LAMBDA-Nachrichten Nr. 102

Kurzmeldungen

Kultursplitter

Ausstellungs-Tipps

Das Kunstforum Wien (1010, Freyung 8) widmet der polnisch-französischen Malerin Tamara de Lempicka (1898-1980) eine umfassende Schau. Das Schaffen der Künstlerin in der Zeit der Art Déco ist nicht von der von ihr mitinszenierten und gelebten Figur der Femme Fatale zu trennen, die im Paris der 1920er und 1930er Jahre ein mondänes und von vielen ZeitgenossInnen als skandalös empfundenes Leben führte. Berühmt wurde die in Warschau geborene Malerin vor allem für ihre kühl-erotischen Porträts von Mitgliedern der Pariser Hautevolee.

Anlässlich des hundertsten Geburtstags von Cecil Beaton zeigt das KunstHausWien (1030, Untere Weißgerberstraße 13) über 200 Fotos und Illustrationen des Künstlers. Weltruhm erlangte Beaton vor allem durch seine Porträts bekannter Persönlichkeiten aus der Welt der Mode (u. a. für Vogue), Kunst, Literatur und des Films. U. a. posierten Greta Garbo, Coco Chanel, Marilyn Monroe, David Hockney, Salvador Dalí, Francis Bacon und Andy Warhol vor seiner Linse. Beaton war aber auch Illustrator, Maler, Schriftsteller, Chronist und hat Bühnenbilder sowie Kostüme für Film, Theater und Oper entworfen.

Noch bis Ende Oktober sind unter dem Titel Schwarz auf Weiß Fotografien von Petra Paul und Zeichnungen der Bildhauerin Judith Wagner im Frauencafé (1080, Lange Gasse 11) zu sehen. Ausgangspunkt beider Serien ist der weibliche Körper, genau genommen der eigene Körper der Künstlerinnen, der transformiert auf der Bildfläche erscheint und von beiden Künstlerinnen sehr verschiedenartig aufgefasst wird. Die Divergenz der Arbeiten scheint dadurch aufgehoben, dass sie zueinander in Bezug gesetzt werden und dadurch miteinander kommunizieren und aufeinander verweisen.

Lesung: Cat Attack

Im Rahmen der Vernissage zur vorhin erwähnten Ausstellung lasen am 14. September Gudrun Hauer und Petra Paul Auszüge aus ihren einander gesendeten Mails. Diese eröffneten amüsante, witzig und sprachspielerisch geschriebene und auch dem eigenen FreundInnenkreis durchaus überraschende Einblicke in das Private der beiden Autorinnen. Ganz nebenbei wurden auch diverse Klischees der Lesbenszene auf die satirische Schaufel genommen.

Wiederholung dieser Lesung: Dienstag, 16. November, 20 Uhr im HOSI-Zentrum.

Viennale-Tipps

Der Dokumentarfilm Gan von Ruthie Shatz und Adi Barash zeigt ein Jahr im Leben des Palästinensers Nino und des Israeli Dudu, zweier junger Stricher und Dealer, die im so genannten „Electricity Garden“ in Tel-Aviv arbeiten. Die beiden lernten einander 2002 bei Straßenkämpfen kennen, bei denen sie auf gegnerischer Seite kämpften. Deutlich wird ihre Sehnsucht, dem gar nicht paradiesischen Garten (hebräisch: Gan) zu entkommen, aber auch die Schwierigkeit, sich dem Reiz des schnellen Geldes und der ambivalenten Dynamik von Freiheit und Unsicherheit zu entziehen.

Filmfoto zeigt zwei junge Prostituierte mit ernstem Gesichtsausdruck
Der chinesische Film Night Scene (Ye Jing) behandelt die Themen Prostitution und Homosexualität.

Der Film Night Scene (Ye Jing) des chinesischen Regisseurs Cui Zien behandelt die Themen Prostitution und Homosexualität. Kunden werden in Schwulenbars, Parks, Saunen oder in illegalen Freudenhäusern gefunden. Stricher und ihre Zuhälter erzählen aus ihrem Leben und über ihre Erfahrungen in einem Land, in dem Prostitution illegal ist und Homosexualität als unmoralisch gilt. Diesen realen Szenen werden fiktive gegenübergestellt.

Petra M. Springer

Sepp of Vienna in Amsterdam

Flyer
Der Flyer zur Veranstaltung

Der bekannte Wiener Künstler Sepp of Vienna beschäftigt sich mit Fotografie und arbeitet als selbständiger Grafiker und Designer in Wien. Seine anregenden Zeichnungen sind in der Lederszene – und nicht nur dort – sehr populär.

Im November und Dezember 2004 ist Sepp wieder einmal mit seinen Kunstwerken in Amsterdam zu Gast. Anlässlich von Leatherpride zeigt er ab 28. Oktober seine Bilder bei Mr. B. in der Warmoesstraat.
Mehr über den Künstler auf: www.sepp-of-vienna.at.

Christian Högl

GemaeldeDas Kunstforum zeigt Werke der Malerin Tamara de Lempicka.