{"id":1614,"date":"2021-12-03T01:09:36","date_gmt":"2021-12-03T00:09:36","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1614"},"modified":"2021-12-03T01:22:57","modified_gmt":"2021-12-03T00:22:57","slug":"wie-koennen-wir-wieder-gemeinsam-strukturen-denken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1614","title":{"rendered":"Wie k\u00f6nnen wir wieder gemeinsam Strukturen denken"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Am Wochenende war ich auf einem Vernetzungstreffen mit vielen Menschen, die sich selbst als lesbische definieren, und Frauen aus den unterschiedlichsten Altersstufen und Communitykreisen. Es war das erste Mal seit meinem Inter* Coming-out, dass ich zu so einem Treffen eingeladen wurde. Und ich war richtig nerv\u00f6s, nerv\u00f6s, weil in den letzten Jahren die Stimmen von TERFS (trans-exklusive, radikale Feminist*innen) aus unter anderem lesbischen Kreisen sehr laut geworden sind und dies machte leider einfach auch ein Bild in meinem Kopf, was vielleicht bei so einem Vernetzungstreffen alles passieren k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch was tats\u00e4chlich passiert ist, hat mir gezeigt, dass diese lauten Stimmen nur ein kleiner Teil sind, ein Teil welchem meiner Meinung nach viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Viel wichtiger ist es sich mit den Gruppen, Organisationen zusammen zu tun, die ganz klar nicht so denken. Lesbische Menschen, die sich daf\u00fcr einsetzen, dass die lesbische Community eine vielf\u00e4ltige Community ist. Die sehen, dass diese Vielf\u00e4ltigkeit eine St\u00e4rke ist, um gemeinsam gegen wei\u00dfe patriarchale Strukturen zu k\u00e4mpfen. Denn nur ein gemeinsames K\u00e4mpfen kann uns zum Ziel bringen, mehr Ressourcen zu bekommen. Ein achtsamer Umgang miteinander, ein Zuh\u00f6ren, ein gemeinsames Reflektieren von Unterschieden, Privilegien und ein gemeinsames Entwickeln von Strategien kann uns st\u00e4rken und somit zu einer Sichtbarkeit f\u00fchren, die f\u00fcr uns alle wichtig ist. Wichtig vor allem in einer Zeit, in der konservative, rechtspopulistische Gruppen lauter und st\u00e4rker werden. In einer Zeit, in der es in Ungarn ein Gesetz gibt, welches trans* und inter* Menschen verbietet, ihr Geschlecht in Dokumenten \u00e4ndern zu lassen, und es in Polen LGBT-freie Zonen gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich hei\u00dft es auch, um gemeinsam dieses Ziel erreichen zu k\u00f6nnen, dass erstmal Ressourcen geteilt werden m\u00fcssen. Dies ist in Anbetracht der geringen zur Verf\u00fcgung gestellten Mitteln eine Herausforderung. Dennoch sollten wir diese Herausforderung annehmen mit Blick auf das Ziel. Die Frage ist nun:Wie k\u00f6nnen wir das angehen, ohne dass Menschen, die bereits in prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen stecken, noch prek\u00e4rer leben m\u00fcssen? Gemeinsame Antr\u00e4ge an private F\u00f6rdergeber*innen? Diskussionen mit der schwulen Community bzgl. Vernetzung? Gemeinsames Crowdfunding? Viele M\u00f6glichkeiten schweben in meinem Kopf, aber auch viele Fragen, was es noch alles f\u00fcr Varianten geben kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann gibt es nat\u00fcrlich auch immer wieder das gro\u00dfe Thema R\u00e4ume, im Sinne von tats\u00e4chlichen R\u00e4umlichkeiten. Wie wie alle wissen, ist auch das seit Jahren ein heikles Thema, aber nat\u00fcrlich sind auch R\u00e4ume Ressourcen und auch \u00fcber diese sollte gesprochen werden. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist es aber wichtig, weg zu gehen von dieser herrschenden Ausschlussrhetorik, \u201edu bist nicht willkommen, weil&#8230;\u201c, hin zu einer Diskussion von Bedarfen und Bed\u00fcrfnissen, warum es manchmal gut ist, eine Gruppenveranstaltung zu haben, die nur eine spezielle Gruppe einl\u00e4dt? Vielleicht weil es um Austausch spezieller Erfahrungen geht, spezieller Bed\u00fcrfnisse oder Begehren. Das finde ich pers\u00f6nlich auch ok. Dennoch sollte es die M\u00f6glichkeit geben, dass auch andere Gruppen diese R\u00e4ume nutzen k\u00f6nnen f\u00fcr wiederum ihre Gruppenveranstaltungen.Es sollte ebenso die M\u00f6glichkeit bestehen, den Raum gemeinsam zu nutzenwomit ich wieder zur\u00fcckkomme zum Beginn meines Artikels, um gemeinsam Strukturen zu schaffen, durch die wir gegen unseren tats\u00e4chlichen \u201eFeind\u201c, das wei\u00dfe patriarchale System, k\u00e4mpfen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal denke ich mir, es sind Tr\u00e4ume in meinem Kopf, dass wir in all unserer Unterschiedlichkeit wieder einen gemeinsamen Weg und ein gemeinsames Arbeiten finden k\u00f6nnen &#8211; und dann kommt so ein Vernetzungstreffen daher, in dem sichtbar wird: Meine Gedanken k\u00f6nnen Realit\u00e4t werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Danke an alle Teilnehmenden und Danke f\u00fcr ein kreatives und konstruktives Denken und Arbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende war ich auf einem Vernetzungstreffen mit vielen Menschen, die sich selbst als lesbische definieren, und Frauen aus den unterschiedlichsten Altersstufen und Communitykreisen. 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