{"id":1686,"date":"2021-12-03T01:24:57","date_gmt":"2021-12-03T00:24:57","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1686"},"modified":"2021-12-03T01:25:12","modified_gmt":"2021-12-03T00:25:12","slug":"schoen-schoener-feminismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1686","title":{"rendered":"Sch\u00f6n, sch\u00f6ner Feminismus"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Ob Kultur, Mode, Kunst oder Sex, popkulturell oder in Subkulturen: Sch\u00f6nheitsideale gibt es \u00fcberall. Gerade f\u00fcr Jugendliche, die viel ausprobieren, um ihre Pers\u00f6nlichkeit auszudr\u00fccken, und so herausfinden, was ihrem Typ entspricht und was nicht, sind Trends wichtig. Gleichzeitig \u00fcben Sch\u00f6nheitsnormen aber auch einen gro\u00dfen Druck aus, denn ob man will oder nicht, man positioniert sich zu diesen Normen, entweder indem man ihnen, mehr oder weniger, entspricht oder eben nicht. Es gibt \u201cin\u201d und \u201cout\u201d und diese Sch\u00f6nheitsideale werden \u00fcber soziale Medien heute besonders weit gestreut und pr\u00e4sent gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade junge Menschen k\u00f6nnen unter dem Einfluss der sozialen Medien, welche eine heile Scheinwelt projiziert, leiden. Es ist zwar kein Geheimnis, dass Influen\u00adcer*innen nur die sch\u00f6nen Seiten des Lebens teilen, und diese in besonders gutem Licht und vorteilhafter Pose erscheinen lassen, aber oft vergleichen wir uns trotzdem mit den perfekten Bildern, die wir online sehen und n\u00e4hren damit eigene Unsicherheiten und jagen einem Ideal hinterher, das nur teilweise der Wirklichkeit entspricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Instagram, TikTok und Youtube gibt es aber nicht nur die Influencer*innen, die ausschlie\u00dflich perfekten und normsch\u00f6nen Content produzieren. Auch Feminist*innen pr\u00e4gen die sozialen Medien und pr\u00e4sentieren Ans\u00e4tze, die Sch\u00f6nheitszw\u00e4ngen und dem Wahn, sich ununterbrochen selbst optimieren zu m\u00fcssen, den Kampf ansagen: Sie kratzen die heile, virtuelle Scheinwelt an, kl\u00e4ren auf und zeigen Vielfalt. Themen werden enttabuisiert, patriarchalische Strukturen werden offengelegt und feministische Aufkl\u00e4rung regt einen \u00f6ffentlichen Diskurs an. Verschiedenste Kan\u00e4le tragen zu der Verbreitung feministischer Inhalte bei, angefangen bei der Bewerbung von B\u00fcchern, die Vielfalt in das Zimmer von Kindern bringen, bis hin zu feministischer Kunst und Aufkl\u00e4rungspodcasts. Letzteres kann vor allem junge Menschen ansprechen und bietet viel Raum f\u00fcr detaillierte Erkl\u00e4rungen und Diskussionen, die unterschiedliche Meinungen und Perspektiven vereinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem im k\u00fcnstlerischen Bereich bieten soziale Medien eine Plattform, die auf dem \u201etraditionellen\u201c Kunstmarkt nicht selbstverst\u00e4ndlich ist, und die sowohl feministisch ist als auch einem Sch\u00f6nheitswahn entgegen tritt: Die Darstellung der Vielf\u00e4ltigkeit von Vulven. Sei es in Form von Glas, als Illustrationen oder als Gipsabdruck, die Vulva, die Hand in Hand mit der Losl\u00f6sung von Schamgef\u00fchlen und dem Entgegenwirken von Sch\u00f6nheitsidealen geht, ist aus der modernen feministischen Kunst nicht mehr wegzudenken. Vulven treten dabei nicht als Zeichen der Weiblichkeit in Erscheinung, denn Genitalien sind kein Indikator f\u00fcr Geschlecht. Aber in den sozialen Medien werden Vulven mit einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit und in vielf\u00e4ltigster Ausf\u00fchrung gezeigt, die Frauen, M\u00e4dchen und anderen Menschen mit Vulven klar macht: dein K\u00f6rper ist gut, so wie er ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Kunst ist auch immer politisch, und Themen wie Sexismus oder Unterdr\u00fcckung werden oft angesprochen, wenn es um die Darstellung von Vulven geht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Realit\u00e4t ist leider noch nicht so weit fortgeschritten, um zu erkennen, dass wir alle Menschen sind, die das Recht besitzen, gleichberechtigt sowie gleichwertig behandelt zu werden. Ich finde aber, dass queere, intersektionale feministische Str\u00f6mungen auf einem guten Weg sind und Hoffnung bereiten, weiterhin Ver\u00e4nderung in die Welt zu bringen und patriarchalischen Strukturen endg\u00fcltig ein Ende zu setzen. Feminist*in zu sein bedeutet f\u00fcr mich solidarisch zu sein, sichtbar zu sein und f\u00fcr die Rechte aller Menschen einzustehen ohne Unterschiede zu machen. Um es mit den Worten von bell hooks zu sagen: \u201cFeminism is for everybody\u201d.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob Kultur, Mode, Kunst oder Sex, popkulturell oder in Subkulturen: Sch\u00f6nheitsideale gibt es \u00fcberall. Gerade f\u00fcr Jugendliche, die viel ausprobieren, um ihre Pers\u00f6nlichkeit auszudr\u00fccken, und so herausfinden, was ihrem Typ entspricht und was nicht, sind Trends wichtig. 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