{"id":1713,"date":"2022-03-04T00:01:00","date_gmt":"2022-03-03T23:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1713"},"modified":"2022-03-03T00:15:31","modified_gmt":"2022-03-02T23:15:31","slug":"fetisch-was-sonst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1713","title":{"rendered":"Fetisch, was sonst?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Sex mit Partner:in hat offenbar ein Ablaufdatum \u2013 sp\u00e4testens dann, wenn unser V\u00f6gelchen so viel Torte auf der H\u00fcfte hat, dass die Glasur rei\u00dft. <\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt hei\u00dft es Augen zu, Film ab. Das ist sie, die dunkelbunte Stunde des Fetischs, die ganz gro\u00dfe Chance aufs ewige Gl\u00fcck. Und wir k\u00f6nnen es beweisen:<\/p>\n\n\n\n<p>Japanwachteln wurden in einer Studie darauf konditioniert, statt mit einem lebenden Sexualpartner mit einem Fetisch, einer Puppe aus Frottee-Stoff, zu kopulieren. (So ein Gef\u00fchl soll ja auch unter Menschen vorkommen, wenn Partner und Beziehung schnarchen und du ribbelst dir einsam einen ab.)<\/p>\n\n\n\n<p>Gew\u00f6hnlich verlernen wir aber ein so erworbenes Verhalten nach und nach (oder sogar schlagartig, mit einem neuen Pfirsich im Bett). Doch die Japanv\u00f6gel pfiffen auf die Biologie und v\u00f6gelten munter weiter ihre Frottee-Partner statt ihresgleichen. Der Ersatz war offenbar besser als das Original.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Originale freut sowas nur wenig, vermuten wir: Die Originalmutter Graugans was sicher not amused, dass ihr Konrad Lorenz die Jungen abspenstig gemacht hat. Genaueres wissen wir nicht, weil die Geschichte von den Siegern geschrieben wird und nicht von verlassenen G\u00e4nsen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ist aber der Reiz eingeschlafen, erwacht bei den Verlassenen die Rache. Gerne als Ruf nach dem Irrenarzt: Das ist doch kein normales Verhalten, wenn das Schweinsohr lieber einen Besen v\u00f6gelt als mich? Lieber am versifften H\u00f6schen schnuppert als an meiner desodorierten Achsel? Kann man sowas heilen? Behandeln muss man\u2019s jedenfalls.<\/p>\n\n\n\n<p>Tante Gretl meint, in die Klapse geh\u00f6rt eher, wer sowas sagt. Mit Phantom-Fetischismus kennt sie sich n\u00e4mlich aus. Der Mann einer Freundin war aus der Kriegsgefangenschaft libidom\u00e4\u00dfig schwerst besch\u00e4digt heimgekehrt \u2013 aber das hat ihr Sexleben eher befeuert, sagt sie: \u201eSie hat sich\u2019s einfach vorgestellt, wie sich sein Maibaum anf\u00fchlt, wenn ihn noch wer aufstellen k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das gibt es ja wirklich, die unwiderstehliche Lust an K\u00f6rperteilen, sogar verlorenen: Sich aufgeilen an dem, was nicht (mehr) da ist: Endlich verstehen wir die Typen richtig, die auf den Demos mit Nazi-Beilage mitlaufen. Die fahren einfach auf das Hirn ihrer F\u00fchrer ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist daher ein ehrbares Anliegen, n\u00fctzlich und sogar notwendig, wenn Lambda als Zentralorgan des autoerotischen Fortschrittes endlich den Sex mit jemandem bewirbt, den man wirklich mag: mit sich selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein dazu hilfreiches Mittel sei der Fetisch, informiert uns die Chefredaktion in einer Vorab-Mitteilung; man m\u00f6ge dar\u00fcber wohlwollend berichten und niemand sei daf\u00fcr geeigneter als wir von der ARGE SCHAS (SCH\u00f6ner Als Sex).<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ist der Sex mit Fetisch nicht unbedingt sch\u00f6ner als Sex mit irgendwem sonst \u2013 aber jedenfalls weniger riskant, wenn man von Kobold, dem Pimmelschnippler, einmal absieht, zu dem wir gleich kommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles, was ihr \u00fcber die Risiken von Sex mit Fetisch wissen solltet, findet ihr im Buch \u201eIch habe mich versehentlich auf den Staubsauger gesetzt\u201c (wobei \u201eStaubsauger\u201c auch durch \u201eGl\u00fchbirne\u201c, \u201eGartenschlauch\u201c, \u201eZahnb\u00fcrste\u201c und so weiter ersetzt werden kann).<\/p>\n\n\n\n<p>Leder, Latex, Kleppermantel: Nur Neulinge glauben, damit w\u00e4re der Fetisch ausgereizt. Sie \u00fcbersehen dabei die Snackgabel in der Harnr\u00f6hre, den Schnuller im Arsch, erst gar nicht zu reden vom \u201eMorbus Kobold\u201c, der unter Unfallchirurgen tats\u00e4chlich so hei\u00dft, weil nur das Ansaugrohr des kleinen \u201eKobold\u201c-Staubsaugers format- und l\u00e4ngenm\u00e4\u00dfig die Anspr\u00fcche des verw\u00f6hnten Autoeroten befriedigt. (Bl\u00f6d nur, dass fr\u00fcher gleich am Ende des Rohres ein Ventilator angebracht war, was bei maximaler Erregung zu maximaler Zerschnippelung f\u00fchrte. Der \u201eKobold\u201c-Erzeuger Vorwerk verl\u00e4ngerte daher das Rohr, wirbt aber seither mit dem Spruch \u201eKobold \u2013 f\u00fcr Ihr Wohlf\u00fchlzuhause\u201c.)<\/p>\n\n\n\n<p>Fetischismus hat also seine gef\u00e4hrlichen Seiten \u2013 und r\u00e4tselhafte dazu: Woran zum Beispiel inneralpine Schuhfetischisten ihr Begehren festmachen, sobald die genagelten Goiserer vom Dachboden geholt werden, oder was die Baumliebhaber (Stichwort: Astloch) so umtreibt? Ob es die Windelfetischisten mehr gebraucht m\u00f6gen oder doch eher mit dem Frischeduft von Fewa?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie so oft, wenn wir das Leben auf den Sex reduzieren, stehen wir am Ende da wie Hamlet mit dem Totensch\u00e4del in der Hand und sagen uns: Wenn\u2019s am Ende eh nur darauf hinausl\u00e4uft, dann geht auch noch ein L\u00f6ffel Schlagobers mehr auf die Torte. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sex mit Partner:in hat offenbar ein Ablaufdatum \u2013 sp\u00e4testens dann, wenn unser V\u00f6gelchen so viel Torte auf der H\u00fcfte hat, dass die Glasur rei\u00dft. Jetzt hei\u00dft es Augen zu, Film ab. Das ist sie, die dunkelbunte Stunde des Fetischs, die ganz gro\u00dfe Chance aufs ewige Gl\u00fcck. 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