{"id":1000,"date":"2021-06-04T00:55:25","date_gmt":"2021-06-04T00:55:25","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.lambdanachrichten.at\/?p=1000"},"modified":"2021-05-30T13:39:37","modified_gmt":"2021-05-30T13:39:37","slug":"vieles-doch-nicht-so-anders-zur-25-regenbogenparade","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lambdanachrichten.at\/?p=1000","title":{"rendered":"Vieles doch nicht so anders zur 25. Regenbogenparade"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Ich sage es, wie\u2019s ist: Ich freu\u2018 mich auf das Comeback von Vienna Pride. Klar, es wird diesmal etwas eingeschr\u00e4nkt \u2013 aber was soll\u2019s? Das depperte Virus ist immer noch da, also passen wir nach wie vor auf uns und andere auf. Diesmal also ohne Pride Village, gro\u00dfe Indoor-Veranstaltungen und Musik-Trucks auf der Regenbogenparade, daf\u00fcr mit Sicherheitsma\u00dfnahmen wie FFP2-Masken und 2-Meter-Abst\u00e4nden.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Zur\u00fcck zu den Wurzeln!<\/h6>\n\n\n\n<p>Dass ausgerechnet die 25. Wiener Regenbogenparade so reduziert ist, dass nur eine Teilnahme zu Fu\u00df bzw. auf dem Fahrrad m\u00f6glich ist, finden viele schade. Mir ging es zuerst auch so. Aber inzwischen denke ich: Eigentlich passt es doch perfekt, dass wir zum halbrunden Jubil\u00e4um zur\u00fcck zu unseren Wurzeln finden. Bei der ersten Parade 1996 wusste man ja nicht einmal, wie viele \u00fcberhaupt kommen w\u00fcrden. Da konnte man von der ausgelassenen Atmosph\u00e4re, die sie heute kennzeichnet, nur tr\u00e4umen. Im Grunde ist es eine Hommage an jene, die uns den Weg bereitet haben \u2013 und die gute Stimmung kriegen wir auch so hin!<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos ausgelassene Atmosph\u00e4re: Die f\u00fchrt ja regelm\u00e4\u00dfig zur Diskussion, sowas w\u00e4re doch keine Demo. Das Gegenteil ist der Fall. Erstens: Wo steht bitte geschrieben, dass man nur grantig demonstrieren d\u00fcrfe? Zweitens: Gerade die Fr\u00f6hlichkeit, dieses Feiern unseres Lebens, offen und ohne Scham, ist ein zutiefst politischer Akt f\u00fcr eine Community, deren Mitglieder sich oft \u00fcber Jahre hinweg verstecken mussten. Drittens: Mit Honig f\u00e4ngt man mehr Fliegen als mit Essig. Dank der Atmosph\u00e4re ist es im Lauf der Jahre auch f\u00fcr immer mehr Nicht-LGBTIQ-Menschen normal geworden, zumindest mal bei der Regenbogenparade vorbeizuschauen. Und mag so manches Kost\u00fcm (oder dessen Sp\u00e4rlichkeit) auch den*die eine*n oder andere*n im ersten Moment irritieren, so sorgt die Gesamtstimmung doch f\u00fcr eines: Man hat Lust, dabei zu sein. Und das ist entscheidend, denn f\u00fcr marginalisierte Gruppen wie uns gibt es fast nichts Wichtigeres, als dass die Mehrheitsgesellschaft schrittweise draufkommt, dass wir doch nicht so anders sind.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Pinkwashing oder echtes Engagement?<\/h6>\n\n\n\n<p>Mit dabei sein wollen heute immer mehr. Neben der treuen Unterst\u00fctzung durch die Stadt Wien kamen in den letzten Jahren immer mehr Unternehmen als Kooperationspartner dazu. Das war f\u00fcr uns nicht immer leicht, denn die Pride ist in erster Linie eine  Veranstaltung der LGBTIQ-Community \u2013 und als deren Organisator*innen ist es uns wichtig, dass es auch wirklich um die Inhalte geht. Also haben wir uns genau angeschaut: Tun diese Unternehmen etwas f\u00fcr ihre LGBTIQ-Mitarbeiter*innen? Oder haben sie Filial- bzw. Produktdesigns, die in ganz \u00d6sterreich noch im abgelegensten Dorf Menschen erreichen, zu denen wir mit der Pride nicht hink\u00e4men? Oder organisieren sie selbst Veranstaltungen zur Pride, von der die Community etwas hat? Nicht alle haben verstanden, dass es um mehr geht als ein paar Werbe-Euro, deshalb haben wir schon die eine oder andere Kooperation abgelehnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die heurige Pride wird zwangsl\u00e4ufig eine, bei der wir mehr denn je zuvor auf jene Unterst\u00fctzer*innen angewiesen sind, die es wirklich ernst meinen mit ihrem Engagement f\u00fcr unsere Sache. Nat\u00fcrlich wird es weniger sein, und betriebswirtschaftlich ist das auch verst\u00e4ndlich. Aber umso mehr werden wir als Community jene zu sch\u00e4tzen wissen, die es sich selbst bei reduzierten Werbefl\u00e4chen nicht nehmen lassen, uns zu wirklich unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Stay safe, stay proud \u2013 das k\u00f6nnen nicht alle<\/h6>\n\n\n\n<p>Damit noch ein paar Gedanken zum Motto. Das lautet diesmal: \u201eStay safe, stay proud!\u201c Denn beides ist wichtig, solange wir noch keine Herdenimmunit\u00e4t gegen COVID-19 haben. Aber wir sollten nicht vergessen, dass viele LGBTIQ-Menschen \u00fcberhaupt nicht \u201esafe\u201c sind. Von Jugendlichen, die sich (noch) nicht trauen, sich zu outen, \u00fcber LGBTIQ-Fl\u00fcchtlinge, die mit Menschen aus ihren Herkunftsl\u00e4ndern gemeinsam untergebracht sind, vor deren Einstellung sie ja oft erst gefl\u00fcchtet sind, bis hin zu all jenen, die sich in ihrem LGBTIQ-feindlichen Arbeitsumfeld \u00fcber Jahr(zehnt)e hinweg verstecken m\u00fcssen. F\u00fcr die werden wir mitdemonstrieren. Umso lauter, umso bunter, umso fr\u00f6hlicher, und das zum 25. Mal!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich sage es, wie\u2019s ist: Ich freu\u2018 mich auf das Comeback von Vienna Pride. Klar, es wird diesmal etwas eingeschr\u00e4nkt \u2013 aber was soll\u2019s? Das depperte Virus ist immer noch da, also passen wir nach wie vor auf uns und andere auf. 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