich insbesondere f\u00fcr Chancengleichheit in Kunst und Kultur einzusetzen. Wie Pro Quote Film wiederholt dargestellt hat, sind Frauen nach wie vor in allen Kunst- und Kulturbereichen benachteiligt, obwohl die Studentinnenzahl an den meisten Hochschulen mittlerweile mindestens 50 Prozent ausmacht. Nach Studienabschluss verschwinden jedoch viele der gut ausgebildeten und kompetenten K\u00fcnstlerinnen von der Kulturbildfl\u00e4che und werden in Arbeitslosigkeit, Assistentinnenjobs, B\u00fcroarbeiten und brotlose Freiberuflichkeit gedr\u00e4ngt. Einige ganz Mutige unter den Feministinnen fordern deshalb inzwischen eine Frauenquote von 70 Prozent vor allem in den Regiepositionen von Theater und Film sowie bei den gef\u00f6rderten ProtagonistInnen in der bildenden Kunst: \u201eWir verlieren jedes Jahr, indem Frauen benachteiligt werden. Wir verlieren als Gesellschaft.\u201c Und: \u201eObwohl wir die H\u00e4lfte der Menschheit sind, begn\u00fcgen wir uns in den meisten kulturrelevanten Branchen und Positionen mit nicht mal 25 Prozent des Lohnes und Ansehens\u201c, hei\u00dft es von Seiten der Organisatorinnen bei Pro Quote Film. Zudem gebe es mehr Diversit\u00e4t bei den Zuschauer*innen als bei den Medienmacher*innen, was zu Monotonie und Stereotypenbildung f\u00fchre. So bestreite sich insbesondere das \u00f6ffentlich-rechtliche Fernsehen aus alten gewachsenen Strukturen, was bedeute, dass M\u00e4nner lieber mit M\u00e4nnern arbeiteten, Sexismus, Diskriminierung und Rassismus an der Tagesordnung seien und Frauen es am m\u00e4nnlich-heterosexuell-wei\u00df-dominierten Set schwer h\u00e4tten, sich durchzusetzen. Andererseits gehe es darum, sich die Devise \u201eWhat she can see, she can be\u201c zu eigen zu machen und selbstbewusst darauf zu beharren, dass Frauen* gleichberechtigte Teilhabe in allen Bereichen zustehe. Entsprechend verwies Claudia Roth darauf, dass es \u201eallerh\u00f6chste Zeit f\u00fcr feministische Filmpolitik\u201c sei: \u201eFrauen haben gleiche Qualifikationen, Kompetenzen und Kreativit\u00e4t. Wir sind 51 Prozent; wir wollen auch entsprechende Repr\u00e4sentanz und Teilhabe.\u201c Die Vielfalt der Gesellschaft, die nat\u00fcrlich auch LGBTIQ* einbeziehe, m\u00fcsse in der Kultur sichtbar sein: \u201eVielfalt muss vorkommen, nicht nur als Klischee.\u201c Explizit bat Roth die Pro Quote-Aktivistinnen: \u201eBitte \u00fcben sie ruhig Druck aus!\u201c Auch im Kulturbereich habe man einiges nachzuholen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso engagiert wie Pro Quote Film zeigten sich die Veranstalterinnen des Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund und K\u00f6ln. Sie organisierten eine Diskussionsrunde zum Thema \u201eImagine Afghanistan: Women filmmakers and their vision\u201c. Dort stellten drei Regisseurinnen ihre Werke und Intentionen vor. Shahrbanoo Sadat zeigt in \u201e<strong>Kabul Kinderheim<\/strong>\u201c das Leben in einem Waisenhaus zu Zeiten, als Afghanistan unter sowjetischer Besatzung war. Rokhsareh Ghaemmaghami erz\u00e4hlt in \u201e<strong>Sonita<\/strong>\u201c von einer jungen Gefl\u00fcchteten im Iran, die Rapperin werden will. Zamarin Wahdat geht in \u201e<strong>Bambirak<\/strong>\u201c ihrer Beziehung zu ihrem Vater und ihrer Bikulturalit\u00e4t nach: \u201eF\u00fcr die Deutschen bin ich immer Afghanin geblieben, in Afghanistan gelte ich als deutsch\u201c. Alle drei Filmemacherinnen sind sich einig, dass man in der westlichen Welt immer dieselben Stereotype in Bezug auf Afghanistan bem\u00fche. So wolle man keinen afghanischen Fortschritt auf der Leinwand sehen, nicht mal allt\u00e4gliche Technik, wie einen Fahrstuhl oder die Autobahn. Dar\u00fcber hinaus sei bisher wenig m\u00f6glich gewesen, weil es f\u00fcr Filme mit allt\u00e4glichen menschlichen Inhalten aus und \u00fcber Afghanistan kaum finanzielle Mittel gebe. \u201eWir haben es schwer, unsere eigenen Geschichten zu erz\u00e4hlen, wie wir sie wirklich erlebt haben, und uns damit Geh\u00f6r zu verschaffen\u201c, sagt Rokhsareh Ghaemmaghami. \u201eDabei ist der afghanische Alltag dramatisch genug, und die Menschen haben meist allt\u00e4gliche Tr\u00e4ume, so wie andere Leute zum Beispiel in Deutschland auch. Man muss nichts dazu erfinden, um den Film dramatischer zu machen\u201c, beschreibt es Zamarin Wahdat. Shahrbanoo Sadat findet, dass die beste Rache an den politischen Machthabern sei, einfach weiter Filme zu machen, die Realit\u00e4t und eigene Perspektiven darzustellen. Und Zamarin Wahdat f\u00fcgt hinzu: \u201eEs ist wichtig, Einwanderergeschichten zu erz\u00e4hlen und den ProtagonistInnen dabei ihre Perspektiven zu lassen. Man sollte nicht stereotypisieren, weil das nur eine einseitige Betrachtung auf die Person, Kultur und Community ergibt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"735\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Nelly-Nadine-SchwedenBelgienNorwegen-1024x735.jpg\" alt=\"Nelly &amp; Nadine (Schweden,Belgien,Norwegen)\" class=\"wp-image-1728\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Nelly-Nadine-SchwedenBelgienNorwegen-1024x735.jpg 1024w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Nelly-Nadine-SchwedenBelgienNorwegen-300x215.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Nelly-Nadine-SchwedenBelgienNorwegen-150x108.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Nelly-Nadine-SchwedenBelgienNorwegen-768x551.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Nelly-Nadine-SchwedenBelgienNorwegen-1536x1102.jpg 1536w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Nelly-Nadine-SchwedenBelgienNorwegen-1200x861.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Nelly-Nadine-SchwedenBelgienNorwegen.jpg 1771w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Nelly &amp; Nadine (Schweden,Belgien,Norwegen)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>So politisch wie das Rahmenprogramm sind auch einige Filmbeitr\u00e4ge der BERLINALE selbst. So erz\u00e4hlt Magnus Gertten in \u201e<strong>Nelly &amp; Nadine<\/strong>\u201c (Schweden, Belgien, Norwegen) von einem Frauenpaar, das sich Ende 1944 im Frauenkonzentrationslager Ravensbr\u00fcck lieben lernt und nach der Befreiung zusammenbleibt. Das gemeinsame Leben der beiden Frauen wurde jedoch in Familienkreisen geheimgehalten, bis Nellys Enkelin auf die Geschichte des Paares stie\u00df und sich dieser nun \u00f6ffentlich erinnert. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Film kommt gerade rechtzeitig und passend zu den lesbischen Gedenkaktivit\u00e4ten in Ravensbr\u00fcck, die zum 77. Jahrestag der Befreiung am 30. April stattfinden sollen. Da Ravensbr\u00fcck das zentrale Frauenkonzentrationslager im deutschen Reich war, in dem von 1939 bis 1945 insgesamt 120.000 Frauen aus \u00fcber 30 Nationen inhaftiert waren, von denen ein F\u00fcnftel die Haft nicht \u00fcberlebten, gibt es seit l\u00e4ngerer Zeit auch Bem\u00fchungen, an die lesbischen Insassinnen unter den politisch, rassistisch, religi\u00f6s Verfolgten und als asozial Diffamierten zu erinnern. Die Initiative \u201eAutonome feministische Frauen und Lesben aus Deutschland und \u00d6sterreich\u201c stellte vor einigen Jahren bei der Stiftung Brandenburgische Gedenkst\u00e4tten einen Antrag auf Errichtung einer Gedenkkugel. Nachdem lange \u00fcber den Verfolgungsbegriff gestritten worden war, beinhaltete der Antrag eine kritische Analyse der historischen Fakten, die mit Genehmigung des Mahnmals best\u00e4tigt wurden. So habe es zwar f\u00fcr lesbische Frauen keinen explizit festgelegten Straftatbestand gegeben, jedoch seien nicht wenige nach Denunziationen aus der Bev\u00f6lkerung und mit dem Vorwurf \u201eunsteten Lebenswandels\u201c in Haft gekommen, andere seien sogar gezielt als Lesben ermordet worden, nachdem man sie urspr\u00fcnglich aufgrund einer rassistischen Kategorisierung interniert hatte, hei\u00dft es von Seiten der Gedenkst\u00e4tte. Dass lesbische Frauen in der Erinnerungskultur bisher kaum vorkommen, erkl\u00e4ren Historiker*innen damit, dass die Sexualit\u00e4t von Frauen nach Ende des Krieges weiter tabuisiert wurde und daher bis heute nur wenige lesbische Zeitzeuginnen namentlich bekannt sind. Vor diesem Hintergrund erscheint die Erz\u00e4hlung gleichgeschlechtlicher Liebesgeschichten, wie jene von Nelly und Nadine umso wichtiger. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Alis-Kolumbien-Chile-Rumaenien-1024x576.jpg\" alt=\"Alis (Kolumbien, Chile, Rum\u00e4nien)\" class=\"wp-image-1722\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Alis-Kolumbien-Chile-Rumaenien-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Alis-Kolumbien-Chile-Rumaenien-300x169.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Alis-Kolumbien-Chile-Rumaenien-150x84.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Alis-Kolumbien-Chile-Rumaenien-768x432.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Alis-Kolumbien-Chile-Rumaenien-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Alis-Kolumbien-Chile-Rumaenien-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Alis-Kolumbien-Chile-Rumaenien-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Alis-Kolumbien-Chile-Rumaenien-1980x1114.jpg 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Alis (Kolumbien, Chile, Rum\u00e4nien)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Auch der Dokumentarfilm \u201e<strong>Alis<\/strong>\u201c (Kolumbien, Chile, Rum\u00e4nien) von Clare Weiskopf und Nicol\u00e1s von Hemelryck, der auf der BERLINALE in \u201eGeneration 14plus\u201c lief, erz\u00e4hlt von dem Freiheitwunsch einer Frau. Die fiktive Alis, die sich die Jugendlichen in einem kolumbianischen Heim vorstellen, soll in einer Welt \u201eohne K\u00e4mpfe\u201c und \u201eohne Diskriminierung\u201c leben. Wie die fiktive Frau haben die Protagonistinnen ein Leben auf der Stra\u00dfe erfahren, in der sie rechtlos und fremdbestimmt waren. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"819\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Aos-dezasseis-Portugal-1024x819.jpg\" alt=\"Aos dezasseis (Portugal)\" class=\"wp-image-1723\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Aos-dezasseis-Portugal-1024x819.jpg 1024w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Aos-dezasseis-Portugal-300x240.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Aos-dezasseis-Portugal-150x120.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Aos-dezasseis-Portugal-768x614.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Aos-dezasseis-Portugal-1536x1229.jpg 1536w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Aos-dezasseis-Portugal-1200x960.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Aos-dezasseis-Portugal.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Aos dezasseis (Portugal)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die 16-j\u00e4hrige Protagonistin in dem Kurzfilm \u201e<strong>Aos dezasseis<\/strong>\u201c (Portugal) von Carlos Lobo ist zwar nicht obdachlos und auch in keinem Heim untergebracht, aber auch sie w\u00fcnscht sich in eine andere, bessere Welt mit mehr Freiheiten, vor allem mit mehr Selbstbewusstsein, um ihre eigene Sexualit\u00e4t ausleben zu d\u00fcrfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Um bei der Ausbeutung von Frauen und dem Male Gaze zu bleiben, lohnt sich der Hinweis auf den Dokumentarbeitrag \u201e<strong>Brainwashed: Sex-Camera-Power<\/strong>\u201c (USA), in dem die Regisseurin Nina Menkes die patriarchalisch gepr\u00e4gte Filmsprache in Filmszenen aus \u00fcber 100 Jahren unter die Lupe nimmt. Menkes bezieht sich vor allem auf ihren eigenen Vortrag \u201eSex and Power: The Visual Language of Oppression\u201c und deckt dabei patriarchalische Erz\u00e4hlstrukturen auf, die sich hinter glamour\u00f6sen Bildeinstellungen verstecken. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Calcinculo-Italien-Schweiz-1024x576.jpg\" alt=\"Calcinculo (Italien, Schweiz)\" class=\"wp-image-1725\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Calcinculo-Italien-Schweiz-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Calcinculo-Italien-Schweiz-300x169.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Calcinculo-Italien-Schweiz-150x84.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Calcinculo-Italien-Schweiz-768x432.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Calcinculo-Italien-Schweiz-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Calcinculo-Italien-Schweiz-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Calcinculo-Italien-Schweiz-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Calcinculo-Italien-Schweiz-1980x1114.jpg 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Calcinculo (Italien, Schweiz)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In \u201e<strong>Calcinculo<\/strong>\u201c (Italien, Schweiz) bricht Regisseurin Chiara Bellosi solche Erwartungen vollst\u00e4ndig auf, indem sie eine Hauptcharakterin zeigt, die sich mit ihrer Bewunderung f\u00fcr eine selbstbestimmte Schaustellerin den Gendernormen ihrer Umwelt mutig widersetzt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"573\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/If-from-Every-Tongue-It-Drips-Kanada-UK-Sri-Lanka-1024x573.jpg\" alt=\"If from Every Tongue It Drips (Kanada, UK, Sri Lanka)\" class=\"wp-image-1726\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/If-from-Every-Tongue-It-Drips-Kanada-UK-Sri-Lanka-1024x573.jpg 1024w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/If-from-Every-Tongue-It-Drips-Kanada-UK-Sri-Lanka-300x168.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/If-from-Every-Tongue-It-Drips-Kanada-UK-Sri-Lanka-150x84.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/If-from-Every-Tongue-It-Drips-Kanada-UK-Sri-Lanka-768x430.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/If-from-Every-Tongue-It-Drips-Kanada-UK-Sri-Lanka-1536x859.jpg 1536w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/If-from-Every-Tongue-It-Drips-Kanada-UK-Sri-Lanka-2048x1146.jpg 2048w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/If-from-Every-Tongue-It-Drips-Kanada-UK-Sri-Lanka-1200x671.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/If-from-Every-Tongue-It-Drips-Kanada-UK-Sri-Lanka-1980x1108.jpg 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>If from Every Tongue It Drips (Kanada, UK, Sri Lanka)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>\u201e<strong>If from Every Tongue It Drips<\/strong>\u201c (Kanada, UK, Sri Lanka) von Sharlene Bamboat geht die Themen Feminismus, Queerness und Diskriminierung dagegen formaler an und wird als \u201ehybrider Dokumentarfilm\u201c bezeichnet, in dem pers\u00f6nliche Verbindungen und politische Bewegungen zueinander in Beziehung gesetzt werden. In Interaktion gezeigt werden eine Poetin und ihre Partnerin, die Kamerafrau des Filmes, der die Auseinandersetzungen des Paares abbildet. Gleichzeitig geht es um Kolonialismus, Nationalismus und wie sich die beiden Komponenten auf die Arbeit der Partnerinnen und das filmische Agieren miteinander auswirken. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"549\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ladies-Only-Deutschland-Indien-1024x549.jpg\" alt=\"Ladies Only (Deutschland, Indien)\" class=\"wp-image-1727\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ladies-Only-Deutschland-Indien-1024x549.jpg 1024w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ladies-Only-Deutschland-Indien-300x161.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ladies-Only-Deutschland-Indien-150x80.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ladies-Only-Deutschland-Indien-768x411.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ladies-Only-Deutschland-Indien-1536x823.jpg 1536w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ladies-Only-Deutschland-Indien-2048x1097.jpg 2048w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ladies-Only-Deutschland-Indien-1200x643.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ladies-Only-Deutschland-Indien-1980x1061.jpg 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Ladies Only (Deutschland, Indien)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Mit der Erw\u00e4hnung von \u201e<strong>Ladies Only<\/strong>\u201c (Deutschland, Indien) von Rebana Liz John und ihrer Reise in den Frauenabteilen der Nahverkehrsz\u00fcge in Mumbai, in denen die Passagierinnen von ihren pers\u00f6nlichen Betrachtungen erz\u00e4hlen, m\u00f6chte ich diesen kleinen lesbisch-feministisch dominierten \u00dcberblick \u00fcber die BERLINALE schlie\u00dfen. Mein Preisverleihungsbericht mit Besprechung der B\u00e4ren- und Teddy-Awards erscheint redaktionsschlussbedingt erst in der kommenden Lambda im Sommer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Filmpolitik im Umschwung Berlinale 2022 Corona hatte auch in diesem Jahr die BERLINALE fest im Griff. Wettbewerbsteil und Rahmenprogramm wurden verk\u00fcrzt, Besucherzahlen halbiert, Zutritt zu jeglichen Veranstaltungen, unter anderem auch Pressekonferenzen und Previews, hatten ausschlie\u00dflich nachweislich Geimpfte und Genesene. Ebenso fand die Teddyverleihung unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit als Lifestream statt. 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