{"id":10209,"date":"2026-09-04T00:20:00","date_gmt":"2026-09-03T22:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=10209"},"modified":"2026-09-02T20:21:50","modified_gmt":"2026-09-02T18:21:50","slug":"liebe-ist-staerker-als-hass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=10209","title":{"rendered":"Liebe ist st\u00e4rker als Hass"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Die Angriffe auf unsere Community sind mittlerweile bekannt. Bereits in meinem Leitartikel f\u00fcr diese Ausgebe, weise ich darauf hin, dass Gewalt gegen uns auf individueller, struktureller und gruppenspezifischer Ebene stattfinden k\u00f6nnen. Meist vermischen sich die Formen dabei. Das ist klar: Wenn eine Person von uns angegriffen wird, WEIL diese Person queer ist, dann ist damit die ganze Gruppe gemeint. Wenn Fremde uns auf der Stra\u00dfe oder online angreifen, kann es oft sein, dass sie gar nicht wirklich etwas gegen uns als Einzelperson haben, sondern eigentlich unsere Gruppenzugeh\u00f6rigkeit ablehnen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ihrer Wahrnehmung sind sie laut eigener Einsch\u00e4tzung oft nicht die Aggressoren, sie sehen sich als Verteidigende einer Gesellschaftsordnung, die in der Realit\u00e4t bereits nicht mehr besteht, oder erst nie bestanden hat. Nicht umsonst w\u00fcnschen sich Trad-Wife- und Manosphere-Influencer in den Sozialen Medien immer nur den Teil der Vergangenheit zur\u00fcck, der in ihr Narrativ passt. Trad(itional)-Wives, also vermeintlich traditionsbewusste Frauen, predigen zwar online eine heteronormative Ordnung, bei der sie als Hausfrau und Mutter die Care-Arbeit \u00fcbernehmen, aber daf\u00fcr andere Entscheidungen und die finanzielle Absicherung allein dem Mann zukommen. Gleichzeitig verdienen sie als Markenbotschafterinnen ihr eigenes Gehalt, planen ihren Tag rund um den bezahlten Beruf, den sie als Influencerin haben, und stellen daf\u00fcr teils sogar Haush\u00e4lterinnen und Kinderm\u00e4dchen an. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was sagt uns das jetzt \u00fcber die zahlreichen Anti-LGBT-Initiativen, welche behaupten, sich ein traditionelles Familienbild zur\u00fcckzuw\u00fcnschen, und daf\u00fcr zu Mitteln wie das hier abgebildete Banner-Werfen bei der heurigen Prag Pride greifen? \u00c4hnliches ist \u00fcbrigens auch schon bei der Vienna Pride, besonders perfide, w\u00e4hrend der Schweigeminute des j\u00e4hrlichen Gedenkens der Gewalt\u00adopfer unserer Community, passiert. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sagt uns, dass wir uns eigentlich daran erinnern sollten, und vor allem auch unsere Gegner*innen, dass wir schon immer da waren. Was ihre Forderung der R\u00fcckkehr zu einer \u201etraditionellen Kernfamilie\u201c noch absurder macht. Es wirkt fast so, als ob manche glauben w\u00fcrden, wir w\u00e4ren in den letzten Jahrzenten erfunden worden, und sie w\u00fcnschen sich einfach nur ihre alte Realit\u00e4t zur\u00fcck. Wichtig ist aber anzumerken, die gab es nie wirklich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch schon gelesen habe ich die absurde Vorstellung, angefeuert von Trumps Reden zu dem Thema, \u201etrans Personen gibt es erst seit 2015\u201c. Uns dann im n\u00e4chsten Atemzug beim Thema trans eine Art Realit\u00e4tsverweigerung zu unterstellen, hat schon eine ganz eigene Komik. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich muss sagen, f\u00fcr mich auch dieses Bild hier oben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wurde uns mit freundlicher Genehmigung von meinem Kollegen Gerhard Lidl zur Verf\u00fcgung gestellt, der es urspr\u00fcnglich nur in einen gemeinsamen Gruppenchat stellte. Ich finde dieses Bild aber wirklich gro\u00dfartig. Es illustriert \u201eLiebe ist st\u00e4rker als Hass\u201c ohne daf\u00fcr eine zus\u00e4tzliche Erkl\u00e4rung zu brauchen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich will die Gewalt gegen uns nicht kleinreden. Auch solche Banner sind eine gewisse Form von psychischer Gewalt. Als das \u201eNo Pride Month\u201c-Banner bei unserer Schweigeminute 2021 vom Rathaus aus abgerollt wurde, habe ich vor lauter Wut erstmal geweint. Mich hat die Respektlosigkeit gegen\u00fcber Todesopfern aus unserer Community, nachdem ich den Moment des Gedenkens sogar mitorganisiert habe und teils ihre Geschichten kennenlernen durfte, einfach so tief getroffen, da konnte ich dann nicht anders. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem hat es mir auch gezeigt, dass die T\u00e4ter gefasst wurden, es f\u00fcr sie berufliche und teils auch strafrechtliche Konsequenzen gab, und wie bemitleidenswert diese Wichte eigentlich sind. Ich hingegen wurde dort von einer liebenden Community in den Arm genommen und getr\u00f6stet; einer Community, der das Geben dieser Unterst\u00fctzung und Liebe viel wichtiger war als diese Aktion gro\u00df zu beachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sehen immer wieder, die anderen sind so durch unsere Liebe zu uns selbst und zueinander herausgefordert, dass sie lieber ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, als andere gl\u00fccklich ihr Leben genie\u00dfen zu lassen. Und wir sind immer in der \u00fcberw\u00e4ltigenden \u00dcberzahl. Mehr Liebe, mehr Leute, deshalb wird Liebe immer st\u00e4rker als Hass sein. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also Kopf hoch, meine M\u00e4use!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Angriffe auf unsere Community sind mittlerweile bekannt. 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