LAMBDA-Nachrichten Nr. 103

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Aus aller Welt

UNGARN
ILGA-Europa-Tagung

Vom 27. bis 31. Oktober 2004 fand in Budapest die 26. Europa-Tagung der ILGA statt. Mit über 200 TeilnehmerInnen war sie die bisher größte – beschämend allerdings: Aus dem nahen Österreich kam nur ein Vertreter. Was die Beteiligung von offizieller Seite betraf, gelang es dem gastgebenden Verband Háttér Társaság a Melegekért, der im übrigen eine ganz hervorragende Konferenzorganisation hingelegt hat, den Standard früherer Kongresse zu halten: Göncz Kinga, Ungarns Ministerin für Soziales, Familie und Chancengleichheit, gehörte neben dem ungarischen Parlamentsabgeordneten Gusztos Péter zu den EröffnungsrednerInnen. Außerdem nahmen auch ein Vertreter des niederländischen EU-Ratsvorsitzes und die ehemalige Abgeordnete zum Europäischen Parlament Joke Swiebel aus Holland an der Tagung teil.

Gruppenfoto
Jackie Lewis (IE), László Mocsonaki (Háttér),
Ministerin Kinga Göncz, Riccardo Gottardi (IE),
Bence Solymár (Háttér) und Patricia Prendiville (IE)

In zahlreichen Workshops und Plena wurde über die zukünftige Arbeit der ILGA-Europa beraten, die auf ein weiteres erfolgreiches Jahr zurückblicken konnte. Mit einem Jahresbudget von rund € 500.000 und sieben bezahlten MitarbeiterInnen in ihrem Brüsseler Büro hat die ILGA-Europa ein neues Rekordniveau erreicht. Die Tagung diente natürlich wieder als Generalversammlung, und so wurden der Rechenschaftsbericht, der Jahresabschluss und ein Budget für 2005 ebenso genehmigt wie ein neuer Vorstand gewählt. Weiters gab es auch wesentliche Statutenänderungen, u. a. wurde beschlossen, den Vorstand auf zehn Personen zu erweitern, wobei zwei Plätze im Vorstand für Personen reserviert werden, die sich weder als weiblich noch als männlich identifizieren möchten. Ansonsten werden wie bisher vier Frauen und vier Männer in den Vorstand gewählt.
Die HOSI Wien wurde in Budapest vom Autor dieser Zeilen vertreten – zumindest für den Großteil der Konferenz. Aber am Freitagnachmittag fuhr ich natürlich nach Wien zurück, um abends am großen Geburtstagsfest der HOSI Wien teilzunehmen. Samstagmittag war ich jedoch schon wieder zurück, denn am Nachmittagsplenum sollte über die Vergabe der Jahreskonferenz 2006 abgestimmt werden, nachdem die sich bewerbenden Gruppen ihre Bewerbungen präsentiert und den TagungsteilnehmerInnen diesbezüglich Rede und Antwort gestanden hatten.

Eine Gruppe an AktivistInnen hält eine ILGA-Regenbogenfahne
Die ILGA-Europa-Fahne wird an die OrganisatorInnen der Konferenz 2005 in Paris übergeben.

Es gab zwei Bewerbungen, nämlich von Gemini für Sofia und von der HOSI Wien. Da noch nie eine ILGA-Tagung in Bulgarien stattgefunden hat, war es allerdings von vornherein relativ klar, dass Sofia den Zuschlag bekommen würde, was auch geschah. Die diesjährige Konferenz, die vom 26. bis 30. Oktober in Paris stattfinden wird, wurde bereits 2003 vergeben. Der Konferenzbericht 2004 wurde inzwischen fertiggestellt und steht zum Download bereit auf: www.ilga-europe.org – wo sich im übrigen viele weitere Informationen über die Arbeit der ILGA-Europa finden.

ISRAEL
WorldPride in Jerusalem

Nach WorldPride im Jahr 2000 in Rom wird es heuer vom 18. bis 28. August wieder in einer heiligen Stadt – in Jerusalem – einen WorldPride geben. Alle weiteren Infos auf www.worldpride.net.

Heiratssachen

Großbritannien: EP verabschiedet

Nachdem die Gesetzesvorlage über die Einführung der „Civil Partnership“ im Londoner Unterhaus am 9. November mit 389 gegen 47 Stimmen verabschiedet worden war, fand sie am 17. November auch im Oberhaus eine Mehrheit von 251 gegen 136 Stimmen. weiter