LAMBDA-Nachrichten Nr. 102

1st World Outgames Montréal 2006

Wiener Gespräche

aufgezeichnet von Ernst Silbermayr

Während die Olympischen Spiele in Athen voll im Gange waren und sich die Lesben und Schwulen vor den TV-Geräten dem Ratespiel „Who’s gay at the Olympics?“ hingaben, trafen sich am 22. August 2004 Ulrike Lunacek und Jean-Yves Duthel, Öffentlichkeitssprecher der 1st World Outgames Montréal 2006, in Wien. Themen des Gesprächs waren die rechtliche Situation gleichgeschlechtlicher PartnerInnen in Kanada, die Vernetzung von offen lesbischen und schwulen ParlamentarierInnen weltweit, die Verknüpfung von Sport und Politik und selbstverständlich die Outgames selbst.

Die Outgames werden vom 26. Juli bis 5. August 2006 in Montreal stattfinden. Jean-Yves betont, dass es sich nicht nur um eine Sportveranstaltung mit 16.000 TeilnehmerInnen aus aller Welt handeln wird. Die VeranstalterInnen wollen mit der internationalen Konferenz The Right to Be Different auch einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der rechtlichen und gesellschaftspolitischen Situation von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen weltweit leisten.

Sportlich und bewegt

Um möglichst viele SportlerInnen zur Teilnahme an der Konferenz und umgekehrt möglichst viele KonferenzteilnehmerInnen zur Teilnahme an den Sportbewerben zu motivieren, gibt es ein vergünstigtes Kombi-Ticket. Das Konzept kommt an: Obwohl noch zwei Jahre bis zur Eröffnung vergehen werden, haben sich bis Juli 2004 bereits 150 Personen registriert. 40 % der für die Konferenz Angemeldeten haben sich auch in einer Sportdisziplin eingeschrieben. Und immerhin 20 % der in einer Sportart Registrierten haben sich auch für die Konferenz entschieden. Die Wahrnehmung von Transgender-Interessen wird durch drei Transgender-Personen im wissenschaftlichen Komitee der Konferenz abgesichert.

LSBT im Parlament

Im Rahmen der Konferenz wird es einen Round-Table lesbischer, schwuler und Transgender-Abgeordneter geben, an dem Ulrike Lunacek teilnehmen wird, sofern es keine Terminkollision mit den Vorbereitungen zur Nationalratswahl gibt. Während Ulrike im Nationalrat als offen lesbische Frau allein auf weiter Flur ist, scheint es in Kanada vor lauter LSBT-Abgeordneten nur so zu wimmeln. Am Rande bemerkt: In Kanada ist nicht nur der Außenminister schwul, das Land verfügt sogar weltweit über den ersten offen schwulen Verteidigungsminister.

Weltweite Impulse

Jean-Yves Duthel betonte mehrmals das große Interesse an einem Vortrag von Ulrike auf der Konferenz. Als außenpolitische Sprecherin der Grünen, offen lesbische Abgeordnete und aktive Schwimmerin ist sie eine ideale Repräsentationsfigur für die Outgames. Ulrike betonte ihr Interesse an einer Vernetzung und dem Aufbau eines globalen Netzwerks lesbischer und schwuler PolitikerInnen. So ein Netzwerk könnte wichtige gesellschaftspolitische Impulse für die Verbesserung der Situation von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen weltweit setzen. Das Gespräch legte jedenfalls einen soliden Grundstein für weitere Zusammenarbeit.

Infos im Web

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www.montreal2006.org