{"id":1659,"date":"2021-12-03T01:17:18","date_gmt":"2021-12-03T00:17:18","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1659"},"modified":"2021-12-03T01:22:26","modified_gmt":"2021-12-03T00:22:26","slug":"immer-wieder-lesbisch-sichtbar-in-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1659","title":{"rendered":"Immer wieder lesbisch SICHTBAR in Wien"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Das Jahr 2021 ist ein besonderes Jahr, zumindest f\u00fcr die Lesben*gruppe der HOSI Wien: sie feiert 40 Jahre. Anl\u00e4sslich dieses Jubil\u00e4ums haben Barbara Fr\u00f6hlich und Petra Springer ein Buch herausgegeben. Ein Gespr\u00e4ch zur Entstehungsgeschichte des einmaligen Buchprojekts \u201eSICHTBAR\u201c:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">SICHTBARe Lesben seit Jahren<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Idee entstand bereits im Jahr 2019 im Pride Village am Wiener Rathausplatz. \u201eWir h\u00e4tten gerne zahlreiche Portr\u00e4ts mit lauter ber\u00fchmten bekannten Lesben in Wien sichtbar gemacht\u201c, sagt Fr\u00f6hlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Barbara Fr\u00f6hlich ist seit dem Jahr 1991, dem zehnj\u00e4hrigen Bestehen der HOSI-Wien-Lesben*gruppe, mit dabei und war bis 2015 viele Jahre Referentin der Lesben*\u00adgruppe. Derzeit ist sie Mitfrau im Vorstand des Vereins und besonders erfreut \u00fcber die Organisation EL*C. Denn seit der Europ\u00e4ischen Lesbenkonferenz im Jahr 2019 in Wien hat die EL*C ihren neuen Vereinssitz bei der HOSI Wien. Seit dieser Konferenz der EL*C in Wien, an der die HOSI Wien mitgearbeitet hat, ist auch Petra Springer viele Jahre als Journalistin bei den Lambda Nachrichten, der Zeitschrift der Homosexuellen Initiative Wien, aktiv. Sie hat zahlreiche Ausstellungen kuratiert, und ihre eigenen Bildserien unter dem Pseudonym Petra Paul ausgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damals r\u00fcckte die anf\u00e4ngliche Idee der Lesbenportr\u00e4ts noch in die Hinterk\u00f6pfe der beiden Frauen. Von 2017 bis 2019 haben sie im Frauen*Lesben*Feminist*innen Zelt im Pride Village Ausstellungen koordiniert und feministische Organisationen eingeladen: Dazu z\u00e4hlen zum Beispiel Verein an.schl\u00e4ge, die Buchhandlung ChickLit, die strickenden Lesben namens Pussycats, Afro Rainbow Austria, die Initiative Frauenvolksbegehren 2.0 und Verein OBRA \u2013 One Billion Rising Austria, der gegen Gewalt an Frauen tanzt und mit weiteren Aktionen auftritt. Als Kunsthistorikerin ist Springer in der feministischen Kunstszene entsprechend gut vernetzt und konnte so zeitgen\u00f6ssischen K\u00fcnstler*innen in das Zelt eingeladen. Im Jahr 2019 hat sie historische Fotografien aus dem Archiv der Lesben*gruppe den Werken zeitgen\u00f6ssischer K\u00fcnstler*innen gegen\u00fcbergestellt, und damit das Fundament f\u00fcr das Buchprojekt gelegt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gesammelte Vielfalt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Vielfalt der Themen in diesem Buch erstreckt sich von Demonstrationen seit der ersten Schwulenparade 1982 mit erster Sichtbarkeit von Lesben bis hin zu Lesungen und Lesben im aktiven Sport, beim Tanz und Fu\u00dfball, was die Vielfalt der Lesben aufzeigen soll\u201c, sagt Springer. Die inhaltlichen Textbeitr\u00e4ge wechseln sich mit historischen Fotografien ab und zeigen die Geschichte der HOSI-Wien-Lesben*\u00adgruppe: Im Jahr 1981 im Kellerlokal des Vereins in der Novaragasse des zweiten Wiener Gemeindebezirks hat sie begonnen. Der Galeriebetrieb im Vereinszentrum der HOSI Wien begann offiziell mit der Ausstellung von Gudrun Stockingers Fotografien von Schwulen. Doch Springer entdeckte eine Ausstellung, die bereits vom dritten bis siebzehnten November des Jahres 1982 zu sehen war. Mit Dokumenten wie Fotos, Zeitungsausschnitten, Plakaten und Textbeitr\u00e4gen der Aktivit\u00e4ten der HOSI-Wien-Lesben*gruppe war eigentlich diese Schau des Aktivismus die erste Ausstellung im Vereinszentrum der HOSI Wien, sagt sie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zeitaufwand f\u00fcr dieses Buchprojekt war enorm gro\u00df. Von April bis Oktober dieses Jahres habe sie oft bis drei Uhr fr\u00fch daran gesessen, sagt Springer, die gemeinsam mit Fr\u00f6hlich ehrenamtlich an dem Buchprojekt gearbeitet hat. Ihr gr\u00f6\u00dfter Arbeitsaufwand f\u00fcr das Buchprojekt war r\u00fcckblickend betrachtend das Layout und die n\u00e4chtelangen Korrekturen. Dankenswerterweise hat Kurt Krickler, https:\/\/www.homopoliticus.at\/, ein Aktivist der ersten Stunde der HOSI Wien und langj\u00e4hriger ehemaliger Chefredakteur der Lambda Nachrichten, sie dabei professionell unterst\u00fctzt. Aufgrund guter Kooperation zu anderen Mitgliedern der HOSI Wien erhielt Springer eine Menge weitere Fotomaterialien, die nun ein neues Fotoarchiv der Les\u00adben*gruppe bilden. Das Buch fokussiert sich auf die Chronologie der HOSI-Wien-Lesben*gruppe bis zum Jahr 1991, mit den regelm\u00e4\u00dfigen historischen Mitschriften von Waltraud Riegler, eine der ersten Referentinnen der HOSI-Wien-Lesben*gruppe. Die Zeit danach ist in den verschiedenen allgemeinen Textbeitr\u00e4gen der Lambda Nachrichten und auf der Webseite der HOSI Wien nachzulesen, was im Buch auch vermerkt ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">SICHTBAR in Ausstellung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben dem Buch pr\u00e4sentierten Fr\u00f6hlich und Springer im November zum 40-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der HOSI-Wien-Lesben*gruppe auch eine gro\u00dfe drei-geteilten Ausstellung, in der bekannte und geoutete Lesben \u00f6ffentlich auch bildhalft sichtbar werden. Dar\u00fcber hinaus sind Bildportr\u00e4ts von Petra Paul von Lesben, die sich politisch, in diversen Organisationen, als K\u00fcnstler*in oder an der Universit\u00e4t f\u00fcr lesbische Sichtbarkeit einsetzen, mit ihren Statements dar\u00fcber bei der Jubil\u00e4umsausstellung zu sehen. Im dritten Teil dieser Ausstellung thematisieren zeitgen\u00f6ssischen K\u00fcnstler*innen die \u00f6ffentliche Sichtbarkeit der Lesben. So zum Beispiel die Bilder von Krista Beinstein. Sie hat als erste lesbische K\u00fcnstlerin im HOSI-Zentrum ausgestellt. Ihre Kunstwerke \u00fcber eine sogenannte Dildo-tragende Lesbe k\u00f6nnen sicherlich zu kontroversen Diskussionen f\u00fchren, die aber auch stets bereichernd sein k\u00f6nnen; so zitieren Fr\u00f6hlich und Springer die K\u00fcnstlerin Beinstein: \u201eEs ist wichtig die existierende gro\u00dfe Palette an Sexualit\u00e4t von Frauen aufzuzeigen. Die Frauen sollen ihre Sexualit\u00e4t ausleben, wie sie wollen und lernen, freier mit ihrer Sexualit\u00e4t und ihrer Lust umzugehen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die beiden Frauen Fr\u00f6hlich und Springer haben in weiterer Folge auch eine Wanderausstellung \u00f6sterreichweit geplant, mit dem Ziel die Lesben in \u00d6sterreich bekannter und \u00f6ffentlich sichtbarer zu machen. Lesungen, Podiumsdiskussion und Filmpremiere mit prominenten Lesben seien ebenfalls im Entstehen. Besonders freut es die Herausgeberinnen des Buchs, nun einen allgemeinen Textbeitrag \u00fcber die Geschichte der Frauen*Lesben*Bewegung in \u00d6sterreich, der von Margit Hauser, vom Stichwort, dem Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung, und von Birge Krondorfer geschrieben wurde, bekommen zu haben. Dieses Buch sei damit auch als Geschichtsbuch der Frauen- und Lesbenbewegung in \u00d6sterreich zu lesen. F\u00fcr die n\u00e4chsten Generationen sollte es im Unterricht sinnvoll einzusetzen sein, um entsprechend den Lehrplan in Schulen in diese Richtung zu verbessern. \u2013 Das w\u00e4re wohl ein guter Appell an die \u00f6sterreichischen Politiker*innen und an das Bildungs- und Unterrichtsministerium. \u2013 Allerdings das erw\u00fcnschte Ziel seitens der beiden Herausgeberinnen des Buchs, die Lesben in Wien \u00f6ffentlich sichtbar(er) zu machen, ist mit der lesenswerten und bebilderten Geschichtslekt\u00fcre sowie mit den dazu geh\u00f6rigen geplanten Folgeveranstaltungen f\u00fcr das erste erreicht. Erfreulicherweise sei das Buchprojekt durch individuelle Inserate und Privatspenden gesponsert, sagt Fr\u00f6hlich. Nat\u00fcrlich unterst\u00fctzte die HOSI Wien das Projekt, um Lesben in Wien besser sichtbarer zu machen, ebenfalls finanziell, was wohl an Fr\u00f6hlichs \u00fcberzeugender Argumentation als Mitfrau und Schriftf\u00fchrerin des Vorstands liegt. Die Jubil\u00e4umsfeier selbst zu 40 Jahre Lesben*gruppe der HOSI Wien war gut besucht und die gro\u00dfartige Ausstellung konnte den ganzen November 2021 im Gugg, dem Vereinszentrum der HOSI Wien, besucht werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Zukunft<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Treffen der HOSI-Wien-Lesben*\u00adgruppe haben von Anfang an bis heute regelm\u00e4\u00dfig jeden Mittwochabend stattgefunden. Jedoch nach vierzig Jahren sei es Zeit nach einer Ver\u00e4nderung, schreibt Lisa Hermanns, die neue Referentin der HOSI-Wien-Lesben*gruppe, im Buch: Alle lesbisch Lebenden und Liebenden, aber auch alle, die sich mit dem L in FLINTA* nicht identifizieren, sollen sich in der Lesben*gruppe zusammenfinden, zusammenreden, zusammenarbeiten und zusammenfeiern, weil es auch in den n\u00e4chsten vierzig Jahren noch viel gemeinsam zu tun geben wird. So wird auch in Zukunft die HOSI-Wien-Lesben*\u00adgruppe ein Heimathafen f\u00fcr lesbische Aktivistinnen* in Wien und ein Ort des Austausches, der Gemeinschaft und des politischen Aktivismus bleiben, schreibt die Obfrau der HOSIWien, Ann-Sophie Otte, im Buch SICHTBAR. 40 Jahre HOSI-Wien-Lesben*gruppe. Otte ist \u00fcberzeugt, mit Lisa Hermanns, der neuen Referentin, sei die Lesben*gruppe weiterhin in guten H\u00e4nden, um gemeinsam die vollst\u00e4ndige Gleichberechtigung der lesbischen und queeren Frauen endlich zu erreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Jahr 2021 ist ein besonderes Jahr, zumindest f\u00fcr die Lesben*gruppe der HOSI Wien: sie feiert 40 Jahre. Anl\u00e4sslich dieses Jubil\u00e4ums haben Barbara Fr\u00f6hlich und Petra Springer ein Buch herausgegeben. 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