LAMBDA-Nachrichten Nr. 102

Medizin

Neues Mittel gegen
Erektionsstörungen

Mehr als 600.000 Männer leiden in Österreich unter Potenzstörungen. Jeder zweite Mann hat zumindest zeitweilig Potenzprobleme. Dennoch wird das Thema immer noch tabuisiert. Kaum ein Mann spricht über seine Erektionsprobleme, weder mit dem Partner noch mit dem Arzt. Die Folgen: Frust und Rückzug. Dabei kann mit einer medikamentösen Therapie und der Änderung des Lebensstils wieder ein erfülltes Sexualleben ermöglicht werden. Ein neues Langzeit-Potenzmittel soll wieder zu einem erfüllten Sexualleben verhelfen.

Vielschichtige Ursachen

Bei einer Erektion spielen sowohl Nerven, Blutgefäße, Hormone als auch die Psyche eng zusammen. Die Ursachen einer Potenzstörung („erektile Dysfunktion“) sind somit sehr vielschichtig:

- Psychische Faktoren (Depression, Angst, Stress, Partnerkonflikte, Selbstunsicherheit etc.),

- organische Ursachen (Diabetes, Bluthochdruck, Arterienverkalkung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc.) sowie ein

- ungesunder Lebensstil (Alkoholkonsum, Rauchen, Medikamentenmissbrauch etc.)

können verantwortlich sein.

Experten sehen die Ursachen für Potenzstörungen zu 70 % im Lebensstil: Faktoren wie mangelnde körperliche Aktivität und Übergewicht können die Erektionsfähigkeit massiv beeinträchtigen.

Ausweg aus der Frustfalle

Seit über einem Jahr steht nun auch in Österreich der Wirkstoff Tadalafil (Cialis) zur Behandlung der erektilen Dysfunktion zur Verfügung. Tadalafil ist ein so genannter „Phosphodiesterase-5-Hemmer“, der eine bessere Durchblutung im Penis bewirkt. Erst durch eine sexuelle Stimulation hilft Cialis, die Blutgefäße in den Schwellkörpern des Penis zu erweitern, wodurch der Blutstrom in den Penis ermöglicht und eine Erektion gefördert wird. Cialis kann laut Fachinformation – im Gegensatz zu anderen auf dem Markt befindlichen Medikamenten – bis zu 36 Stunden wirken und ermöglicht damit ein Sexualleben ohne Hektik und Leistungsdruck. Darüber hinaus wird die Wirkung weder durch Alkohol noch Nahrung beeinträchtigt. Ein natürliches und harmonisches Sexualleben für beide Partner wird dadurch wieder möglich.

Erfolg bestätigt

Die Wirksamkeit von Cialis konnte durch eine unabhängige Studie, die vergangenes Jahr am 55. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie vorgestellt wurde, unterstrichen werden. 66 Prozent der Patienten, die mehrere Potenzmittel versucht hatten, gaben Cialis den Vorzug. Weltweit gibt es bereits mehr als eine Million Anwender. Zugelassen sind die rezeptpflichtigen Tabletten in über 80 Ländern.

Keine Scheu vor dem Arzt

Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Therapie ist ein beratendes Gespräch mit dem Vertrauensarzt. Nur fünf Prozent der Betroffenen wird adäquat behandelt, weil sie aus Scham und/oder verletztem Stolz oft Jahre warten, bis sie einen Arzt aufsuchen. Diese Scheu ist aber völlig unangebracht.

Christian Högl

verzweifelter Mann an Bettkante

Erektionsstörungen können zu einer großen
psychischen Belastung werden.