{"id":10021,"date":"2026-05-29T00:08:00","date_gmt":"2026-05-28T22:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=10021"},"modified":"2026-05-29T00:54:10","modified_gmt":"2026-05-28T22:54:10","slug":"die-gruendungsgeschichte-der-ringstrasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=10021","title":{"rendered":"Die Gr\u00fcndungsgeschichte der Ringstra\u00dfe"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Die Ringstra\u00dfe ist eine der bekanntesten Stra\u00dfen Wiens und z\u00e4hlt zu den Hauptverkehrsadern. Sie beherbergt nicht nur Gesch\u00e4fte, sondern auch Wohnungen der Oberschicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bauzeit der 5,3 Kilometer langen Ringstra\u00dfe betrug mehr als 50 Jahre. Die Stra\u00dfe s\u00e4umen Bauwerke, die ein Abbild des kaiserlichen Prestiges von Kaiser Franz Joseph I. darstellen: prestigetr\u00e4chtige Geb\u00e4ude wie das Kunst- und Naturhistorische Museum, die Staatsoper und das Burgtheater. Aber auch andere wichtige Geb\u00e4ude, wie das Parlament, das Rathaus und das Hauptgeb\u00e4ude der Universit\u00e4t fanden an der Ringstra\u00dfe ihren Platz. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Anf\u00e4nge<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"515\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Stadtplan-1805.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10023\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Stadtplan-1805.jpg 800w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Stadtplan-1805-300x193.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Stadtplan-1805-150x97.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Stadtplan-1805-768x494.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 1: Stadtplan Wien, 1805 (Foto:  J. Cappi, von commons.wikimedia.org)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Form und der Name der Ringstra\u00dfe sind alte \u00dcberbleibsel aus der Anfangszeit von Wien, denn es stand an dieser Stelle bis ca. 1857 die Stadtmauer, die zur Verteidigung der Stadt und zum Schutz diente. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Mauer beherbergte im Inneren die wohlhabende, adelige Bev\u00f6lkerung, w\u00e4hrend die anderen Bewohner*innen in der Vorstadt vor der Mauer lebten, die sp\u00e4ter die anderen Bezirke werden sollten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil man keinen Nutzen f\u00fcr den Mauerring mehr finden konnte, entschloss sich Kaiser Franz Joseph I., die Mauer und alte Basteien einzurei\u00dfen. Der Stadtgraben wurde aufgesch\u00fcttet und es ergab sich eine Freifl\u00e4che, die man auf dem abgebildeten Stadtplan von 1858 sehen kann \u2013 das Glacis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um dieser freien Fl\u00e4che einen Nutzen zu geben, rief Kaiser Franz Joseph I. einen Architekturwettbewerb aus. Die besten Ideen wurden verwendet, um einen Grundplan zu entwerfen. 1865 wurde dann die Stra\u00dfe er\u00f6ffnet, obwohl zu dieser Zeit lediglich ein kleiner Teil wahrlich fertig war. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Stil<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"568\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Parlament.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10024\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Parlament.jpg 800w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Parlament-300x213.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Parlament-150x107.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Parlament-768x545.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 2: \u00d6sterreichisches Parlament (Foto: Edda Eggs)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ringstra\u00dfe ist im Stil des Historismus entworfen, der vergangene Stilrichtungen, wie den Barock, die Romantik und die Renaissance aufgreift und diese neu interpretiert. Diese Str\u00f6mung erfuhr die gr\u00f6\u00dfte Verbreitung in den 1850er-Jahren und endete mit der Jahrhundertwende. Theophil von Hansen, Heinrich von Ferstel, Gottfried Semper und Carl von Hasenauer waren Architekten, die dieses Herkulesprojekt erschaffen und betreut haben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige Geb\u00e4ude entlang der Ringstra\u00dfe wurden anhand verschiedener Stiltypen des Historismus gebaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anhand der Abbildung 2 kann man den Historismus anhand des Parlamentes sehen: An den vielen S\u00e4ulen und der Bauweise des Daches l\u00e4sst sich dieses Geb\u00e4ude als eine Nacheiferung oder Inspiration an der griechischen Antike sehen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Universit\u00e4t Wien sollte aber anders als das Parlament Lehrsamkeit und Wissen vermitteln, demnach baute man sie im Stil der Renaissance neu. Die Renaissance war die Verk\u00f6rperung der Bl\u00fctezeit der Wissenschaft in Europa.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"775\" src=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Volksgarten.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10025\" srcset=\"https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Volksgarten.jpg 800w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Volksgarten-300x291.jpg 300w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Volksgarten-150x145.jpg 150w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Volksgarten-768x744.jpg 768w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Volksgarten-24x24.jpg 24w, https:\/\/lambdanachrichten.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ringstrasse-Volksgarten-48x48.jpg 48w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 3: Volksgarten (Foto: Edda Eggs)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ring z\u00e4hlt auch als \u201egr\u00fcnes Band\u201c, das das Zentrum Wiens umfasst. W\u00e4hrend des Baus hat man darauf geachtet, Platz f\u00fcr Alleen und Gr\u00fcnfl\u00e4chen, wie Parks, freizuhalten. Die Parkanlagen, wie zum Beispiel der Volksgarten, waren Orte, an denen Menschen ihre Zeit zur Erholung nutzen konnten. Bereits in fr\u00fcheren Zeiten fand man es wichtig, auch in der Freizeit etwas dazuzulernen. Aus diesem Grund findet man auch zur heutigen Zeit Bezeichnungsschilder an den B\u00e4umen. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nutzung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ringstra\u00dfe findet heutzutage eine breite Variet\u00e4t an Benutzung. Sie ist eine Hauptverkehrsader Wiens, aber auch eine beliebte Einkaufsstra\u00dfe und Flaniermeile: Ein Ort, an dem Leute zusammenkommen und sich in einem der vielz\u00e4hligen Gesch\u00e4fte treffen. Veranstaltungen wie der Vienna City Marathon werden gern an dieser Stra\u00dfe abgehalten. Ebenso die Regenbogenparade, die um die ganze Ringstra\u00dfe zieht. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Regenbogenparade <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regenbogenparade ist dicht mit der Ringstra\u00dfe verwoben, denn bereits seit dem 29. Juni 1996, also seit 30 Jahren, marschiert j\u00e4hrlich (bis auf den Corona-Aussetzer 2020) eine Vielzahl an Menschen im Zuge der Demonstration diese entlang. Die Parade hat ihre Herkunft von den Stonewall-Riots, die 1969 in New York stattgefunden haben. Zentrum dieses Ereignisses war die queere Bar \u201eStonewall Inn\u201c, die Ziel einer gewaltt\u00e4tigen Razzia der Polizei wurde. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regenbogenparade fand seitdem als Wiederbelebung der Erinnerung an diese Trag\u00f6die und als Demonstration f\u00fcr die Sichtbarkeit queerer Personen statt. Der erste Festzug ging \u00fcber den Ring von der Staatsoper zum Schottentor. Es war eine un\u00fcbersehbare und wichtige Zurschaustellung queerer Leute, die bereits im ersten Jahr an die 25.000 Teilnehmende und Schaulustige anzog. Heuer werden \u00fcber 300.000 Menschen erwartet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Text von Edda Eggs<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Eine dem Regen lauschende Germanistik-Studentin aus Wien. Sie liebt es, sich fantasievolle aber auch realistische Geschichten auszudenken und sie mit interessanten Charakteren zu bereichern, die sie ab und an auch selber zeichnet:)<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ringstra\u00dfe ist eine der bekanntesten Stra\u00dfen Wiens und z\u00e4hlt zu den Hauptverkehrsadern. Sie beherbergt nicht nur Gesch\u00e4fte, sondern auch Wohnungen der Oberschicht. Die Bauzeit der 5,3 Kilometer langen Ringstra\u00dfe betrug mehr als 50 Jahre. 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