{"id":1587,"date":"2021-12-03T01:02:44","date_gmt":"2021-12-03T00:02:44","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1587"},"modified":"2022-05-25T21:42:23","modified_gmt":"2022-05-25T19:42:23","slug":"viennale-2o21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1587","title":{"rendered":"Viennale 2021"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Freiheit um jeden Preis, denn ohne Freiheit ist alles nichts<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">\u201eG<strong>ro\u00dfe Freiheit<\/strong>\u201c von Sebastian Meise, mit Franz Rogowski und Georg Friedrich in den Hauptrollen, wurde sowohl als bester \u00f6sterreichischer Film im Rahmen des Wiener Filmpreises als auch mit dem Erste Bank MehrWERT-Filmpreis ausgezeichnet. Kein Wunder, ist die Handlung um Hans, der wegen seiner Homosexualit\u00e4t nach Konzentrationslager und Verfolgung durch die Nazis in Westdeutschland direkt wieder im Gef\u00e4ngnis landet, doch eigentlich unglaublich. Und doch war dieses Unrecht nach Paragraf 175, in dessen Namen homosexuelle Handlungen in der BRD unter Strafe gestellt wurden, f\u00fcr viele M\u00e4nner bis in die 1970er Jahre bittere Realit\u00e4t. Hans jedenfalls l\u00e4sst sich seinen Willen nicht brechen und seinen Glauben an Recht und Gerechtigkeit nicht nehmen. Er bezahlt f\u00fcr sein Insistieren auf Selbstbestimmung mit jahrelangem Freiheitsentzug. Wobei grausamer Zwang und menschenverachtende Lebenszerst\u00f6rung nicht nur gesetzeskonform waren, sondern fast drei\u00dfig Jahre lang \u2013 zumal nach den Erfahrungen der nationalsozialistischen Diktatur \u2013 von der damaligen Mehrheitsgesellschaft als v\u00f6llig normal angesehen wurden. Die Durchschnittsb\u00fcrgerInnen waren wohl froh, dass sie selbst nicht zu denen geh\u00f6rten, die verfolgt und entrechtet wurden, schlie\u00dflich waren sie die vermeintlich Guten, die den vorgeschriebenen Weg eingeschlagen hatten. Die eigenen privilegierten \u201eFreiheiten\u201c nahm man dabei als verdient hin, schlie\u00dflich kann man ja nichts daf\u00fcr, dass andere anders sind, beziehungsweise sich nicht an die Regeln halten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21grossefreiheit07-1024x539.jpg\" alt=\"\u201eGro\u00dfe Freiheit\u201c (\u00d6sterreich)\" class=\"wp-image-1593\" width=\"512\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21grossefreiheit07-1024x539.jpg 1024w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21grossefreiheit07-300x158.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21grossefreiheit07-150x79.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21grossefreiheit07-768x404.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21grossefreiheit07-1536x808.jpg 1536w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21grossefreiheit07-1200x631.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21grossefreiheit07.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption>\u201eGro\u00dfe Freiheit\u201c (\u00d6sterreich)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So oder so, was die meisten damals f\u00fcr pervers hielten, n\u00e4mlich wenn erwachsene M\u00e4nner miteinander einvernehmliche Beziehungen eingehen, l\u00e4sst sich Hans trotz Einkerkerung, Einsch\u00fcchterung und Erniedrigung nicht nehmen. Er pocht auf sein Recht auf Liebe und nicht zuletzt auf das Recht, sowohl \u00fcber seinen K\u00f6rper als auch seine Psyche selbst bestimmen zu k\u00f6nnen, und das \u00fcberall, ob nun im Knast oder drau\u00dfen. Ein mutiger Mensch, der f\u00fcr seine Freiheit alles gibt, nach dem Motto, Freiheit ist nicht alles, aber ohne Freiheit ist alles nichts.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21moneyboys01-1024x429.jpg\" alt=\"\u201eMoneyboys\u201c (A\/F\/B\/Taiwan)\" class=\"wp-image-1594\" width=\"512\" height=\"215\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21moneyboys01-1024x429.jpg 1024w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21moneyboys01-300x126.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21moneyboys01-150x63.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21moneyboys01-768x322.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21moneyboys01-1536x644.jpg 1536w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21moneyboys01-1200x503.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21moneyboys01-1980x830.jpg 1980w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21moneyboys01.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption>\u201eMoneyboys\u201c (A\/F\/B\/Taiwan)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">C.B. Yis \u201e<strong>Moneyboys<\/strong>\u201c (A\/F\/B\/Taiwan) in China haben wohl mehr Freiheit, landen sie doch meist nicht im Gef\u00e4ngnis, m\u00fcssen sich diese in der patriarchalischen Diktatur aber teuer erkaufen, n\u00e4mlich mit ihrem K\u00f6rper und ihrer Unversehrtheit \u2013 und somit haben sie auch keine Freiheit. Im konsumorientierten China, in dem man alles kaufen kann, nicht nur K\u00f6rper und Sex, sondern auch die Liebe der Eltern, ist der Hass auf Leute, die dem Mainstream nicht entsprechen, mindestens ebenso gro\u00df wie im Westen. Denn von der im Kommunismus versprochenen Gleichheit der Menschen ist nichts geblieben, au\u00dfer das, was die patriarchalischen Traditionen sowieso schon immer verlangen, n\u00e4mlich die Eltern zu ehren und mit Geld zu unterst\u00fctzen, auch wenn diese den Moneyboy f\u00fcr seine Besch\u00e4ftigung hassen und verh\u00f6hnen. Freiheit erlangen die sexuell Ausgebeuteten durch ihre T\u00e4tigkeit und ihre untergebene Haltung der Herkunftsfamilie gegen\u00fcber jedenfalls nicht, nicht mal eine Scheinfreiheit, sondern eine Konsumabh\u00e4ngigkeit und Verachtung f\u00fcr das eigene Leben, das das Gegenteil von Freiheit ist.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21dirty06-1024x512.jpg\" alt=\"\u201eDirty Feathers\u201c (USA\/Mexiko)\" class=\"wp-image-1592\" width=\"512\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21dirty06-1024x512.jpg 1024w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21dirty06-300x150.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21dirty06-150x75.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21dirty06-768x384.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21dirty06-1536x768.jpg 1536w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21dirty06-2048x1024.jpg 2048w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21dirty06-1200x600.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21dirty06-1980x990.jpg 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption>\u201eDirty Feathers\u201c (USA\/Mexiko)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch, auch im Gegenspielerland USA ist fast nichts Gold, was gl\u00e4nzt. Gold ist f\u00fcr die Armen hier sowieso nicht einmal mehr der amerikanische Traum. An den glaubt nun wirklich niemand mehr, schon gar nicht die Armen und Ausgebeuteten, die eigentlich die AdressatInnendieser verlogenen Moral sein sollten. \u201e<strong>Dirty Feathers<\/strong>\u201c (USA\/Mexiko) von Carlos Alfonso Corral versinnbildlicht das in erschreckend sch\u00f6nen schwarzwei\u00dfen Aufnahmen von runtergekommenen Landschaften, Geb\u00e4uden und Menschen in El Paso, Texas. In einer Unterkunft f\u00fcr Obdachlose an der mexikanischen Grenze wird das ganz deutlich. Auf die Gesellschaft, die Politik und die Regierung vertraut hier keiner, haben die meisten doch das verloren, was der Gesellschaft wichtiger ist als die Menschen selbst, n\u00e4mlich Status, Geld, Position und Einfluss. Die traumatisierten Gefallenen \u2013 unter ihnen eine queere Person, die die Geschlechts- und Geschlechtergrenzen f\u00fcr sich aufhebt \u2013 haben alle weltliche Besitzt\u00fcmer und Anspr\u00fcche aufgeben m\u00fcssen, haben aber doch noch das Wichtigste, was das Menschsein ausmacht, W\u00fcrde, Lebendigkeit, Ausdrucksf\u00e4higkeit und \u00dcberlebensgeist. Diese Eigenschaften treten tragischerweise oft erst dann zutage, wenn alles verloren scheint und man auf sich und den eigenen K\u00f6rper und Geist zur\u00fcckgeworfen wird. So aussichtslos ihre Lage erscheint, so offensichtlich ist, dass in der Not der Mensch, wie er eigentlich ist, in den Vordergrund tritt. Das ist nicht etwas, was man sich aussucht, weder die Betroffenen selbst noch der Filmemacher, der das hier dokumentiert. Aber Fakten und Realit\u00e4t lassen sich nicht aus dem Weg r\u00e4umen, h\u00f6chstens vor\u00fcbergehend unter den Teppich kehren. Aber genau das hat die Portr\u00e4tierten meist erst in die derzeitige Notlage gebracht, welche sie wiederum auf das nackte (\u00dcber)Leben zur\u00fcckwarf. Wie der Titel schon sagt, das Federkleid ist schmutzig, doch den Schmutz kann man abwaschen und das Innere bleibt vom \u00e4u\u00dferlichen Dreck im Wesentlichen unber\u00fchrt. Der Mensch bleibt Mensch, unerheblich eigentlich, ob er das wahrhaben will, ob er*sie nun reich oder arm, einflussreich oder mittellos ist. Die Menschen in dem Film nehmen ihr Schicksal \u2013 oft auch notgedrungen \u2013 an. Das ist die Sch\u00f6nheit, die unter dem unansehnlichen Panzer erhalten bleibt, an jedem Tag, den der Mensch (\u00fcber)lebt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21diarios04-1024x617.jpg\" alt=\"\u201eDi\u00e1rios de Otsoga\u201c (Portugal)\" class=\"wp-image-1591\" width=\"512\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21diarios04-1024x617.jpg 1024w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21diarios04-300x181.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21diarios04-150x90.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21diarios04-768x463.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21diarios04-1536x926.jpg 1536w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21diarios04-1200x723.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21diarios04.jpg 1792w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption>\u201eDi\u00e1rios de Otsoga\u201c (Portugal)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Miguel Gomes und Maureen Fazendeiro gehen in \u201e<strong>Di\u00e1rios de Otsoga<\/strong>\u201c (Portugal) die M\u00f6glichkeiten der Freiheit ganz anders an. Sie ziehen mit ihrer Filmcrew w\u00e4hrend des Sommerlockdowns 2020 in ein abgelegenes Landhaus und loten aus, was in der ungleichen Gruppe so m\u00f6glich ist. Es wird gebaut, getanzt, gestritten, geschwiegen und dem Obst beim Verfaulen zugeschaut. Das Ergebnis ist eine kommunale Erfahrung von gut 100 Minuten, eingeteilt in 22 Tage und Szenen, die f\u00fcr die RegisseurInnen ebenso \u00fcberraschend zu sein scheinen, wie f\u00fcr das \u00fcberrumpelte Publikum. Andererseits ist Freiheit so unberechenbar und unplanbar, wie das Leben und der Film eben spielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch \u201e<strong>El perro que no calla<\/strong>\u201c (Ar) von Ana Katz spielt mit dem Lockdown-Thema. Wie in einem b\u00f6sen Traum grassiert eine Plage, die die Menschen dazu zwingt, zu kriechen und zu hocken, fallen sie doch im aufrechten Gang und Stehen einfach tot um. Entsprechend sind die Plastikkapseln, in die man den Kopf h\u00fcllt und die vor der kontaminierten H\u00f6henatmosph\u00e4re sch\u00fctzen, der Hype schlechthin, der allerdings teuer bezahlt werden muss. Emotional ber\u00fchrend veranschaulicht wird das Dilemma zwischen Totumfallen oder Plastikh\u00fclle, als das Kleinkind des ProtagonistInnenpaares in ebenso eine Kapsel gebannt wird und es sich verzweifelt an Kopf und Nacken zu fassen versucht und die unschuldige Hand dabei auf undurchdringbares Material st\u00f6\u00dft. Die Erwachsenen dagegen haben sich schnell gew\u00f6hnt, nur dass sie eben durch die Plastikh\u00fclle im wahrsten Sinne des Wortes unber\u00fchrbar werden. Das Elternpaar mit dem sich der Kapsel widerstrebenden Kind zweifelt noch, kann jedoch auf lange Sicht bestimmt von der Alternativlosigkeit der Ma\u00dfnahme \u00fcberzeugt werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21cenzorka02-1024x576.jpg\" alt=\"\u201eCenzorka\u201c (SK\/CZ\/UA)\" class=\"wp-image-1590\" width=\"512\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21cenzorka02-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21cenzorka02-300x169.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21cenzorka02-150x84.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21cenzorka02-768x432.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21cenzorka02-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21cenzorka02-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21cenzorka02.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption>\u201eCenzorka\u201c (SK\/CZ\/UA)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die 107 M\u00fctter in Peter Kerekes\u2018 \u201e<strong>Cenzorka<\/strong>\u201c (SK\/CZ\/UA), die in einer ukrainischen Strafanstalt geb\u00e4ren, m\u00fcssen vom Wert der Freiheit nicht \u00fcberzeugt werden. Zwar erz\u00e4hlt der Regisseur, dass ihm M\u00fctter berichtet h\u00e4tten, dass sie noch nie so viel Zeit mit ihren Kindern verbracht h\u00e4tten, wie mit jenen, die im Knast geboren wurden, jedoch sprechen die Bilder ihre eigene Sprache. In Reih und Glied sitzen die Frauen, wenn man ihnen die schreienden Babys reicht, die sich zwar in den Armen der jeweiligen Mutter schnell beruhigen, aber umso lauter nach ihnen rufen, wenn sie wieder allein im gro\u00dfen Schlafsaal in ihre Bettchen verfrachtet werden. Ein Trauerspiel, was Menschen mit Menschen machen, um sie zum Besseren zu erziehen. Und das alles auch noch im Namen der Freiheit, der Gesundheit und des Friedens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem litauischen Beitrag \u201e<strong>Pilgrimai<\/strong>\u201c von Laurynas Bareisa hat derjenige, auf dessen Spuren sich zwei den Tatverlauf eines Mordes recherchierende Angeh\u00f6rige machen, seine Freiheit bereits verloren, denn er ist Opfer einer brutalen Entf\u00fchrung und T\u00f6tung geworden. Eigentlich ist der Film ein Roadmovie, der in Vilnius beginnt und in verschiedenen unwegsamen Gel\u00e4nden rund um ein Dorf, in dem das Verbrechen passierte, wiederholt ein vorl\u00e4ufiges Ende nimmt, bevor es weitergeht auf der Spurensuche, die kein abschlie\u00dfendes Ende nehmen kann, weil niemand genau wei\u00df, wie sich das Leiden des im Kofferraum gefangenen Mannes tats\u00e4chlich anf\u00fchlte. Jedoch f\u00fcr die Suchenden, Bruder und Freundin des Ermordeten, geht das Leben weiter, was die beiden mit Schuldgef\u00fchlen erf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Freiheit, Zeitpunkt und Umst\u00e4nde des eigenen Todes zu bestimmen, darum geht es in \u201e<strong>Tout s\u2019est bien pass\u00e9<\/strong>\u201c (F\/B) von Francois Ozon. Zwei Schwestern (Sophie Marceau und G\u00e9raldine Pailhas) sehen sich mit der Gebrechlichkeit des Vaters (Andr\u00e9 Dussollier) konfrontiert, der nach einem Schlaganfall, von dem er sich vergleichsweise gut erholt, nicht weiterleben will. Charlotte Rampling spielt die emotional verwundete Ehefrau des Gebrechlichen, die ihm \u00fcbel nimmt, dass er sich seiner Zuneigung zu M\u00e4nnern hingegeben hat.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21beatrix02-1024x778.jpg\" alt=\"\u201eBeatrix\u201c (\u00d6sterreich)\" class=\"wp-image-1589\" width=\"512\" height=\"389\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21beatrix02-1024x778.jpg 1024w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21beatrix02-300x228.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21beatrix02-150x114.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21beatrix02-768x583.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21beatrix02-1200x911.jpg 1200w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/V21beatrix02.jpg 1422w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption>\u201eBeatrix\u201c (\u00d6sterreich)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Freiheit ist ein gro\u00dfes Thema, was sich auch in der Wahl der Preistr\u00e4gerfilme wiederspiegelte. Wiener Filmpreis als auch Erste Bank MehrWERT-Filmpreis wurden eingangs bereits erw\u00e4hnt. Der Spezialpreis der Jury ging an den \u00f6sterreichischen Beitrag \u201e<strong>Beatrix<\/strong>\u201c von Milena Czernovsky und Lilith Kraxner. Dort lebt eine junge Frau allein in einem fremden Haus und merkt, dass Freiheit manchmal als Langeweile daherkommt, die es auszuhalten gilt. Den VIENNALE-Preis der STANDARD Leser*innen-Jury erhielt Milica Tomovic f\u00fcr \u201eKelti\u201c (Serbien), dem Portr\u00e4t einer Familie in den fr\u00fchen 1990ern, \u201eein vielschichtiges Gesellschaftsbild im Schatten eines Krieges\u201c (aus dem VIENNALE-Katalog). Mit dem Fipresci Preis der internationalen Filmkritik wurde \u201e<strong>Re Granchio<\/strong>\u201c (I, Ar, F) von Alessio Rigo de Righi und Matteo Zoppis ausgezeichnet. Es geht um alte Geschichten, die von Gl\u00fccksrittern, Schatzsuche und J\u00e4gerlatein handeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielen Filmen der diesj\u00e4hrigen VIENNALE ist gemeinsam, dass das Thema Freiheit erst dann in den Mittelpunkt r\u00fcckt, wenn es zu einer Krise kommt, es scheinbar nichts mehr zu verlieren gibt. Erst dann tritt die Menschlichkeit, die auch unmenschlich sein kann, in all ihrer F\u00fclle und Pracht in Erscheinung. Im Alltag geht es meist um Routine, Wohlstand und Bequemlichkeit. Wird man jedoch gezwungen, all das hinter sich zu lassen, da es gilt, das nackte \u00dcberleben beziehungsweise die psychische Gesundheit zu retten, tritt der Mensch aus seinem Sicherheitsbed\u00fcrfnis notgedrungen heraus und entdeckt neue Horizonte, die be\u00e4ngstigend sein k\u00f6nnen, aber immer die absolute Freiheit bescheren, sogar wenn die Entdeckungen, Erkenntnisse und Wagnisse in Internierung stattfinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freiheit um jeden Preis, denn ohne Freiheit ist alles nichts \u201eGro\u00dfe Freiheit\u201c von Sebastian Meise, mit Franz Rogowski und Georg Friedrich in den Hauptrollen, wurde sowohl als bester \u00f6sterreichischer Film im Rahmen des Wiener Filmpreises als auch mit dem Erste Bank MehrWERT-Filmpreis ausgezeichnet. 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